realfragment
/blog/

Tag: "stuttgart"

Kein "Friede in Stuttgart"

 Verfaßt am 02.08.11 um 02:07 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , , ,
Kein 'Friede in Stuttgart'
Kein 'Friede in Stuttgart'
Kein 'Friede in Stuttgart'
Kein 'Friede in Stuttgart'
Kein 'Friede in Stuttgart'
Am 01.08.2011 demonstrierten mehrere tausend Menschen auf der nunmehr 85. traditionellen Montagsdemo gegen das Prestigeprojekt Stuttgart 21. In Redebeitr├Ągen wurde erneut betont, dass die Schlichtung gezeigt habe, dass der geplante Tiefbahnhof keinesfalls den selbstgesteckten Anforderungen gen├╝ge. Das Vorgehen der Bahn, Auftr├Ąge in Millionenh├Âhe zu vergeben, ohne den Alternativvorschlag von Heiner Gei├čler und SMA, einen reduzierten Tiefbahnhofes mit dem bestehenden Kopfbahnhof zu kombinieren, wenigstens zu pr├╝fen, bezeichnete BUND-Regionalgesch├Ąftsf├╝hrer Gerhard Pfeifer als Affront. Er forderte Ministerpr├Ąsident Kretschmann (Gr├╝ne) auf, angesichts dieses Verhaltens aus den Vertr├Ągen mit den S21-Projekttr├Ągern auszusteigen. Der Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Mathias Oomen, kritisierte in einer k├Ąmpferischen Rede Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) f├╝r die ungepr├╝fte pauschale Ablehnung des Alternativvorschlags von Gei├čler und SMA. Auch Stuttgarts Oberb├╝rgermeister Schuster lie├če "nun jede Maske fallen" - es ginge ihm "nur um die Gesch├Ąfte der Immobilienhaie". Auch wenn der Protest nach der zweiten Schlichtung nicht mehr zehntausende auf die Stra├če bringt, so ist die Kontroverse um Stuttgart 21 noch lange nicht zu Ende. Insbesondere das kompromisslose Verhalten der Bahn d├╝rfte nicht gerade dazu beigetragen haben, die Gr├Ąben in Stuttgart zumindest teilweise zu schlie├čen. Von einem "Frieden in Stuttgart", wie Heiner Gei├čler seinen durchaus nicht unumstrittenen Kompromi├čvorschlag betitelte, ist man derzeit noch weit entfernt. Doch wer wei├č: Vielleicht ist die Kontroverse gerade jetzt, wo sich S21 angesichts eines Alternativvorschlags aus der Feder des Bahn-Gutachters SMA eben nicht als "bestgeplantes" und "alternativloses" Projekt entpuppt, n├Âtiger denn je.
Kein 'Friede in Stuttgart'
Anzeige

Einen Kommentar hinterlassen »

Eskalation in Stuttgart: Gegner besetzen Baustelle [2. Update]

