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Wissenswertes zum AF-Nikkor 80-200/2.8 in seinen verschiedenen Variationen

Non-D-Schiebezoom
Bild: Dennis Saßmannshausen
Die Bildqualität aller Varianten wird einhellig gelobt. Schon bei Offenblende ist das Objektiv scharf und kontrastreich. Alle Varianten vor dem AF-S sind, wie eingangs bereits gesagt, von der optischen Konstruktion gleich und besitzen 16 Elemente in 11 Gruppen; das AF-S besitzt 18 Elemente in 14 Gruppen. Die Verwendung von ED-Gläsern und verschiendenen Linsenbeschichtungen variierte jedoch bei den Baureihen.
Im folgenden werden die einzelnen Bauarten des AF-Nikkor 80-200/2.8 und die jeweiligen Eigenarten vorgestellt.
AF Zoom-Nikkor 80-200mm f/2.8 ED ("Non-D-Schiebezoom")
Das AF Zoom-Nikkor 80-200mm f/2.8S ED ist das erste AF-Nikkor 80-200/2.8. Es wurde im November 1987 vorgestellt. Das Objektiv ist ein Schiebezoom-Objektiv, Fokus und Brennweite werden also mit dem selben Ring eingestellt (Drehen verändert den Fokus und Ziehen bzw. Schieben verändert die Brennweite). In der Nähe der Frontlinse befindet sich ein Fokusbegrenzer in Form eines Ringes. Der Fokusbegrenzer wird durch Anheben in Richtung Frontlinse entriegelt und dann eingestellt. Mit dem Fokusbegrenzer kann festgelegt werden, welchen Bereich das Objektiv beim Fokussieren durchfährt. In der Einstellung FULL wird der gesamte Bereich durchfahren. In den Einstellungen ∞-3m und ∞-5m wird nur auf Objekte fokussiert, die im entsprechenden Abstandsbereich liegen. Dabei verkürzt sich die Fokussierzeit etwas - allerdings nur dann, wenn der Autofokus "suchen" muß. Die eigentliche Geschwindigkeit des Autofokus' bleibt gleich. In diesem Zusammenhang ist noch zu erwähnen, dass die Autofokus-Motoren der "großen" Kameras offenbar stärker dimensioniert sind, so dass die Fokussierung an beispielsweise einer D2X deutlich schneller vonstatten geht als an einer D70.
Am hinteren Ende, nahe des Blendenrings, befindet sich der AF-/MF-Umschalter, mit dem zwischen Autofokus und manuellem Fokus umgeschaltet werden kann. Beim umschalten wird der hintere Tubus gedreht. Die Einstellung ist parallel zur Einstellung am Kameragehäuse vorzunehmen. In der AF-Einstellung wird der Schiebezoomring vom AF abgekoppelt (alles andere wäre bei einem Einringzoom auch höchst unpraktikabel). Das macht den Wechsel von Querformat ins Hochformat bei Freihandaufnahmen äußerst komfortabel: Die Hand kann am Zoomring bleiben und das Objektiv wird einfach gedreht - ähnlich wie bei einer Stativschelle, die an diesem Objektiv trotz des relativ hohen Gewichts von fast 1,3 kg nicht vorhanden ist. Im Freihandbetreib sollte das kein Problem machen, da man immer am Objektiv führt. Im Stativbetrieb kann das schiere Gewicht, das am Kamerabajonett zerrt, aber schon ungute Gefühle hervorrufen - berechtigterweise oder nicht. Verschiedene Hersteller bieten Nachrüst-Stativschellen für dieses Objektiv an. Diese sind allerdings recht teuer.
Das Objektiv hat kein Bajonett für eine Streulichtblende. Hier findet die Metall-Einschraubblende HN-28 Verwendung. Da sich die Frontlinse mit dem Objektivtubus beim Fokussieren (nicht jedoch beim Zoomen) dreht, ist die HN-28 nicht tulpenförmig.
AF Zoom-Nikkor 80-200mm f/2.8 D ED ("D-Schiebezoom")

D-Schiebezoom mit Kirk EZ360 Stütze
Foto: Edwin Leong / camerahobby.com
Bei diesem Objektiv wurde der Fokusbegrenzer-Ring durch einen Schiebeschalter in der Nähe der Frontlinse erstezt. Dieser Schiebeschalter bietet die Einstellungen FULL (voller Fokussierbereich) und LIMIT (begrenzter Fokussierbereich). Die Frontlinse rotiert beim Fokussieren, nicht aber beim Zoomen. Von außen ist das nicht direkt erkennbar, da sich die Frontlinse im Objektivtubus dreht. Anders gesagt: Der Tubus ragt ein Stück über die Frontlinse heraus und dreht sich nicht mit. Als Streulichtblende wird die Bajonettblende HB-7 verwendet. Sie ist nicht tulpenförmig, obwohl dies möglich wäre, da sich das Bajonett nicht dreht. Mittlerweile werden von verschiedenen Herstellern auch tulpenförmige Streulichtblenden für das HB-7-Bajonett angeboten.
