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Tag: "k21"

Die letzte Nacht in Stuttgarts Schlo├čgarten

 Verfaßt am 16.02.12 um 10:10 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , , ,


In der Nacht des 15.02. wurde in Stuttgart der Schlo├čgarten ger├Ąumt und eingez├Ąunt. Entgegen einer Pressemittelung der Stuttgarter Polizei, in der bereits im Vorfeld gewaltt├Ątiger Widerstand bef├╝rchtet wurde, verlief die R├Ąumung bis auf eine kleinere Rangelei absteits des Schlo├čgartens friedlich. Das sei, so erkl├Ąrte Stuttgartes Polizeichef Z├╝fle, wesentlich auf das Verhalten der Besetzter zur├╝ckzuf├╝hren.
Die R├Ąumung bei Schneeregen lief in der Tat weitgehend friedlich und teilweise in einer fast schon gespentischen Stille, die aber immer wieder von "Unser Park!"-Rufen drurchbrochen wurde. Nach einer anf├Ąnglichen Volksfeststimmung lag ├╝ber dem Szenario eine gro├če Ernsthaftigkeit - und wohl auch Trauer und Wut um die Gewi├čheit, dass aller jahrelanger Protest am Ende der ├ťbermacht von Polizei, Bahn und Poltik letztendlich nichts entgegenzusetzen hatte.
Die meisten der um die tausend Protestierenden verlie├čen vor der zwangsweisen R├Ąumung den Park, laut Polizeiangaben mu├čten 79 Personen weggetragen oder -gef├╝hrt werden. Vier Besetzer hatten sich an B├Ąume gekettet, zwei S21-Gegner hatten sich einbetoniert.
Die zw├Âlf B├Ąume, die seit ├╝ber einem Jahr besetzt waren, wurden von Spezialeinheiten der Polzei ger├Ąumt.
Am Vormittag des 15.02. war der Park dann vollst├Ąndig von ger├Ąumt und, nach ├╝ber zweihundert Jahren als "Volksgarten", abgez├Ąunt. Unmittelbar nach der Abz├Ąunung begannen die ersten Baumf├Ąllarbeiten auf dem gel├Ąnde des Grundwassermanagement. Die Projekttr├Ąger schaffen weiterhin unumkehrbare Fakten, obwohl Teile des Prestigeprojekts noch nicht einmal planfestgestellt sind. Die Bahn k├Ânne, so Parksch├╝tzer-Sprecher Matthias von Hermman, auf der entstehenden Brache, ├╝ber ein Jahr lang nichts bauen. Auch der Schlichterspruch Heiner Gei├člers, der seinerzeit zu einer Befriedung des Konfliktes f├╝hrte, ist nun nichts mehr wert: Auch gesunde B├Ąume wurden bereits gef├Ąllt und nicht, wie im Schlichtungsspruch vereinbart, erhalten.
Am Ende bleibt den Gegnern die bittere Erkenntnis, letztendlich ganz real verloren zu haben.
Angesichts des bisherigen Verlaufs der Bauma├čnahmen, der Kostenentwicklung und des nach wie vor technokratischen Agierens von Poltik und Deutscher Bahn AG ist zu hoffen, dass die Protestbewegung, wie Sprecher Hannes Rockenbauch ank├╝ndigte, weiterhin die Finger in die Wunden des Prestigeprojekts Stuttgart 21 legen wird.

Anl├Ą├člich des Ereignisses zeigt realfragment eine Bildstrecke, die die ├╝bliche L├Ąnge etwas sprengt.


Ein letztes Mal: Oben bleiben!



