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Tag: "s21"

Kein "Friede in Stuttgart"

 Verfaßt am 02.08.11 um 02:07 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , , ,
Kein 'Friede in Stuttgart'
Kein 'Friede in Stuttgart'
Kein 'Friede in Stuttgart'
Kein 'Friede in Stuttgart'
Kein 'Friede in Stuttgart'
Am 01.08.2011 demonstrierten mehrere tausend Menschen auf der nunmehr 85. traditionellen Montagsdemo gegen das Prestigeprojekt Stuttgart 21. In Redebeitr√§gen wurde erneut betont, dass die Schlichtung gezeigt habe, dass der geplante Tiefbahnhof keinesfalls den selbstgesteckten Anforderungen gen√ľge. Das Vorgehen der Bahn, Auftr√§ge in Millionenh√∂he zu vergeben, ohne den Alternativvorschlag von Heiner Gei√üler und SMA, einen reduzierten Tiefbahnhofes mit dem bestehenden Kopfbahnhof zu kombinieren, wenigstens zu pr√ľfen, bezeichnete BUND-Regionalgesch√§ftsf√ľhrer Gerhard Pfeifer als Affront. Er forderte Ministerpr√§sident Kretschmann (Gr√ľne) auf, angesichts dieses Verhaltens aus den Vertr√§gen mit den S21-Projekttr√§gern auszusteigen. Der Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Mathias Oomen, kritisierte in einer k√§mpferischen Rede Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) f√ľr die ungepr√ľfte pauschale Ablehnung des Alternativvorschlags von Gei√üler und SMA. Auch Stuttgarts Oberb√ľrgermeister Schuster lie√üe "nun jede Maske fallen" - es ginge ihm "nur um die Gesch√§fte der Immobilienhaie". Auch wenn der Protest nach der zweiten Schlichtung nicht mehr zehntausende auf die Stra√üe bringt, so ist die Kontroverse um Stuttgart 21 noch lange nicht zu Ende. Insbesondere das kompromisslose Verhalten der Bahn d√ľrfte nicht gerade dazu beigetragen haben, die Gr√§ben in Stuttgart zumindest teilweise zu schlie√üen. Von einem "Frieden in Stuttgart", wie Heiner Gei√üler seinen durchaus nicht unumstrittenen Kompromi√üvorschlag betitelte, ist man derzeit noch weit entfernt. Doch wer wei√ü: Vielleicht ist die Kontroverse gerade jetzt, wo sich S21 angesichts eines Alternativvorschlags aus der Feder des Bahn-Gutachters SMA eben nicht als "bestgeplantes" und "alternativloses" Projekt entpuppt, n√∂tiger denn je.
Kein 'Friede in Stuttgart'
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S21: Tausende fordern "Baustopp f√ľr immer"