Die optische Konstruktion blieb unverändert. Auch bei diesem Modell ist keine Stativschelle vorhanden.
Eine weitere leicht erkennbare Veränderung besteht darin, dass das gesamte Objektiv mit "Sprenkel"-Lack überzogen ist (beim Vorgängermodell war nur der Tubus an der Frontlinse, also vor dem Zoomring, derart lackiert).
Das Objektiv fokussiert etwas schneller als sein Vorgängermodell.
AF Zoom-Nikkor 80-200mm f/2.8 D ED (Drehzoom)

Drehzoom
Bild: luny / Lucy and AJ
Der Fokusbegrenzer blieb unverändert; der AF-MF-Umschalter wanderte zwischen Fokussier- und Zoomring und dreht nun nicht mehr den ganzen hinteren Tubus, sondern ist als Ringschalter ausgebildet.
Wie beim Vorgängermodell ist die Frontlinse im Tubus "versenkt" und dreht beim Fokussieren, nicht aber beim Zoomen. Auch hier wird die Streulichtblende HB-7 am Tubusbajonett montiert.
Ich persönlich benutze eine 77mm-Metall-Einschraubblende (der Tubus besitzt ein Filtergewinde), da die HB-7-Blende für meine Begriffe zu voluminös und instabil ist.
Die Autofokus-Geschwindigkeit wurde nochmals erhöht (sie hängt natürlich noch immer auch von der Stärke des kameraseitigen AF-Motors ab).
AF-S Zoom Nikkor 80-200mm f/2.8D IF-ED
Das AF-S Zoom Nikkor 80-200mm f/2.8D IF-ED wurde Anfang 1998 vorgestellt. Es ist eine Neukonstruktion mit 18 Elementen in 14 Gruppen und Ultraschallantrieb (AF-S). Das Objektiv ist innenfokussiert.
Durch den AF-S-Fokusantrieb wurde der Autofokus nochmals schneller, auch ist die Geräuschentwicklung beim Fokussieren viel geringer. Die Fokussiergeschwindigkeit hängt nun auch nicht mehr von der Strärke des AF-Motors der Kamera ab.
Dank AF-S kann jederzeit in den Fokussiervorgang eingegriffen werden (manual focus override). Die Autofokusmodi sind demnach M (voll manuell) und M/A (Autofokus mit manueller Eingriffsmöglichkeit). Das Objektiv verfügt außerdem über drei Focus-Lock-Schalter, mit denen der Fokussiervorgang jederzeit unterbrochen werden kann.
Auch dieses Objektiv besitzt einen Fokusbegrenzer (FULL und ∞-2,5m).
Das Objektiv besitzt eine abnehmbare Stativschelle.
Im Vergleich zu seinen Vorgängern wiegt es fast 300 g mehr.
Als Streulichtblende findet die tulpenförmige Bajonettblende HB-17 Verwendung.
Das Objektiv wurde auch in hellgrau angeboten - ob man da optisch mit den Canon-Objektiven "gleichziehen" wollte?
Fazit ohne Fazit

AF-S Zoom Nikkor 80-200mm f/2.8D IF-ED
Bild: Elias Nourry / Red-Sky
Die Schiebezoom-Varianten werden heute relativ billig gehandelt. Wem Autofokus-Schnelligkeit nicht wichtig ist und wer sich am Fokussiergeräusch sowie dem fehlenden Manual Focus Override nicht stört, kann mit diesen Objektiven Profigeräte mit entsprechenden Abbildungsleistungen günstig erreichen.
Das erste Schiebezoom, so wird berichtet, fokussiert allerdings deutlich langsamer als die D-Version. Ich selbst besaß die D-Version und stieß damit hier und da an die Grenzen, beispielsweise bei Radsport - was aber auch am vergleichsweise schwachen AF-Motor der D70s gelegen haben könnte.
Wer viel mit dem Stativ fotografiert, sollte darüber nachdenken, mindestens den Nachfolger, das Drehringzoom, zu verwenden, denn dieses verfügt über eine Stativschelle. Nachrüstschellen oder -stützen für die Schiebezoom-Varianten sind um 150 € erhältlich und im Handling nicht so komfortabel wie die integrierten der Nachfolger. Ein eventueller Preisvorteil beim Objektivkauf kannn so schnell zusammenschrumpfen.