 Verfaßt am 21.06.11 um 12:42 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , , , ,
Ein S21-Gegner steht auf einem der besetzten Tanks des Grundwassermanagement
Ein S21-Gegner steht auf einem der besetzten Tanks des Grundwassermanagement
Am 20.11.2011 fand vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof die 79. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 statt. An der Kundgebung nahmen laut Polizei 3000 Menschen teil, der Veranstalter spricht von 7000. In Redebeitr├Ągen wurde nochmals ein Baustopp bis zum Ergebnis des Stre├čtest gefordert. Au├čerdem liegt nach Ansicht der Gegner f├╝r die nunmehr doppelt zu f├Ârdernde Grundwassermenge keine Baugenehmigung mehr vor. Eine Klage des BUND in dieser Sache werde momentan vorbereitet. Auch das baden-w├╝rttembergische Umweltministerium ist der Ansicht, dass ein neues Planfeststellungsverfahren erforderlich ist.
S21-Gegner auf der Montagsdemo vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof
"Wer bewacht 17 Kilmometer Rohrleitungen?" S21-Gegner auf der Montagsdemo vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof
Ein Demonstrant diskutiert an einer Polizeiabsperrung nahe des Baugel├Ąndes mit einem PolizistenEin Demonstrant diskutiert an einer Polizeiabsperrung nahe des Baugel├Ąndes mit einem Polizisten
Nach der Kundgebung vor dem Hauptbahnhof zogen um die 1500 Personen zum Baugel├Ąnde des Grundwassermanagement und besetzten das Gel├Ąnde. Die Bahn wollte an diesem Tag mit dem Verlegen mehrerer Kilometer Rohre beginnen, durch die das Grundwasser unter der Baustelle im Schlo├čgarten abgepumpt werden soll, beginnen. Mehrere Aktivisten besetzten das Geb├Ąudedach und Tanks des Grundwassermanagements. Gegen Abend verlie├čen sie freiwillig das Dach und die Tanks und wurden in Gewahrsam genommen. Sie m├╝ssen nun mit einer Anzeige wegen Landfriedensbruch rechnen.
S21-Gegner jubeln Aktivisten zu, die das Dach und Tanks des Grundwassermanagements besetzt haben
S21-Gegner jubeln Aktivisten zu, die das Dach und Tanks des Grundwassermanagements besetzt haben
Aktivisten auf einem der besetzten Tanks
"Bis zum bitteren Ende": Aktivisten auf einem der besetzten Tanks
Die Besetzer besch├Ądigten zahlreiches gelagertes Baumaterial. Aus den Reifen der Baufahrzeuge wurde die Luft gelassen, teilweise wurden Fahrzeuge mit Bauschaum besch├Ądigt. ├ťberschattet wurde die laut dem Sprecher der Parksch├╝tzer, Matthias von Hermann,ÔÇ×gel├Âste FeierabendstimmungÔÇť, von einem Angriff mehrerer Personen auf eine Zivilstreife. Dabei wurde ein Beamter laut Polizei schwer verletzt. Ein B├Âller f├╝hrte, ebenfalls nach Polizeiangaben, bei acht Beamten zu einem Knalltrauma. Unmittelbar in der N├Ąhe stehende Demonstranten wurden allerdings offenbar nicht verletzt. Die Parksch├╝tzer sprechen auf ihrer Website von ÔÇ×dreisten FalschmeldungenÔÇť.
Der Zaun um das Baugel├Ąnde des Grundwassermanagements wurde  umgerissenDer Zaun um das Baugel├Ąnde des Grundwassermanagements wurde umgerissen
Mehrere hundert Menschen halten das Baugel├Ąnde besetztMehrere hundert Menschen halten das Baugel├Ąnde besetzt
Zu einer gespannten Situation kam es gegen 23 Uhr, als BFE-Kr├Ąfte ohne unmittelbar erkennbaren Anla├č oder einen Ausfall auf das besetzte Gel├Ąnde unternahmen. Ein erregter Beamter k├╝ndigte unter Hinweis auf die verletzten Kollegen an, beim kleinsten Anla├č ÔÇ×gehen wir jetzt reinÔÇť. In diesem Moment behielten die besonneneren Demonstranten die Kontrolle Nach einigen Minuten gespannter Stille zog sich die Polizei wieder zur├╝ck.
Polizeikr├Ąfte sichern einen Durchgang zum Technikgeb├Ąude des Grundwassermanagements
Polizeikr├Ąfte sichern einen Durchgang zum Technikgeb├Ąude des Grundwassermanagements
Demonstranten haben ein Baufahrzeug besetzt.Demonstranten haben ein Baufahrzeug besetzt. Im Hintergrund das Technikgeb├Ąude, auf dessem Dach ein Besetzer zu sehen ist