 Verfaßt am 09.07.11 um 20:15 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , , ,
Am 09.07.2011 nahmen bei bestem Sommerwetter mehrere tausend Menschen an einer Kundgebung gegen das umstrittene St√§dtebauprojekt Stuttgart 21 teil. Die Veranstalter hatten als Motto eine Maximalforderung ausgegeben: ‚ÄěBaustopp f√ľr immer‚Äú. Die Polizei spricht von 7.000, die Veranstalter von 15.000 Teilnehmern. Die heutige Kundgebung war eine der letzten M√∂glichkeiten, den Protest vor dem Ergebnis des Stre√ütests noch einmal massenhaft auf die Stra√üe zu tragen. In den letzten Tagen war einiges ins Rollen geraten: Nach dem Vorpreschen der Bahn, der Stre√ütest w√§re bestanden, dem unreflektierten √úbernehmen dieser Behauptung durch zahlreiche Medien, den √Ąu√üerungen des Schlichters Heiner Gei√üler, der Bahnhof werde sowieso gebaut und Berichten √ľber Kostenmanipulationen der Bahn stand die erneute Kritik am geplanten Tiefbahnhof und am Stre√ütestverfahren im Mittelpunkt der Veranstaltung. F√ľr viele Gegner d√ľrfte die heutige Kundgebung auch nochmal eine Selbstvergewisserung gewesen sein ‚Äď die Protestbewegung zeigte sich heute, dass sie noch da ist. Brigitte Dahlbender, Sprecherin des Aktionsb√ľndnis gegen Stuttgart 21, fa√üte in ihrem Redebeitrag die Kernkritikpunkte der Gegner noch einmal zusammen. Dahlbender forderte die Bahn auf, die vollst√§ndigen Kosten auf den Tisch zu legen. Theaterregisseur Volker L√∂sch rief dazu auf, den Protest fortzusetzen - durch Fakten alleine werde sich S21 nicht verhindern lassen. L√∂sch kritisierte Heiner Gei√üler als nicht neutral und nannte ihn einen "M√§rchenerz√§hler". Im Anschlu√ü an die Kundgebung wurde eine Menschenkette um den Stuttgarter Hauptbahnhof gebildet. Wegen eines zeitgleich stattfindenden Kinder- und Jugendfestivals auf dem Schlo√üplatz hatten die Veranstalter auf einen Demonstrationszug durch die Stadt verzichtet. Die Veranstaltung verlief nach Polizeiangaben ohne Zwischenf√§lle.









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Eskalation in Stuttgart: Gegner besetzen Baustelle [2. Update]