Zwei Gegner haben es sich in einem Baum bequem gemacht



Keine brennenden Barikaden, sondern Feuer zum W├Ąrmen



Gut gemeinter Ratschlag der Polizei



Ausharren bei Temperaturen um den Gefrierpunkt



"Nie mehr Gr├╝n": Die Entt├Ąuschung ├╝ber Kretschmann sitzt bei vielen tief



Inaugenscheinnahme vor der R├Ąumung



"Wehrt euch, leistet Widerstand": Singen gegen Stuttgart 21



"Lieber abf├╝hren lassen als klein beigeben"



Ignoriert: Die Reihe Sitzblockierer wurde erst sp├Ąter ger├Ąumt



Politeikr├Ąfte beginnen mit der R├Ąumung der Zeltstadt



Polizei r├Ąumt Zeltstadt



R├Ąumung der Sitzblockade vor der Zeltstadt



Die Barrikade um die Zeltstadt hielt nicht lange stand



Standhaft bleiben: Letzte Sitzblockierer vor der Zeltstadt



R├Ąumung eines von Robin-Wood-Aktivisten besetzten Baumes



Oberster Baumf├Ąller Kretschmann



Was bleibt vom "Ja zu mehr B├╝rgerbeteiligung und Demokratie"?



Aufr├Ąumen im Schlo├čgarten: Das Protestcamp wird beseitigt



Entfernung eines Symbols, das vielen ein Dorn im gutb├╝rgerlichen Auge war
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400 Tage Stuttgart und eine Empfehlung

 Verfaßt am 17.11.11 um 16:47 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , , ,

Vor ├╝ber einem Jahr begannen in Stuttgart die Proteste am Bauzaun des Nordfl├╝gels des Bonatz-Baus. Damit wurde der Protest gegen Stuttgart 21, der sich schon Ende der 1990er Jahre artikulierte, auch ├╝berregional bekannt.

Seit August 2010 habe ich den Protest in Stuttgart fotografisch begleitet. In dieser Zeit haben sich viele Bilder und auch Erlebnisse ergeben. Grund genug, anl├Ą├člich der ersten Volksabstimmung in Baden-W├╝rttemberg eine kleine R├╝ckschau zu halten.

Und da ich als denkender Mensch mir auch eine Meinung erlaube, gibt es am Ende des Clips eine Empfehlung.


Dieses Video ist und bleibt werbefrei. Wer meine Arbeit unterst├╝tzen m├Âchte, darf mich gerne flattern.

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Kein Selbstverwirklichungscamp, daf├╝r aber Gottes Segen: Infotag und Kundgebung der IG B├╝rger f├╝r Stuttgart 21

 Verfaßt am 29.08.11 um 16:22 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , ,


Am 27.08.2011 veranstaltete die IG B├╝rger f├╝r Stuttgart 21 e.V. (in Gr├╝ndung) auf dem Stuttgarter Schlo├čplatz einen Infotag und eine Kundgebung f├╝r Stuttgart 21. Am Vormittag waren die St├Ąnde der IG B├╝rger f├╝r Stuttgart 21, der Unternehmer f├╝r Stuttgart 21, den Juristen f├╝r Stuttgart 21, des Turmforums, der Stiftung Rosenstein und von Respect 21 eher sp├Ąrlich besucht, was wohl auch dem immer schlechter werdenden Wetter zuzurechnen war.

Um 15 Uhr erreichte das Wetter mit starkem Regen seinen Tiefpunkt. Gleichzeitig fand der H├Âhepunkt der Veranstaltung, die Kundgebung, statt. Zu diesem Zeitpunkt waren sch├Ątzungsweise 200 Zuh├Ârer anwesend. Im weiteren Verlauf und mit zunehmenden Sonnenschein erh├Âhte sich die Zahl der Teilnehmer, unter denen aber auch un├╝bersehbar Gegner des umstrittenen Immobilien- und Bahnprojekts waren. Die Veranstalter sprechen von 1500 Teilnehmern, die Polizei geht von 500 Personen aus. Bis auf kleinere verbale Scharm├╝tzel blieben die Auseinandersetzungen zwischen Bef├╝rwortern und Gegnern aber aus.

Der erste Redner, Thomas Strobl, Landesvorsitzender der CDU, warf Landesverkehrsminister Hermann vor, mit den Parksch├╝tzern zu "kungeln", obwohl die Landesregierung Projektf├Ârderungspflichten unterl├Ąge. Damit sei Hermann "untragbar". Vor einer Volksbefragung, sollte sie denn kommen, habe man "keine Angst: Die Menschen in Stuttgart und in Baden-W├╝rttemberg wollen Stuttgart 21!"