Die Stimmung unter den Demonstranten war an diesem Tage zwar gel├Âst, aber auch zwiegespalten. W├Ąhrend die einen ÔÇ×einfach nur friedlich zeigen wollen, dass der Widerstand nicht am Ende istÔÇť, war dies anderen offenbar nicht mehr genug. An diesem Tag, der laut eines Polizisten ÔÇ×kein guter TagÔÇť war, wurde jedenfalls eines klar: Der Protest gegen das Prestigeprojekt Stuttgart 21 ist noch nicht am Ende, und Teile der Protestbewegung sind nicht mehr bereit, sich auf demonstrieren zu beschr├Ąnken. Auch wenn sich viele ihrer Wut und Frustration, die teils sogar verst├Ąndlich sein mag, gestern Luft verschafft haben: Dem Ansehen der Gegner, die sich bisher immer auf ihre Gewaltfreiheit beriefen, haben die illegalen Aktionen keinen guten Dienst erwiesen. UPDATE Mittlerweile hat ein Streit ├╝ber die Ereignisse begonnen. Auf Videos ist zu sehen, wie es zu einer Rangelei zwischen einem Zivilbeamten und einem Demonstranten kommt. Die Kontrahenten werden von Umstehenden getrennt und der Zivilbeamte wird von mehreren Demonstranten aus der Menge geleitet. Zu h├Âren sind Rufe wie "Nimm die Knarre weg" und "Verpi├č dich". Auf einem anderen Video ist zu sehen, dass der Zivilbeamte nach dem Vorfall in einem Polizeikrankenwagen sitzend telefoniert. Von den in der Polizeipressemitteilung genannten "Kopf- und Gesichtsverletzungen" ist zumindest auf diesen Bildern nichts zu sehen. Der taz sagte Polizeisprecher Steffen Keilbach, ├Ąu├čerlich sehe der Beamte unverletzt aus, habe aber eine "schwere Verletzung am Kehlkopf durch Schl├Ąge und Tritte". Nach Recherchen der Kontext:Wochenzeitung ist best├Ątigt, das es sich bei dem auf den Videos zu sehenden Mann um den zivilen Ermittler handelte. Anhand der Videos ist schwer nachzuvollziehen, dass die Stuttgarter Staatsanwaltschaft wegen versuchter T├Âtung des Polizisten ermittelt. Andererseits zeigen die Bilder nur einen Auschnitt der Ereignisse. Dennnoch bleibt schwer vorstellbar, dass S21-Gegner versucht haben sollen, einem Menschen zu t├Âten. Auf der Website der Aktiven Parksch├╝tzer bei-abriss-aufstand.de wird davon berichtet, dass der Zivilpolizist "sich an Rohren vergriff und die Demonstranten aufforderte, es ihm nachzutun". Die Parksch├╝tzer k├╝ndigen einen ausf├╝hrliche Zeugenbericht mit eidesstattlicher Erkl├Ąrung an und fordern auf, Videos und Bilder von den Vorg├Ąngen an sie zu schicken. Nach dem Schwarzen Donnerstag am 30.09.2010 wurde von Seiten der S21-Gegner immer wieder die Vermutung ge├Ąu├čert, die Polizei habe Agents provocateurs eingesetzt, um ihr hartes Vorgehen legitimieren zu k├Ânnen. Viele Gegner f├╝hlen sich durch die j├╝ngeren Vorf├Ąlle best├Ątigt. Die Polizei hatte seinerzeit in Pressemitteilungen von Angriffen mit Pflastersteinen auf Polizeikr├Ąfte berichtet, was sp├Ąter zur├╝ckgenommen werden musste. Mit dieser Erfahrung werden die j├╝ngsten Verlautbarungen der Polizei werden von vielen kritisch wahrgenommen. Die Polizei hat den Einsatz von Agents provocateurs naturgem├Ą├č stets verneint. 2. UPDATE Nach einer Pressekonferenz des Aktionsb├╝ndnis gegen S21 (Videos bei Youtube: Teil 1, Teil 2, Teil 3) kann als gesichert gelten, dass ein Zivilpolizist in der Tat angegriffen worden ist. Auf der Pressekonferenz wurde von drei Faustschl├Ągen in das Gesicht des Beamten gesprochen. Die Schwere der Verletzungen l├Ą├čt sich aus diesen Aussagen nat├╝rlich nicht herleiten. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart geht bei ihren Ermittlungen von versuchtem Totschlag aus. Weiterhin strittig bleiben jedoch andere Einzelheiten der Besetzung. W├Ąhrend das Polizeipr├Ąsidium Stuttgart in einer neuen Pressemitteilung ausdr├╝cklich an seiner Darstellung festh├Ąlt, pr├Ąsentierte das Aktionsb├╝ndnis auf seiner Pressekonferenz Zeugenaussagen, die versicherten, dass der Zivilpolizist Umstehende zu Straftaten aufforderte. Ebenfalls wurde die Frage aufgeworfen, unter welchen Umst├Ąnden die Explosion eines Knallk├Ârper bei acht Polizeibeamten Sch├Ąden hervorrufen konnte, obwohl diese drei Mal weiter entfernt standen als Zeugen, die keine Sch├Ąden davontrugen. Unabh├Ąngig von der Bewertung dieser weiter offenen Fragen erkl├Ąrte Matthias von Hermann f├╝r das Aktionsb├╝ndnis, dass der Aktionskonsens verletzt worden sei. Das Aktionsb├╝ndnis entschuldigte sich bei den Menschen, die bei der Besetzung des Greundwassermanagements zu Schaden gekommen sind.
Eskalation in Stuttgart: Gegner besetzen Baustelle
Anzeige