 Verfaßt am 21.06.11 um 12:42 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , , , ,
Ein S21-Gegner steht auf einem der besetzten Tanks des Grundwassermanagement
Ein S21-Gegner steht auf einem der besetzten Tanks des Grundwassermanagement
Am 20.11.2011 fand vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof die 79. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 statt. An der Kundgebung nahmen laut Polizei 3000 Menschen teil, der Veranstalter spricht von 7000. In Redebeitr√§gen wurde nochmals ein Baustopp bis zum Ergebnis des Stre√ütest gefordert. Au√üerdem liegt nach Ansicht der Gegner f√ľr die nunmehr doppelt zu f√∂rdernde Grundwassermenge keine Baugenehmigung mehr vor. Eine Klage des BUND in dieser Sache werde momentan vorbereitet. Auch das baden-w√ľrttembergische Umweltministerium ist der Ansicht, dass ein neues Planfeststellungsverfahren erforderlich ist.
S21-Gegner auf der Montagsdemo vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof
"Wer bewacht 17 Kilmometer Rohrleitungen?" S21-Gegner auf der Montagsdemo vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof
Ein Demonstrant diskutiert an einer Polizeiabsperrung nahe des Baugeländes mit einem PolizistenEin Demonstrant diskutiert an einer Polizeiabsperrung nahe des Baugeländes mit einem Polizisten
Nach der Kundgebung vor dem Hauptbahnhof zogen um die 1500 Personen zum Baugel√§nde des Grundwassermanagement und besetzten das Gel√§nde. Die Bahn wollte an diesem Tag mit dem Verlegen mehrerer Kilometer Rohre beginnen, durch die das Grundwasser unter der Baustelle im Schlo√ügarten abgepumpt werden soll, beginnen. Mehrere Aktivisten besetzten das Geb√§udedach und Tanks des Grundwassermanagements. Gegen Abend verlie√üen sie freiwillig das Dach und die Tanks und wurden in Gewahrsam genommen. Sie m√ľssen nun mit einer Anzeige wegen Landfriedensbruch rechnen.
S21-Gegner jubeln Aktivisten zu, die das Dach und Tanks des Grundwassermanagements besetzt haben
S21-Gegner jubeln Aktivisten zu, die das Dach und Tanks des Grundwassermanagements besetzt haben
Aktivisten auf einem der besetzten Tanks
"Bis zum bitteren Ende": Aktivisten auf einem der besetzten Tanks
Die Besetzer besch√§digten zahlreiches gelagertes Baumaterial. Aus den Reifen der Baufahrzeuge wurde die Luft gelassen, teilweise wurden Fahrzeuge mit Bauschaum besch√§digt. √úberschattet wurde die laut dem Sprecher der Parksch√ľtzer, Matthias von Hermann,‚Äěgel√∂ste Feierabendstimmung‚Äú, von einem Angriff mehrerer Personen auf eine Zivilstreife. Dabei wurde ein Beamter laut Polizei schwer verletzt. Ein B√∂ller f√ľhrte, ebenfalls nach Polizeiangaben, bei acht Beamten zu einem Knalltrauma. Unmittelbar in der N√§he stehende Demonstranten wurden allerdings offenbar nicht verletzt. Die Parksch√ľtzer sprechen auf ihrer Website von ‚Äědreisten Falschmeldungen‚Äú.
Der Zaun um das Baugelände des Grundwassermanagements wurde  umgerissenDer Zaun um das Baugelände des Grundwassermanagements wurde umgerissen
Mehrere hundert Menschen halten das Baugelände besetztMehrere hundert Menschen halten das Baugelände besetzt
Zu einer gespannten Situation kam es gegen 23 Uhr, als BFE-Kr√§fte ohne unmittelbar erkennbaren Anla√ü oder einen Ausfall auf das besetzte Gel√§nde unternahmen. Ein erregter Beamter k√ľndigte unter Hinweis auf die verletzten Kollegen an, beim kleinsten Anla√ü ‚Äěgehen wir jetzt rein‚Äú. In diesem Moment behielten die besonneneren Demonstranten die Kontrolle Nach einigen Minuten gespannter Stille zog sich die Polizei wieder zur√ľck.
Polizeikräfte sichern einen Durchgang zum Technikgebäude des Grundwassermanagements
Polizeikräfte sichern einen Durchgang zum Technikgebäude des Grundwassermanagements
Demonstranten haben ein Baufahrzeug besetzt.Demonstranten haben ein Baufahrzeug besetzt. Im Hintergrund das Technikgebäude, auf dessem Dach ein Besetzer zu sehen ist