Das Drehring-Zoom ist die fortgeschrittenste Variante vor dem AF-S. Es fokussiert schneller und leiser als die Schiebezoom-Varianten. Es ist im Vergleich zum AF-S günstig zu erhalten, und wenn man nicht das letzte Quentchen Fokussiergeschwindigkeit benötigt, ein sehr angenehmes Objektiv. An der D200 habe ich keinerlei AF-Probleme bei Radsport. Ein Vorteil des Drehzooms gegenüber der AF-S-Avriante kann für manchen durchaus auch darin liegen, dass die Linse fast 300 g leichter und bei jeweils montierter Streulichtblende wesentlich kürzer (und damit unauffälliger) als beim AF-S ist.
Beim Kauf eines gebrauchten Objektivs muss man immer achtsam sein - das versteht sich von selbst. Bei den Schiebezoom-Varianten sollte man jedoch noch aufmerksamer sein. Wenn die vordere Linsengruppe klappert und wackelt, kann das auf das baldige Ableben des Objektivs deuten - kann, muss aber nicht. Im Zweifelsfalle kann eine kompetente Werkstatt zuverlässigere Aussagen liefern als ich hier.
Falls ein Schiebezoom mal defekt sein sollte, kann das durchaus das Ende bedeuten, weil einige Ersatzteile nicht mehr erhältlich sind. Mir ist das mit meinem D-Schiebezoom so ergangen: Sturz aus einem Meter auf Beton. Die Zoom-Mechanik hakte an einer Stelle. An und für sich wäre das reparabel gewesen, aber das erforderliche Ersatzteil konnte trotz intensiver Bemühungen seitens Nikon einfach nirgendwo mehr aufgetrieben werden. Das war das Ende für das Objektiv: Wirtschaftlicher Totalschaden.
Für das kleine Budget kann ein Schiebezoom dennoch eine Alternative sein - so günstig kommt man sonst wohl kaum an ein lichtstarkes Telezoom.
Die Gläser hatten den Sturz übrigens überstanden, auch die Tuben hatten keine sichtbaren Beschädigungen, lediglich die Metall-Streulichtblende war verbogen und saß im Filtergewinde fest. Heavy duty eben...
UPDATE Dominik F. schickte einen Erfahrungsbericht zum Drehzoom und AF-S an der D700. Vielen Dank.
Ich hatte selbst jahrelang das AF-D, erst in der Schiebezoom an der 801, später dann das Drehzoom an 801 und D70s in Verwendung, und war von der gelieferten Qualität begeistert.
Im April letzten Jahres kam dann eine D700 dazu. Mit der Kombination D700 - Drehzoom fokussierte die Kamera zwar im Sucher exakt, aber das Bildergebnis zeigte eine Abweichung bis 10cm im Nahbereich(1,5m - ca. 10m) bei Brennweiten über 130mm bis 200mm. Zunehmende Abweichung bis Blende 11, ab F16 erst wieder abnehmend.
Mit der kamerainternen Justiermöglichkeit war dem Fehler nicht beizukommen, da die Verstellmöglichkeit nicht ausreichte.
Verschiedene Foren wiesen auf eine Fokusverschiebung beim Abblenden eben bei diesem Objektiv hin. Der telefonisch befragte Nikonservice wusste von nichts und riet zur Einsendung von Kamera und Objektiv. Hab ich dann auch gemacht - Kamera/Objektiv kamen nach 4 Wochen zurück mit dem Hinweis: alles technisch einwandfrei, aber keine Justiermöglichkeit bei dieser Kombination.
Ich hab mich dann eine zeit lang damit beholfen, dass ich auf die Nasenspitze
scharfgestellt habe, wenn ich die Augen scharf haben wollte. Dass dies auf Dauer recht unbefriedigend ist, dürfte klar sein, und so bin ich vor kurzem auf ein gebrauchtes AF-S 80-200 umgestiegen. In Kurzform: stellt scharf, wo es sein muss, noch etwas schärfer und kontrastreicher, als die Vorgängerversionen. Die vielbeklagte Vignettierung kann ich durch die kamerainterne Korrektur an der D700 nicht feststellen. Einzig in den Ecken ist ein eindeutiger Schärfeverlust feststellbar - bin jedenfalls begeistert.
Merkwürdigerweise scheint der Fehler nur am FX-Chip aufzutreten - beim Einsatz meiner alten Drehzoom-Version an einer D300 war der Effekt nicht, oder nur in geringem Umfang feststellbar.