4 Kommentare »

56. Montagsdemo gegen S21: Barrierefrei geht anders

 Verfaßt am 14.12.10 um 19:34 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , , , ,
Dieser Artikel ist mir was wert: Was ist das?

Zur 56. Montagsdemo gegen das Prestigeprojekt Stuttgart 21 versammelten sich am 13.12. mehrere tausend Personen auf dem Arnulf-Klett-Platz am Hauptbahnhof Stuttgart. Die Veranstalter sprechen von gez├Ąhlten 5.000 Personen, die Polizei geht von 2.000 Teilnehmern aus.

In Redebeitr├Ągen von Gotthilf Lorch (Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Selbstbestimmte Behindertenpolitik DIE LINKE) und Alexander Drewes (Behindertenbeauftragter Fahrgastverband Pro Bahn) wurden die Defizite des geplanten Tiefbahnhofs bez├╝glich Barrierefreiheit thematisiert. Die Redner f├╝hrten aus, dass Stuttgart 21 mobilit├Ątseingeschr├Ąnkte Menschen vor gro├če Probleme stelle. Gerade auch in Hinsicht auf eine alternde Gesellschaft sei Stuttgart 21 eine Sackgasse.

Im Anschlu├č an die Kundgebung zogen mehrere hundert Demonstranten durch die Stadt zum Rathaus. Vor der Kulisse des Weihnachtsmarktes wurde erneut die Forderung nach einem Baustopp und Volksentscheid erhoben.

S21: Barrierefrei geht anders
Gotthilf Lorch (Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Selbstbestimmte Behindertenpolitik DIE LINKE)

 

S21: Barrierefrei geht anders
Alexander Drewes (Behindertenbeauftragter Fahrgastverband Pro Bahn)

 

S21: Barrierefrei geht anders
"S21: Barriere f├╝r alle"

 

S21: Barrierefrei geht anders
Hasen gegen S21

 

S21: Barrierefrei geht anders
Lautstarker Protest vor der CDU-Kreisgesch├Ąftsstelle

 

S21: Barrierefrei geht andersDer Protestzug bewegte sich ├╝ber den Weihnachtsmarkt...

 

S21: Barrierefrei geht anders
...zum Rathaus.

 

S21: Barrierefrei geht anders

 

S21: Barrierefrei geht anders

 

S21: Barrierefrei geht anders
Dieser Artikel ist mir was wert: Was ist das?

Anzeige

2 Kommentare »

Nach der Schlichtung: Protest plus gegen Stuttgart 21 plus

 Verfaßt am 12.12.10 um 16:51 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , , ,

Dieser Artikel ist mir was wert: Was ist das?
Protest plus gegen Stuttgart 21 plus
Victory-Zeichen nach der Schlichtung

Am 11.12.2010 versammelten sich laut Veranstalter ├╝ber 50.000 gez├Ąhlte Personen auf dem Arnulf-Klett-Platz vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof unter dem Motto "Stuttgart 21 ist ├╝berall - f├╝r eine Demokratie der B├╝rger!"
Die Polizei spricht wie mittlerweile gewohnt von einer weitaus niedrigeren Zahl: 16.000 Teilnehmern.