Claus Schmiedel, Fraktionsvorsitzender der SPD im Landtag, sprach sich deutlich gegen SMAs und Gei├člers Alternativmodell aus: Stuttgart 21 habe den Stre├čtest bestanden, der kombinierte Kopf- und Durchgangsbahnhof hingegen sei eine "uralte Mottenkiste". Schmiedel wagte einen Blick in die ferne Zukunft. Seine Kinder, so Schmiedel, w├╝rden einmal stolz sagen "Unser Papa war dabei". An die Bef├╝rworter gerichtet, versicherte Schmiedel: "Wir k├Ânnen stolz sein, wir sind die Guten!" und gar "├ťber Stuttgart 21 liegt Gottes Segen!"

Florian Toncar, FDP-MdB des Wahlkreises B├Âblingen, konnte dem Alternativmodell ebenfalls nichts Gutes abgewinnen. Einen Konsens g├Ąbe es nicht, aber das Schlichtungsergebnis sei "glasklar": S21 sei 30% leistungsf├Ąhiger als der bestehende Kopfbahnhof. Der gr├╝nroten Landesregierung warf Toncar vor, dies genau zu wissen, aber nicht "den Mumm" zu haben, dies ihren W├Ąhler auch zu vermitteln. Den Gegnern attestierte er, st├Ąndig neue Forderungen zu stellen, weil ihnen dieses glasklare Ergebnis nicht passe. Im Hinblick auf eine Volksabstimmung k├╝ndigte Toncar an, dann "alles aufzubieten, was wir haben". Mit dem Mythen der Gegner m├╝sse dann "endlich mal aufger├Ąumt" werden.

Der letzte Redner, Stefan Kaufmann, MdB der CDU f├╝r den Wahlkreis Stuttgart-S├╝d, sagte mit Blick auf die Aktionen der S21-Gegner, man k├Ânne keine rechtsfreien R├Ąume dulden. Dies gelte auch f├╝r den Schlo├čgarten, der "kein Selbstverwirklichungscamp" sei. Generell m├╝sse "Schlu├č sein mit immer weiteren Protesten und Blockaden". Auch Kaufmann forderte von den Gr├╝nen, ihrer Pflicht und Verantwortung nachzukommen und ihren W├Ąhlern zu sagen, dass S21 "unumkehrbar" sei.

Die Veranstaltung wurde von Sebastian Heinel, einem der Vorsitzenden der IG B├╝rger f├╝r Stuttgart 21, moderiert. Zum Ende der Kundgebung war er sich sicher: "Dieser Tiefbahnhof ist das geilste, was hier in Stuttgart in den letzten f├╝nfzig Jahren passiert ist!"


Thomas Strobl (CDU): "Die Menschen in Stuttgart und in Baden-W├╝rttemberg wollen Stuttgart 21!"

 


Trotz schlechtem Wetter gute Laune: S-21-Bef├╝rworter bei der Kundgebung

 


Claus Schmiedel (SPD): "Unser Papa war dabei"



Bef├╝rworter und Gegner des umstrittenen Projekts auf der Kundgebung



Florian Toncar (FDP): Endlich mal aufr├Ąumen



Ludwigsburg f├╝r Stuttgart 21: Bef├╝rworter auf der Kundgebung



Stefan Kaufmann (CDU): Schlu├č mit Protesten und Blockaden



Ein Schl├╝ckchen f├╝r S21



Bef├╝rworter und Gegner diskutieren nach der Kundgebung



"Stuttgart 21 verbindet": Stand der Ingenieure f├╝r Stuttgart 21

 


Frauen f├╝r S21: Stand der IG B├╝rger f├╝r Stuttgart 21 e.V (in Gr├╝ndung)
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S21: "Viel zerst├Ârt - nichts gewonnen"

 Verfaßt am 27.08.11 um 14:15 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , , ,

