Sommerzeit: Kamera nicht vergessen
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Adobe Express Lizenzbedingungen: Nachbesserung in Sicht
Der Adobe Photoshop Senior Product Manager, John Nack, hat auf seinem Blog eine Mitteilung des Photoshop Express Teams veröffentlicht:
We've heard your concerns about the terms of service for Photoshop Express beta. We reviewed the terms in context of your comments - and we agree that it currently implies things we would never do with the content. Therefore, our legal team is making it a priority to post revised terms that are more appropriate for Photoshop Express users. We will alert you once we have posted new terms. Thank you for your feedback on Photoshop Express beta and we appreciate your input.
Adobe hat also die Kritik und Befürchtungen an den derzeitigen Nutzungsbedingungen wahrgenommen und arbeitet nun daran, angemessenere (O-Ton Adobe) Nutzungsbedingungen zu erarbeiten.
Schön, das Adobe so schnell reagiert.
John Nacks Blog ist, das sollte noch erwähnt werden, sein privates Blog. Die Veröffentlichungen dort müssen nicht zwangsläufig offizielle Adobe-Positionen sein (wobei man davon ausgehen kann, dass Nack nicht unbedarft Interna oder halbgare Gerüchte veröffentlicht).
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Adobe Express: Erst lesen, dann hochladen
Gerade beim public eye blog gelesen: "Nachdem lange Zeit immer wieder Gerüchte durchs Netz geschwirrt sind, ist das browser-basierte Adobe Photoshop Express jetzt als Public-Beta-Version online."
Ich als alter Kontrollfreak bin zwar gar kein Freund der Modewelle browserbasierte Anwendungen, aber gut, das ist wohl Geschmackssache.
Ein erster Blick auf die Seite: Ganz nett gemacht, und zwei GB Speicherplatz sind schließlich auch dabei.
Was aber den Einsatz von Adobe Photoshop Express (und damit auch einen ausführlichen Test) für mich von vorneherein ausschließt, ist folgender Passus in den Nutzungsbedingungen:
Adobe does not claim ownership of Your Content. However, with respect to Your Content that you submit or make available for inclusion on publicly accessible areas of the Services, you grant Adobe a worldwide, royalty-free, nonexclusive, perpetual, irrevocable, and fully sublicensable license to use, distribute, derive revenue or other remuneration from, reproduce, modify, adapt, publish, translate, publicly perform and publicly display such Content (in whole or in part) and to incorporate such Content into other Materials or works in any format or medium now known or later developed.
Zu deutsch etwa: Adobe erhebt keinen Besitzanspruch auf Ihre Werke. Jedoch gewähren Sie Adobe hinsichtlich Inhalten, welche Sie übermitteln oder für die Einbindung in öffentlich erreichbare Bereiche des Dienstes [gemeint ist Adobe Express, d.Verf.] verfügbar machen, eine weltweite, gebührenfreie [für Adobe gebührenfrei, d.Verf.], nichtexklusive, immerwährende, unwiderrufliche und in vollem Umfang weiterlizensierbare [von Adobe an Dritte, d.Verf.] Genehmigung, diese Inhalte oder Teile davon zu verwenden, verbreiten, damit Einnahmen oder andere Vergütungen zu erzielen, zu reproduzieren, modifizieren, adaptieren [umarbeiten, d.Verf.], publizieren, übersetzen, öffentlich aufzuführen und öffentlich abzubilden sowie solche Inhalte in andere Güter oder Werke jeglicher Ausführung oder jeglichen Medius, sei es derzeitig bekannt oder zukünftig entwickelt, einzuarbeiten.
Dieser Passus könnte nun natürlich der Standardpassus des Adobe-Hausjuristen für Webanwendungen sein, mit dem sich Adobe möglichst nach allen Seiten absichern möchte. Sicher ist dies jedoch nicht, und wenn man bedenkt, welche Dimensionen der globale Bildermarkt hat, könnte man sich durchaus vorstellen, dass Adobe den Passus vollbeabsichtigt so, wie er ist, verfaßt hat.
Inwiefern dieser Passus überhaupt rechtswirksam ist, darüber mögen sich die Juristen streiten. Auch darüber, ob dieser Passus mit dem deutschen Recht des Urhebers auf Urheberkennzeichnung (§13 UrHG) kollidiert, ist eine Frage. Auch ansonsten lassen sich ganz tolle Konstruktionen für zukünftige Rechtsstreite ausdenken: Ein Abgebildeter verklagt Adobe wegen Verletzung des Rechts am eigenen Bild, Adobe wiederum hält sich an den Urheber (der in einem anderen Passus versichert, im Besitz von Veröffentlichungsrechten zu sein)... undsoweiter undsofort.
Wie auch immer dem sei, was auch immer dahinter steckt: Da ich über die Verwendung meiner Bilder selbst bestimme, ist dieser Dienst zu diesen Bedingungen für mich nicht annehmbar.
Habe ich schon erwähnt, dass ich als Kontrollfreak...? Aber das ist eine andere Geschichte.
UPDATE Adobe wird die Lizenzbedingungen nun offenbar überarbeiten. Hier mehr dazu.
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3 Kommentare
Wenn ich ehrlich bin, ich lese die AGBs auch nur sehr selten durch, überhaupt wenn sie in englisch verfassen sind, desshalb ist es gut wenn es solche Kontrollfreaks wie dich gibt :-)
Die Brennweite und ihr Einfluß auf die Perspektive
Unter Fotografen weit verbreitet ist die Ansicht, dass die Brennweite Einfluß auf die Perspektive habe. Dies äußert sich in allgemein bekannten Regeln wie "Ein Teleobjektiv verdichtet die Perspektive", "macht den Raum flach" oder "Ein Weitwinkel verzerrt den Raum".
Was in der fotografischen Praxis zunächst einmal bewährt, nachvollziehbar und deshalb richtig erscheint, ist jedoch nichts anderes als eine optische Täuschung. Tatsächlich hat die Brennweite überhaupt keinen Einfluß auf die Perspektive. Die Perspektive wird einzig und allein durch den Aufnahmeabstand beeinflußt.
Mit einem Versuch läßt sich dies feststellen. Folgende Aufnahmen wurden vom selben Kamerastandpunkt aufgenommen, einmal mit 14mm Brennweite, einmal mit 28mm, einmal mit 50mm und einmal mit 85mm (der sogenannte Cropfaktor, also das Verhältnis der Größe des Bildsensors zum Kleinbildformat, wird hier nicht genannt - denn auch die Größe des Aufnahmeformats hat keinerlei Einfluß auf die Perspektive - später dazu mehr).
An den Bildern wurde nichts geändert außer leichter Kontrastanhebung und leichtem Nachschärfen. Außerdem wurden vorhandene Kennzeichen unkenntlich gemacht.