Protest plus gegen Stuttgart 21 plus
Gangolf Stocker vom Aktionsb├╝ndnis gegen Stuttgart 21 (Mitte) an der Spitze des Demozuges

Nach der Auftaktkundgebung zogen die S21-Gegner in einem Demonstrationszug ├╝ber die Schillerstra├če und die Konrad-Adenauer-Stra├če zum Charlottenplatz, weiter ├╝ber den City-Ring und ├╝ber die Roteb├╝hl- und die Theodor-Heuss-Stra├če zur├╝ck zum Hauptbahnhof. Gegen 17:00 Uhr wurde die Veranstaltung, die ohne Zwischenf├Ąlle verlief, beendet.

Protest plus gegen Stuttgart 21 plus
Kundgebung auf dem Arnulf-Klett-Platz

Trotz mehrerer zehntausend Teilnehmer hinterlie├č die Demo streckenweise einen kraftlosen, ja hier und da fast resignierten Eindruck. Auch der Redebeitrag des gr├╝nen Verkehrsexperten Boris Palmer ging teilweise in diese Richtung. Palmer rekapitulierte nochmals die Erfolge der Proteste und bekr├Ąftigte, dass man auf das erreichte stolz sein k├Ânne. Er verlie├č dabei den engen Stuttgart-21-Bezug und sah die Proteste als Teil einer B├╝rgerrechtsbewegung. Palmers ├äu├čerungen klangen stellenweise nach dem Versuch, die Proteste unter Gesichtswahrung zu einem w├╝rdigen Abschlu├č zu bringen, Wut und Zorn zu befrieden und noch einmal die gemeinsame St├Ąrke zu beschw├Âren. Palmer machte aber andererseits auch noch einmal klar, dass ein modernisierter Kopfbahnhof die bessere L├Âsung sei ÔÇô Stuttgart 21 dagegen sei ein ÔÇ×zerfledderter ZombieÔÇť, ein Projekt, das sich selbst erledige.

Protest plus gegen Stuttgart 21 plus
Boris Palmer spricht auf der Auftaktkundgebung

Das Bild des heutigen Tages ist gespalten: W├╝rde man allein von den heutigen Eindr├╝cken der Demo auf die Protestbewegung schlie├čen, so k├Ânnte man vermuten, dass der Zenit des Widerstands bereits ├╝berschritten sei. Andererseits sollte man nicht den Fehler machen, die St├Ąrke des Protestes nur an stetig steigenden Teilnehmerzahlen festzumachen. Die 100.000 Teilnehmer nach dem Schock des "schwarzen Donnerstag", der R├Ąumung des Parks mit mehreren hundert Verletzen, waren sicher den au├čergew├Âhnlichen Umst├Ąnden geschuldet. Dass heute 50.000 Menschen in K├Ąlte und Vorweihnachtszeit stundenlang friedlich auf die Stra├če gingen, sollte nicht kleingeredet werden. Dass der Widerstand gegen das Prestigeprojekt Stuttgart 21 seit Monaten immer wieder tausende und zehntausende mobilisieren kann, ist ebenfalls nicht unterzubewerten. In diesem Zusammenhang gesehen, ist der Widerstand eben nicht abgeflaut, sondern hat sich als kontinuierlich erwiesen.

Protest plus gegen Stuttgart 21 plusKnecht Ruprechte mit Geld-, Gier, und Immobiliensack

Welcher Eindruck sich letztlich bewahrheitet, werden die n├Ąchsten Wochen zeigen. Am 18.12. veranstalten die als radikaler geltenden Parksch├╝tzer eine Demonstration unter dem Motto "Kopfbahnhof 21 - den Menschen ein Wohlgefallen". F├╝r Januar n├Ąchsten Jahres hat das Aktionsb├╝ndnis weitere Proteste angek├╝ndigt.

