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Ins Auge gesprungen: Februar, 철stlich von M체nchen

 Verfaßt am 16.02.08 um 14:02 Uhr, von , Kategorien: ins Auge gesprungen , Tags: , ,

Nebeltage, Nebellandschaften, Nebelverse 체ben seit jeher eine eigent체mliche Faszination auf viele Menschen aus.

Nebel: Metapher f체r Herbst, Melancholie, Einsamkeit, Abschied, ja Tod. Diese Assoziationen sind naheliegend, spontan in den Sinn kommend, in gewisser Weise kulturell vorgepr채gt. Nebel hat aber auch eine andere Seite: Er kann den Beginn eines neuen, klaren, sonnigen Tages markieren, kann Vorbote des Fr체hlings sein, dem er bald weichen muss.

F체r Fotografen ist Nebel ein reizvoller Umstand, wenngleich ein launischer Geselle - nicht fassbar, ver채ndert er schnell seine Gestalt, um bald ganz verschwunden zu sein. Zudem taugt Nebel als alleiniges Motiv kaum. Erst im Wechselspiel mit seiner Umgebung tritt er zutage. Und in diesem Wechselspiel liegt das reizvolle: Nebel verh체llt, was zuvor ofensichtlich war. Nebel reduziert Formen und Farben zu Ahnungen. Nebel zieht neue Wahrnehmungsebenen ein. Verh체llen und abschw채chen muss dabei nicht verstecken bedeuten - oftmals treten durch Reduktion, Verh체llung, Abschw채chung erst ganz neue Aspekte zutage.

Mit seiner Serie Februar, 철stlich von M체nchen hat Fabian Mohr eine ganz wunderbare Umsetzung des Nebelwesens geschaffen. Ins Auge gesprungen ist hier besonders das erste Bild.

Die ersten Assoziationen sind: Leere, K채lte, Tristesse, Monotonie. Der braune, schwere Ackerboden hat noch nichts hervorgebracht, scheinbar unfruchtbar liegt er da. Der Nebel senkt sich schwer auf den Grund, schwer wie der Boden selbst. Ausblicke hinter der grauen Wand sind hier nicht erkennbar. Am linken Bildrand steht eine Wahlwerbung so verlassen wie hoffnungslos herum.
Verweilt der Betrachter aber eine Weile, so tritt ein weiterer Eindruck in die Wahrnehmung und gewinnt an St채rke: Frische, Reinheit, Klarheit. Am Horizont deutet ein noch d체nner Streifen Gr체n zaghaft an, dass der Fr체hling unaufhaltsam entgegenkommt, mit der ganzen Kraft des Wachstums, das sich noch unter der Oberfl채che verbirgt.
Und nunmehr wird das baldige Bl체hen im Plakat aufgegriffen: Das dortige Gr체n weist, etwas sch체chtern noch, den Weg. Schon bald, wenn das Plakat l채ngst verschwunden ist, werden das Gr체n der Pflanzen und das Blau des Himmels die Szenerie mit ganzer Kraft pr채gen.

Die vollst채ndige Serie kann bei ISO 800 betrachtet werden und ist es wert, einfach mal einige Minuten dort zu verweilen.

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