Die Stimmung unter den Demonstranten war an diesem Tage zwar gel√∂st, aber auch zwiegespalten. W√§hrend die einen ‚Äěeinfach nur friedlich zeigen wollen, dass der Widerstand nicht am Ende ist‚Äú, war dies anderen offenbar nicht mehr genug. An diesem Tag, der laut eines Polizisten ‚Äěkein guter Tag‚Äú war, wurde jedenfalls eines klar: Der Protest gegen das Prestigeprojekt Stuttgart 21 ist noch nicht am Ende, und Teile der Protestbewegung sind nicht mehr bereit, sich auf demonstrieren zu beschr√§nken. Auch wenn sich viele ihrer Wut und Frustration, die teils sogar verst√§ndlich sein mag, gestern Luft verschafft haben: Dem Ansehen der Gegner, die sich bisher immer auf ihre Gewaltfreiheit beriefen, haben die illegalen Aktionen keinen guten Dienst erwiesen. UPDATE Mittlerweile hat ein Streit √ľber die Ereignisse begonnen. Auf Videos ist zu sehen, wie es zu einer Rangelei zwischen einem Zivilbeamten und einem Demonstranten kommt. Die Kontrahenten werden von Umstehenden getrennt und der Zivilbeamte wird von mehreren Demonstranten aus der Menge geleitet. Zu h√∂ren sind Rufe wie "Nimm die Knarre weg" und "Verpi√ü dich". Auf einem anderen Video ist zu sehen, dass der Zivilbeamte nach dem Vorfall in einem Polizeikrankenwagen sitzend telefoniert. Von den in der Polizeipressemitteilung genannten "Kopf- und Gesichtsverletzungen" ist zumindest auf diesen Bildern nichts zu sehen. Der taz sagte Polizeisprecher Steffen Keilbach, √§u√üerlich sehe der Beamte unverletzt aus, habe aber eine "schwere Verletzung am Kehlkopf durch Schl√§ge und Tritte". Nach Recherchen der Kontext:Wochenzeitung ist best√§tigt, das es sich bei dem auf den Videos zu sehenden Mann um den zivilen Ermittler handelte. Anhand der Videos ist schwer nachzuvollziehen, dass die Stuttgarter Staatsanwaltschaft wegen versuchter T√∂tung des Polizisten ermittelt. Andererseits zeigen die Bilder nur einen Auschnitt der Ereignisse. Dennnoch bleibt schwer vorstellbar, dass S21-Gegner versucht haben sollen, einem Menschen zu t√∂ten. Auf der Website der Aktiven Parksch√ľtzer bei-abriss-aufstand.de wird davon berichtet, dass der Zivilpolizist "sich an Rohren vergriff und die Demonstranten aufforderte, es ihm nachzutun". Die Parksch√ľtzer k√ľndigen einen ausf√ľhrliche Zeugenbericht mit eidesstattlicher Erkl√§rung an und fordern auf, Videos und Bilder von den Vorg√§ngen an sie zu schicken. Nach dem Schwarzen Donnerstag am 30.09.2010 wurde von Seiten der S21-Gegner immer wieder die Vermutung ge√§u√üert, die Polizei habe Agents provocateurs eingesetzt, um ihr hartes Vorgehen legitimieren zu k√∂nnen. Viele Gegner f√ľhlen sich durch die j√ľngeren Vorf√§lle best√§tigt. Die Polizei hatte seinerzeit in Pressemitteilungen von Angriffen mit Pflastersteinen auf Polizeikr√§fte berichtet, was sp√§ter zur√ľckgenommen werden musste. Mit dieser Erfahrung werden die j√ľngsten Verlautbarungen der Polizei werden von vielen kritisch wahrgenommen. Die Polizei hat den Einsatz von Agents provocateurs naturgem√§√ü stets verneint. 2. UPDATE Nach einer Pressekonferenz des Aktionsb√ľndnis gegen S21 (Videos bei Youtube: Teil 1, Teil 2, Teil 3) kann als gesichert gelten, dass ein Zivilpolizist in der Tat angegriffen worden ist. Auf der Pressekonferenz wurde von drei Faustschl√§gen in das Gesicht des Beamten gesprochen. Die Schwere der Verletzungen l√§√üt sich aus diesen Aussagen nat√ľrlich nicht herleiten. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart geht bei ihren Ermittlungen von versuchtem Totschlag aus. Weiterhin strittig bleiben jedoch andere Einzelheiten der Besetzung. W√§hrend das Polizeipr√§sidium Stuttgart in einer neuen Pressemitteilung ausdr√ľcklich an seiner Darstellung festh√§lt, pr√§sentierte das Aktionsb√ľndnis auf seiner Pressekonferenz Zeugenaussagen, die versicherten, dass der Zivilpolizist Umstehende zu Straftaten aufforderte. Ebenfalls wurde die Frage aufgeworfen, unter welchen Umst√§nden die Explosion eines Knallk√∂rper bei acht Polizeibeamten Sch√§den hervorrufen konnte, obwohl diese drei Mal weiter entfernt standen als Zeugen, die keine Sch√§den davontrugen. Unabh√§ngig von der Bewertung dieser weiter offenen Fragen erkl√§rte Matthias von Hermann f√ľr das Aktionsb√ľndnis, dass der Aktionskonsens verletzt worden sei. Das Aktionsb√ľndnis entschuldigte sich bei den Menschen, die bei der Besetzung des Greundwassermanagements zu Schaden gekommen sind.
Eskalation in Stuttgart: Gegner besetzen Baustelle
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Nach dem Machtwechsel: Baustopp in Stuttgart