Protest plus gegen Stuttgart 21 plus
Als Ministerpr├Ąsident Stefan Mappus (links) und Ministerin f├╝r Umwelt, Naturschutz und Verkehr, Tanja G├Ânner (rechts) maskierte Demonstranten
Dieser Artikel ist mir was wert: Was ist das?

Einen Kommentar hinterlassen »

Stuttgart 21: Erneut Verletzte bei Protest

 Verfaßt am 06.12.10 um 14:07 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , , , ,

Dieser Artikel ist mir was wert: Was ist das?
Stuttgart 21: Erneut Verletzte bei Protest

Am 04.12.2010 versammelten sich mehrere tausend Personen auf dem Stuttgarter Arnulf-Klett-Platz, direkt vor dem Hauptbahnhof, zu einer Kundgebung gegen das Prestigeprojekt Stuttgart 21. Die Veranstalter z├Ąhlten 10.000 Teilnehmer, die Polizei spricht im Polizeibericht von 3.000 Personen.

Nach Beendigung der Kundgebung, die unter dem Motto "Schlichtung ernst nehmen - Bau- und Vergabestopp jetzt!" stand, bewegten sich mehrere tausend Personen in einem Protestzug ├╝ber Charlottenplatz und Roteb├╝hlplatz zur Bolzstra├če und ├╝ber die K├Ânigsstra├če zur├╝ck zum Hauptbahnhof.
Vor dem B├╝ro des CDU-Kreisverbands kam es zu Rangeleien, nachdem Demonstranten die Stra├če blockierten und lautstark "Mappus weg" skandierten. Im Bereich des Schlo├čplatzes wurden Polizeiketten umgangen, teilweise war die Lage un├╝bersichtlich, nicht zuletzt wegen der gro├čen Anzahl von Passanten. Die Polizei zog sich stellenweise zur├╝ck.
Vor dem Neuen Schlo├č, in dem die Protestierenden Ministerpr├Ąsident Mappus vermuteten, wurde in Sprechch├Âren ein Baustopp gefordert. Nachdem die Menge bereits im Begriff war, sich aufzul├Âsen, kam es zu Auseinandersetzungen der Polizei mit den Demonstranten. Laut Polizeibericht versuchten mehrere Personen, eine Festnahme zu verhindern und traten dabei nach den Polzeikr├Ąften. Es kam zum Einsatz von Pfefferspray. Dabei wurden auch junge Teilnehmer verletzt; Zeugen sprachen von ├╝berdies blutig geschlagenen Nasen. Eine Frau st├╝rzte im Tumult und wurde ├╝berrannt. Laut Polizeibericht waren "mehrere Personen auf sie getreten". Vor Ort wurde davon gesprochen, dass Polizeikr├Ąfte ├╝ber die Verletzte gerannt waren, auch im Internet finden sich gleichlautende Schilderungen (z.B. hier.
Mehrere Rettungswagen waren im Einsatz, auch ein Gro├čraumrettungswagen war vor Ort. Nach der Esklalation l├Âste sich die Versammlung endg├╝ltig auf.

Stuttgart 21: Erneut Verletzte bei Protest
Nach der Kundgebung auf dem Arnulf-Klett-Platz...
Stuttgart 21: Erneut Verletzte bei Protest
zogen die Demonstranten zur bewachten CDU-Kreisverbandsstelle...

...und skandierten "Baustopp jetzt!" und "Mappus weg".
Stuttgart 21: Erneut Verletzte bei Protest
Hier kam es zu ersten Rangeleien.
Stuttgart 21: Erneut Verletzte bei Protest
Eine Polizeikette in der Bolzstra├če sperrte den Zugang zum Neuen Schlo├č, zu dem zahlreiche Protestler dann auf anderen Wegen gelangten.
Stuttgart 21: Erneut Verletzte bei Protest
Vor dem Neuen Schlo├č: Hier war die Lage noch ruhig...