Am 26.08.2011 demonstrierten in Stuttgart mehrere tausend Menschen gegen das umstrittene Bahn- und Immobilienprojekt Stuttgart 21. Die Veranstalter sprachen von 5000 Teilnehmern, laut Stuttgarter Zeitung z├Ąhlte die Polizei 4000 Personen.
Zum Jahrestag des Abrissbeginns des Nordfl├╝gels stand die Demonstration unter dem Motto “Viel zerst├Ârt - nichts gewonnen". Im Anschlu├č an die Kundgebung zogen die Teilnehmer ├╝ber den Schlo├čplatz in den Schlo├čgarten, wo sich die verschiedenen Aktionsgruppen mit St├Ąnden pr├Ąsentierten.
In Anspielung auf Ministerpr├Ąsident Kretschmann, der vor einigen Tagen von der Hoffnung auf ein “politisches Wunder” sprach, welches Stuttgart 21 in seiner jetzigen Form stoppen k├Ânnte, entz├╝ndeten die Teilnehmer Wunderkerzen.
Die Deutsche Bahn AG setzt derweil weniger auf ├ťbersinnliches als auf Taktieren. Obwohl die gr├╝nrote Landesregierung den Projekttr├Ągern ein Innehalten bis zur Volksabstimmung ans Herz legte, k├╝ndigte der neue Projektsprecher der Deutschen Bahn, Stefan Penn an, den Nordfl├╝gel lieber fr├╝her als sp├Ąter abrei├čen zu wollen - und das, obwohl das Geb├Ąude laut Planungsunterlagen der Bahn im gro├čen und Ganzen noch bis 2019 stehen bleiben sollte. Gleichzeitig ├╝berlegte Bahnchef Grube laut, diese Arbeiten “auszusetzen", stellte aber Bedingungen an die Landesregierung.
Mit diesem Verhalten setzt die Bahn ihre intransparente Politik fort. Bereits der Abriss des Nordfl├╝gels, das sich in diesen Tagen j├Ąhrt, war eher dem Wunsch, Fakten zu schaffen, geschuldet. Wie zwischenzeitlich bekannt ist, wurde seinerzeit der Abriss des Nordfl├╝gels trotz daraus entstehender Mehrkosten ohne bautechnischen Grund vorgezogen.

S21: 'Viel zerst├Ârt - nichts gewonnen'
Historischer Wasserwerfer der S21-Gegner auf der Kundgebung vor dem ehemaligen Nordfl├╝gel
S21: 'Viel zerst├Ârt - nichts gewonnen'
“…und dann gewinnst du": S21-gegnerin auf der Kundgebung am Hauptbahnhof
S21: 'Viel zerst├Ârt - nichts gewonnen'
Infomaterial der S21-Gegner
S21: 'Viel zerst├Ârt - nichts gewonnen'
Auftaktkundgebung vor dem ehemaligen Nordfl├╝gel des Stuttgarter Hauptbahnhofs
S21: 'Viel zerst├Ârt - nichts gewonnen'
Demozug zum Schlo├čgarten
S21: 'Viel zerst├Ârt - nichts gewonnen'
“…nichts gewonnen": Demospitze auf dem weg zum Schlo├čgarten
S21: 'Viel zerst├Ârt - nichts gewonnen'
Lautstark und rhymthmisch gegen Stuttgart 21
S21: 'Viel zerst├Ârt - nichts gewonnen'
“Kretschmanns Wunder” im Schlo├čgarten
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S21: Der harte Kern