 Verfaßt am 29.03.11 um 13:17 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: ,
Bilder der ersten Montagsdemo nach der Landtagswahl mit laut Veranstaltern 10000 Teilnehmern. Die Polizei spricht in ihrer Pressemitteilung von 2500 Personen. Heute hat die Deutsche Bahn AG einen Bau- und Vergabestopp bis zur Regierungsbildung im Mai bekanntgegeben. Entgegen aller anderslautender Bef√ľrchtungen sind bisher nach dem Machtwechsel weder die Lichter in Baden-W√ľrttemberg aus- noch das Abendland untergegangen.








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S21: Zum Abschied leise Servus?

 Verfaßt am 10.02.11 um 13:00 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , ,

Ein Baum wird direkt hinter der Mahnwache angehoben
In der Nacht zum 10.02.2011 wurden die Baumumpflanzungen vor dem Nordausgang des Stuttgarter Hauptbahnhofs fortgesetzt. Die Polizei war mit zahlreichen Kr√§ften, darunter auch berittene Polizei, vor Ort. Die S21-Gegner waren in dieser Nacht √ľberraschend schwach vertreten: Wo am Dienstag noch mehrere hundert Personen die Arbeiten stundenlang hartn√§ckig blockierten, waren heute kaum zwanzig Protestler anwesend. Nach einem kurzen Blockadeversuch, der sofort und entschlossen von der Polizei ger√§umt wurde, gingen die Arbeiten dann auch z√ľgig voran. Wenn von der geringen Anzahl der Gegner an diesem Morgen auf das Gros der Protestbewegung geschlossen werden k√∂nnte, so m√ľsste man vom Ende der Proteste sprechen. Ob der Widerstand wirklich am seinem Tiefpunkt angekommen ist, werden die n√§chsten regul√§ren Demonstrationen zeigen - eine Z√§sur war diese Nacht allemal.

Polizei sperrt Platz vor Nordausgang ab

Rondellumzäunung wird entfernt

Rundspatenmaschine im Einsatz

Abtransport eines ausgehobenen Baumes

Hier stand einmal ein Baum: Bereits asphaltierter ehemaliger Baumstandort
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S21: W√ľtender Protest begleitet Baumverpflanzung

 Verfaßt am 08.02.11 um 18:56 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , ,