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26 Kommentare
ich war auch lange am überlegen welches Zoom ich denn nun nehme. Durch einiges Lesen in der fotocommunity tendierte ich dann doch zum 70-200 F2.8 VR... Dazu kam ein Trip nach London mit der Firma und da sah ich es dann im Schaufenster von jessops und konnte mich nicht mehr beherschen und habe im rausgehen dann noch ne D700 gleich mitgenommen ;-) ... meine Freundin sah mich danach etwas komisch an... Ich kaufe mir lieber was qualitativ hochwertiges und dies führte dann zu dieser meiner Entscheidung und ich bin begeistert. London Eye mit Feuerwerk waren meine ersten Fotos und ich bin begeistert über die Lichtstärke.
Auf der Nikon-Homepage wird im aktuellen Programm kein 80-200er mehr gelistet. Im Handel werden weiterhin AF 80-200er als Neuware angeboten. Auf ebay wird ein AF-S(!) angeboten, daß Anfang 2009 als Neuware gekauft worden sei.
Meine Frage wäre also, bis wann wurden das AF und das AF-S jweils produziert bzw. beliefert Nikon derzeit noch Händler mit Neuware als AF oder AF-S 80-200mm?
"[...] sobald das Objektiv nicht mehr auf unseren Webseiten erscheint, ist es auch nicht mehr im Lieferprogramm. Leider können wir Ihnen keine Auskunft darüber geben, wie lange die Objektive produziert wurden. Wir bitten um Ihr Verständnis. Es hat ein nur AF-80-200mm und ein AF-S 80-200mm gegeben. Das AF-S 80-200 ist in der 2.ten Hälfte des letzten Jahres in Deutschland zum letzten Mal ausgeliefert wurden. Möglicherweise hat der Händler das Objektiv demnach noch als Neuware vorrätig. [...]"
ich habe mir eben ein UR 80-200er gekauft über ebay, leider war keine Beschreibung mehr dabei und ich bin auch noch ein Neuling in der NIKON Gemeinde.
Meine Frage daher, muß der Blendenring immer auf 22 (orange) stehen oder gibts da einen besonderen Trick eine andere Blende einzustellen, sonst bekomme ich imm fEE angezeigt und es löst nicht aus oder ist was defekt...
danke für die hilfe im voraus.
lg peter
Bei Nikon-Kameras mit elektronischer Blendensteuerung, bei denen die Blende nicht über den Blendenring, sondern über die Kamera eingestellt wird, muss das Objektiv auf die kleinste Blende eingestellt werden. Die Blende wird dann über die Kamera eingestellt (Daumenrad).
Bei den größeren Kameras wie der D300 ist eine mechanische Blendensteuerung möglich. Dann wird die Blende, wie von früher gewohnt, über den Blendenring des Objektives eingestellt - sofern das Objektiv über eine Blendenring verfügt: Die G-Nikkore haben gar keinen mehr. Diese Einstellung über den Blendenring muss aber in der Kamera aktiviert werden.
Generell empfehle ich, auch einen Blick in die Bedienungsanleitung der Kamera und des Objektives zu werfen.
Hätte ich diese Seite früher gefunden, wären mir stundenlange Suchaktionen in diversen Foren erspart geblieben!
Vielen Dank und Grüße,
Geerd
LG
Andreas
Viele Grüße
Thomas
was deine reparaturerfahrungen angeht
nie auf das verlassen was euch der nikon möchtegern service sagt
mein 80-200 schienzoom hatt auch nen fallschaden - antwort von nikon - teile werden nicht mehr produziert kauf dir gefälligst was neues - zu glück kannte mein händler nen laden der auch noch ne ganze menge alte apparate verkauft und der konnte es dann reparieren - gott sei dank
ansonsten kann ich da objektiv nur jeden empfehlen - hat bei mir 25 jahre seinen dienst getan - einizgster "ärger" ich habe damals sowas um die 2000 duetschmark bezahlt heute bekommt mans für 300 euro in der bucht.
Also, ich hatte den Eindruck, dass sich die Jungs schon bemühen - die haben das Objektiv mehrere Wochen in ganz Deutschland herumgereicht... letztendlich war es für mich aber egal, da Versicherungsfall.
Gruß und Tschöööö
fOV
PS: Tolle Seite, bringt endlich Licht in den 80-200er Dschungel der Nikkore
das erste Zoom dieser Reihe habe ich heute noch klaglos im Einsatz. Ich habe es 1988 gekauft und seine wahren Qualitäten was den AF betrifft kommen erst heute an D-SLR erst so richtig zum Tragen. Denn an der F4 habe ich noch lieber manuell fokussiert, weil's da einfach "lahm" war.
Seit gut 2 Wochen habe ich ein 'Ur-80-200mm, ED 2,8' in Gebrauch, das ich vorher ausgiebig ausprobiert hatte.
Hier habe ich dann endlich die Informationen gefunden, die mit bisher gefehlt hatten.
Danke vielmals!