 Verfaßt am 16.08.11 um 22:27 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , , , ,
Mehrere tausend S21-Gegner versammelten sich am 15.08. zur 87. Montagsdemo. Laut Heilbronner Stimme spricht die Polizei von 2.500, die Veranstalter von 4.500 Teilnehmern. Trotz der wieder aufgenommenen Baut├Ątigkeiten haben die Teilnehmerzahlen nicht wieder die St├Ąrke von vergangenem Sommer erreicht, als mehrere zehntausend Personen gegen das umstrittene Bauprojekt protestierten. Nat├╝rlich sind die tausende, die heute mit gleichbleibender Beharrlichkeit seit Monaten auf die Stra├če gehen, immer noch eine beeindruckende Menge. Die massenhafte Reichweite, die die Protestbewegung zu Zeiten der schwarzgelben Landesregierung unter Stefan Mappus hatte, scheint nun allerdings zu Ende zu gehen.
Der Druck auf die gr├╝n-rote Landesregierung w├Ąchst: 'Sie wurden gew├Ąhlt, um dieses Projekt zu verhindern'
Der Druck auf die gr├╝n-rote Landesregierung w├Ąchst: "Sie wurden gew├Ąhlt, um dieses Projekt zu verhindern"

Die Angst des Staates vor dem B├╝rger: S21-Gegner mit Kamera. Stuttgarts Polizeipr├Ąsident Z├╝fle spricht von 'Bildfallen'
Die Angst des Staates vor dem B├╝rger: S21-Gegner mit Kamera. Stuttgarts Polizeipr├Ąsident Z├╝fle spricht von "Bildfallen"
Wer heute, nach dem Machtwechsel (der in Sachen Stuttgart 21 nicht zu einer klaren Kehrwende f├╝hrte) und nach der Schlichtung (die im Grunde keine L├Âsung brachte, aber als Befriedung verkauft wurde), auf die Stra├če geht, d├╝rfte zu dem geh├Âren, was man den "harten Kern" des Protestes nennt. Diese R├╝ckkehr des Protestes zu seinen Wurzeln macht es denjenigen, die S21 nach wie augenscheinlich vor mit aller Macht und koste es, was es wolle (dies nicht nur im finanziellen Sinne!) durchdr├╝cken wollen, nat├╝rlich leicht, von einer "Minderheit" zu reden. Auch Stuttgarts Polizeipr├Ąsident Z├╝fle st├Â├čt in gleiche Horn, wenn er von einer "fanatisierten" Minderheit "die mit allen Mitteln - und zwar wirklich mit allen Mitteln - doch noch versucht, das Projekt zu stoppen", orakelt.
Nach wie vor wird die fehlende Transparenz von Politik und Projekttr├Ągern angeprangert. Wie Transparenz aussieht, zeigt ein S21-Gegner
Nach wie vor wird die fehlende Transparenz von Politik und Projekttr├Ągern angeprangert. Wie Transparenz aussieht, zeigt ein S21-Gegner
S21-Gegner nach der Kundgebung auf dem Schlo├čplatz
S21-Gegner nach der Kundgebung auf dem Schlo├čplatz
Ob sich der "harte Kern" wirklich der Militanz zuwendet? Zwei Dinge d├╝rften dagegen sprechen. Zum einen h├Ątte es in der Vergangenheit bereits bessere Gelegenheiten dazu gegeben. Man erinnere sich beispielsweise an die Tage nach dem "Schwarzen Donnerstag". In dieser Zeit h├Ątten gro├če Teile des "b├╝rgerlichen Fl├╝gels" eine Eskalation mitgetragen - zu gro├č wareen Ohnmacht, Emp├Ârung und Wut. Zum anderen aber hat sich die Protestbewegung zum weitaus ├╝berwiegenden Teil an den selbstgesetzten Aktionskonsens gehalten, was bei der bunten Mischung der Bewegung um so erstaunlicher und auch beeindruckender ist.
Demozug nach der Kundgebung: 'L├╝genpack'
Demozug nach der Kundgebung: "L├╝genpack"
Spontandemo vor der SPD-Landesverbandsstelle: Auch die neue Regierung wird ins Visier genommen
Spontandemo vor der SPD-Landesverbandsstelle: Auch die neue Regierung wird ins Visier genommen
Sicher ist: Die Protestbewegung hat zu ihrem "harten Kern" zur├╝ckgefunden. Der Protest des "harten Kerns" d├╝rfte h├Ąrter werden. Und manch einer d├╝rfte auch ├╝ber eine Neubewertung des Aktionskonsens nachdenken. Das "Suttgart brennt", d├╝rfte in der Zukunft jedoch genauso unwahrscheinlich sein, wie es sich in der Vergangenheit erwiesen hat. Den Gegnern d├╝rfte - neben den ethischen Aspekten - klar sein, dass eine gewaltsam gef├╝hrte Auseinandersetzung keine Option ist. Sie kennt nur Verlierer. Vor allem in den eigenen Reihen.
Beharrungsverm├Âgen: 'Jeden Montag Montagsdemo'
Beharrungsverm├Âgen: "Jeden Montag Montagsdemo"
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S21: Die Bahn baut weiter - der Protest geht weiter