In der Nacht zum 08.02.2011 versammelten sich vor dem Nordeingang des Stuttgarter Hauptbahnhofs mehrere hundert Menschen, um weiterhin ihre Gegnerschaft zum Prestigeprojekt "Stuttgart 21" zum Ausdruck zu bringe. Die Veranstalter sprechen von tausend Demonstranten, die Polizei von 500.
Wie von den Projekttr√§gern angek√ľndigt, wurde am 08.11. mit dem Ausgraben der B√§ume vor dem Nordeingang begonnen. Dabei kamen Rundspatenmaschinen zum Einsatz. Die Projekttr√§ger betonten, dass das Verpflanzen der B√§ume ein Entgegenkommen an die S21-Gegner sei ‚Äď verpflichtet seien sie dazu nach den Schlichtungsgespr√§chen nicht. Die Parksch√ľtzer als Teilmenge der Protestbewegung erkl√§rten dazu in einer Pressemitteilung, dass sie die Baumverpflanzungen grunds√§tzlich ablehnen, weil das Projekt "Stuttgart 21" als Ganzes abzulehnen sei. "So w√ľrde [...] der Regionalverkehr massiv geschw√§cht und Geld f√ľr sinnvollen Schienenausbau im ganzen Land w√ľrde in Milliardenh√∂he fehlen. Versp√§tungen w√§ren wegen. der komplizierten Streckenf√ľhrung [...] vorprogrammiert. Hinzu kommen die Gef√§hrdung der Stuttgarter Mineralw√§sser und die geologischen Risiken durch quellf√§higen Gipskeuper. Der Schlossgarten und der Bonatzbau sollen Stuttgart 21 teilweise zum Opfer fallen." Kritisiert wird zudem, dass das Umpflanzen der B√§ume ohne begleitende Ma√ünahmen, die Monate zuvor begonnen werden m√ľssen, eher eine PR-Ma√ünahme sei. Die wesentlich gr√∂√üeren B√§ume im Schlo√ügarten k√∂nnen zudem mittels Rundspatenmaschinen nicht umgepflanzt werden.
Zwar folgten die Projekttr√§ger ihrem Versprechen, zuk√ľnftig transparenter zu agieren, indem sie den Termin der Baumverpflanzungen ank√ľndigten. Die Arbeiten, die unter massivem Polizeiaufgebot um gegen drei Uhr morgens beginnen sollten, hatten dennoch einen "Nacht-und-Nebel"-Charakter.
Die Demonstranten blockierten mehrmals den Zufahrtsweg zur Baustelleneinfahrt. Die Bem√ľhungen des Anti-Konflikt-Teams der Polizei konnten auf entschlossene Blockierer keinen gro√üen Eindruck machen. Mehrere Blockaden wurden daher unter Anwendung k√∂rperlicher Gewalt ger√§umt.
Als die Polizei das Gelände mit Hamburger Gittern abgrenzen wollte, stellten sich den Beamten immer wieder zahlreiche Menschen in den Weg. Es kam zu Umzingelungen der Polizeikräfte und teilweise heftigen Rangeleien. Bei manchen Beamten lagen in diesen Situationen sichtlich die Nerven blank, stellenweise konnte man den Eindruck gewinnen, die Polizeikräfte seien nicht Herr der Lage. Die Polizeikräfte gingen dabei immer wieder massiv gegen die Menschenmengen vor.
Nach Eingrenzung des Gel√§ndes beruhigte sich die Lage weitgehend. Als die Rundspatenmaschinen das Gel√§nde verlasssen wollten, bildeten sich erneut Sitzblockaden. Die Maschinen wurden dann √ľber das Gel√§nde der Baden-W√ľrttembergische Landesbank geleitet. Sp√§ter war die Anzahl der Protestierenden soweit zur√ľckgegangen, dass die Polizei die Rundspatenmaschinen √ľber die Heilbronner Stra√üe fahren lie√üen. Bei der Ausfahrt einer Maschine kam es zu einem Unfall, als der Baum bei Ausschwenken ein Hamburger Gitter mit sich durch die Menge zog. Ein Polizeibeamter wurde dabei von der Wucht des ausschwenken Baums umgeworfen.
Zu Beginn der Baumaßnahmen wurde ein Bautransporter, der Gitter anliefern sollte, blockiert. Der hochgradig erregte Fahrer des Wagens bedrohte daraufhin S21-Gegner mit einem Hammer. Nach einigen Minuten konnte die Lage durch besonnene Protestler beruhigt werden. Die Blockade des Fahrzeugs dauerte bis Mittag an, da sich Personen unter dem Lastwagen befanden und sich an diesem fixiert hatten.
Am Nachmittag wurde ein besetzter Baum von der Polizei ger√§umt. Die Arbeiten sollen die unbest√§tigten Angaben zufolge die Nacht hindurch weitergef√ľhrt werden, mit weiteren Protesten ist zu rechnen.
In einer Pressemitteilung dementiert die Polizei Medienberichte, in denen im Zusammenhang mit den R√§umungen von Gewalt und Schlagstockeinsatz berichtet wurde. Der Sprecher der Parksch√ľtzer, Matthias von Herrmann, erkl√§rte dazu, es handele sich um eine Fehlmeldung aufgrund einzelner Augenzeugenberichte √ľber Schlagstockgebrauch im Einzelfall. Nichtsdestotrotz sei die Polizei bei der R√§umung des Gel√§ndes mit unn√∂tiger H√§rte vorgegangen, so von Hermann.

Anti-Konflikt-Team versucht, Blockierer zum Räumen zu bewegen.
Anti-Konflikt-Team versucht, Blockierer zum Räumen zu bewegen.