...sp├Ąter kam es zu tumultartigen Szenen.
Stuttgart 21: Erneut Verletzte bei Protest
Auch Pfefferspray kam zum Einsatz...
Stuttgart 21: Erneut Verletzte bei Protest
...dieses M├Ądchen wurde vor Ort ├Ąrztlich versorgt.
Stuttgart 21: Erneut Verletzte bei Protest
Mehrere Rettungswagen waren im Einsatz.
Stuttgart 21: Erneut Verletzte bei Protest
Das Vorgehen der Polizei sorgte einmal mehr f├╝r Emp├Ârung auf Seiten der Demonstranten.
Dieser Artikel ist mir was wert: Was ist das?

Stuttgart 21: Erneut zehntausende auf der Stra├če

 Verfaßt am 23.10.10 um 23:00 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , , , ,
Dieser Artikel ist mir was wert: Was ist das?
Stuttgart 21: Demo vom 23.10.

Am 23.10.2010 protestierten laut Polizeiangaben rund 16.000 Menschen vor dem Hauptbahnhof gegen das Prestigeprojekt Stuttgart 21. Der Veranstalter spricht laut buntgrau von ├╝ber 50.000 Personen.
Nach der Kundgebung mit mehreren Rede- und Musikbeitr├Ągen zogen um die 2000 Menschen (Polizeiangabe) spontan zum S├╝dwestfunkgeb├Ąude, um gegen die, so die Demonstranten, unausgewogene Berichterstattung zu protestieren. Nach Verlesung mehrerer Redebeitr├Ąge l├Âste sich die Gruppe auf.
Eine weitere Gruppe von ca. 5000 Menschen (Polizeiangabe) zogen ebenfalls spontan in Richtung Landtag und ├╝ber den City-Ring wieder zur├╝ck zum Hauptbahnhof.
Zeitgleich zur Kundgebung der Gegner fand am Schlo├čplatz eine Kundgebung der Stuttgart 21-Bef├╝rworter mit ca. 7000 Personen (Polizeiangabe) statt.

Stuttgart 21: Demo vom 23.10.
Stuttgart 21: Demo vom 23.10.
Stuttgart 21: Demo vom 23.10.
Stuttgart 21: Demo vom 23.10.
Stuttgart 21: Demo vom 23.10.
Stuttgart 21: Demo vom 23.10.
Dieser Artikel ist mir was wert: Was ist das?

1 Kommentar »

Erneut zehntausende gegen Stuttgart 21

 Verfaßt am 10.10.10 um 01:58 Uhr, von , Kategorien: Bilder , Tags: , , , ,
Dieser Artikel ist mir was wert: Was ist das?
Erneut zehntausende gegen Stuttgart 21 auf der Stra├če
Erneut zehntausende gegen Stuttgart 21 auf der Stra├če

Am 09.10.2010 protestierten erneut zehntausende Menschen friedlich gegen das Prestigeprojekt Stuttgart 21. Mit dieser Demonstration konnten die Veranstalter nochmals mehr Menschen auf die Stra├če holen: Die Veranstalter sprachen von rund 150.000, die Polizei von 63.000 Teilnehmern. Neben der erneuten Forderung nach einem Baustopp richtet sich der Protest zunehmend gegen den baden-w├╝rttembergischen Ministerpr├Ąsidenten Mappus (CDU). Auf zahlreichen Plakaten wurde zudem das Vorgehen der Polizei bei der R├Ąumung des Parks am 30.09.2010 kritisiert, bei dem zahlreiche Personen zum Teil schwer verletzt wurden.

Erneut zehntausende gegen Stuttgart 21 auf der Stra├če
Erneut zehntausende gegen Stuttgart 21 auf der Stra├če
Dieser Artikel ist mir was wert: Was ist das?

2 Kommentare »

::

© Patrick G. Stoesser. Keine Verwendung ohne vorherige Genehmigung des Urhebers.
Impressum   |   Datenschutzhinweis
Powered by b2evolution   |   Skin based on asevo skin, modified and extended by Patrick G. Stoesser.