 Verfaßt am 09.08.11 um 01:59 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , ,

Protest vor dem Grundwassermanagement
Am 08.08.2011 versammelten sich erneut mehrere tausend Menschen vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof, um gegen die Weiterf├╝hrung des umstrittenen Bauprojekts Stuttgart 21 zu protestieren. Die Polizei spricht von 3000, die Veranstalter von 4500 Teilnehmern. In Redebeitr├Ągen wurde erneut ein Baustopp gefordert und die Bahn f├╝r ihre unverminderte Baut├Ątigkeit kritisiert. Hans Heydemann von den Ingenieuren gegen S21 kritisierte, dass die Bahn entgegen fr├╝herer Zusicherungen und im Widerspruch zu den Auflagen der Aufsichtsbeh├Ârden keine korrosionsgesch├╝tzten Rohre f├╝r den Grundwassertransport verwende. Klaus Riedel, Mitbegr├╝nder der SPD-Mitglieder gegen S21, forderte die Gr├╝nen in der Landesregierung auf, es sich "nicht zu einfach" zu machen und alles auf die SPD zu schieben. An die SPD appellierte er, sich endlich den Fakten zu stellen - das "Mantra", alle SPD-Mitglieder seien pro S21, stimme schon lange nicht mehr. Die SPD d├╝rfe sich nicht nur hinter die Interessen von Immobilienhaien stellen. Elke Edelkott, ehemalige Sprecherin des Polizeipr├Ąsidium Stuttgart, appellierte an die Polizei, auf "Pfefferspray und Schlagstock" zu verzichten.Die S21-Gegner erinnerte Edelkott an den Aktionskonsens der Protestbewegung: "Wir sind friedlich - insbesondere ist die Polizei nicht unser Gegner!"

Hans Heydemann, Ingenieure gegen S21: Bahn h├Ąlt sich weder an Zusagen noch an Auflagen

Klaus Riedel, SPD-Mitglieder gegen S21: SPD muss sich den Fakten stellen

Elke Edelkott, ehemalige Sprecherin des Polizeipr├Ąsidium Stuttgart: Auf Pfefferspray und Schlagstock verzichten
Unterdessen wird die Protestbewegung auf eine harte Probe gestellt. In der Nacht zum Dienstag sorgte erh├Âhte Polizeibewegung am Grundwassermanagement und am S├╝dfl├╝gel f├╝r Aufregung unter den Gegnern. Laut Stuttgarter Nachrichten will die Bahn am fr├╝hen Dienstagmorgen ihre Arbeiten am Grundwassermanagement fortsetzen. Die S21-Gegner rechnen mit einem Gro├čaufgebot der Polizei vor Ort. Die Polizei hatte vor einigen Tagen in einer Erkl├Ąrung angek├╝ndigt, das Mi├čachten von polizeilichen Aufforderungen nicht zu dulden. Die Polizei werde ÔÇ×n├Âtigenfalls k├Ârperliche Gewalt anwenden und bei Bedarf Pfefferspray einsetzen oder gar den Einsatzstock benutzenÔÇť.

Kundgebung vor dem Hauptbahnhof: Ich liebe mein Stuttgart
Kundgebung vor dem Hauptbahnhof: Unser Top-Bahnhof

Polizei bewacht Gel├Ąnde des Grundwassermanagement

Demozug zum Schlo├čgarten

Symbolische Sitzblockade vor dem Grundwassermanagement

Gegen Abend war die Stimmung im Park noch entspannt

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