Polizei eskortiert Rundspatenmaschine
Erste Blockade der Nacht
Erste Blockade der Nacht
Immer wieder: Menschen setzen sich der Polizei in den Weg
Immer wieder: Menschen setzen sich der Polizei in den Weg
Bei manchen Beamten lagen die Nerven erkennbar blank
Bei manchen Beamten lagen die Nerven erkennbar blank
Abtransport eines Baumes mit der Rundspatenmaschine
Abtransport eines Baumes mit der Rundspatenmaschine
Blockierer hat sich am Fahrzeugboden eines Lastwagens fixiert
Blockierer hat sich am Fahrzeugboden eines Lastwagens fixiert
Sitzblockade vor der Baustellenausfahrt
Sitzblockade vor der Baustellenausfahrt
Abtransport zweier B√§ume √ľber das Gel√§nde der Landesbank Baden-W√ľrttemberg
Abtransport zweier B√§ume √ľber das Gel√§nde der Landesbank Baden-W√ľrttemberg
Konfrontation
Konfrontation
S21-Sprecher Wolfgang Dietrich (links) und Udo Andriof (Mitte) auf dem Weg zur Baustelle
S21-Sprecher Wolfgang Dietrich (links) und Udo Andriof (Mitte) auf dem Weg zur Baustelle
Rundspatenmaschine
Rundspatenmaschine
S21-Sprecher Udo Andriof vor Rundspatenmaschine
S21-Sprecher Udo Andriof vor Rundspatenmaschine
Rundspatenmaschine im Einsatz
Rundspatenmaschine im Einsatz
Kappen der Restwurzeln
Kappen der Restwurzeln
Verladen des ausgegrabenen Baumes
Verladen des ausgegrabenen Baumes
Unfall beim Abstransport: Baum schwenkt aus
Unfall beim Abstransport: Baum schwenkt aus
Morgendämmerung
Morgendämmerung

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Neujahrsempfang der baden-w√ľrttembergischen Landesregierung im Zeichen des S21-Protests

 Verfaßt am 14.01.11 um 22:49 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , , ,
Der Neujahrsempfang der baden-w√ľrttembergischen Landesregierung stand im Zeichen des Protest gegen das Prestigeprojekt Stuttgart 21. Mehrere hundert Menschen protesierten hinter einer Polizeiabsperrung lautstark gegen das Bauprojekt und erinnerten an den "Schwarzen Donnerstag". Bei der am 30.09.2010 aus dem Ruder gelaufenen R√§umung des Schlo√ügartens wurden mehrere hundert Menschen verletzt, ein Mann verlor sein Augenlicht. Immer wieder skandierten die Protestierer "Mappus weg" und "L√ľgenpack". Den eigentliche Adressaten, Ministerpr√§sident Stefan Mappus (CDU), erreichten diese Forderungen an diesem Abend nicht - er wurde nicht unter den ankommenden Personen gesehen.
Neujahrsempfang der baden-w√ľrttembergischen Landesregierung im Zeichen des S21-Protests
Draußen bleiben: Protestierer hinter der Polizeiabsperrung
Neujahrsempfang der baden-w√ľrttembergischen Landesregierung im Zeichen des S21-Protests
Gut gelaunt: Stuttgarts OB Schuster (links)
Neujahrsempfang der baden-w√ľrttembergischen Landesregierung im Zeichen des S21-Protests
Maskottchen: Drei Löwen und ein Anzug auf dem Weg zum Einsatz
Neujahrsempfang der baden-w√ľrttembergischen Landesregierung im Zeichen des S21-Protests
"Mappus weg": Lautstarker Protest vor dem Neuen Schloß
Neujahrsempfang der baden-w√ľrttembergischen Landesregierung im Zeichen des S21-Protests
Bem√ľtzt: Mitglieder von Studentenverbindungen beim Empfang
Neujahrsempfang der baden-w√ľrttembergischen Landesregierung im Zeichen des S21-Protests
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