14mm Brennweite

28mm Brennweite

50mm Brennweite

85mm Brennweite
Und in der Tat scheint die Brennweite einen Einfluß auf die Perspektive zu haben: Ist nicht das Bild, das mit 15mm Brennweite aufgenommen wurde, weitwinkeltypisch verzerrt? Und ist nicht jenes mit 85 mm verdichtet?
Nun, schauen wir uns einmal die Bestandteile an, die in allen Bildern vorhanden sind. Das bedeutet, wir schneiden einfach mal all das weg, was nicht im 85er-Bild (der Einfachheit halber nenne ich die Bilder der verschiedenen Brennweiten im weiteren Verlauf so) zu sehen ist. Dabei erhalten wir natürlich verschiedene Ausschnitte:

85mm

50mm

28mm

14mm
Jetzt, da nur noch die gemeinsamen Bildbestandteile aller Brennweiten sichtbar sind, kann unser Gehirn uns nicht mehr über den Kontext der jeweiligen unterschiedlichen Bildbestandteile täuschen.
Um nun auch noch die letzte Einflußgröße, die unser Gehirn zur Perspektive relativiert, auszuschalten, bringen wir alle Ausschnitte auf die gleiche Größe:




Wir sehen: Die Bilder - und die Perspektiven - sind gleich. Natürlich ist das 14er qualitativ schlechter als das 85er - es ist ja stärker vergrößert. Dem werten Leser sei versichert, dass obige Bilder wirklich die vergrößerten Ausschnitte sind. Oben das 14er, gefolgt vom 28er, danach das 50er, und schließlich das 85er.
Die Brennweite verändert also nicht die Perspektive! Was die Brennweite ändert, ist der Bildwinkel, also der auf dem Aufnahmemedium abgebildete Ausschnitt des Motivs (hier auch nochmal bei Wikipedia erklärt). Die "Verdichtung" oder "Verzerrung" entsteht in unserem Gehirn, das alle Bildbestandteile zueinander in Beziehung setzt. Man könnte sagen, die Brennweite ändert nicht die Perspektive, aber die Bildwirkung.
Genausowenig wie die Brennweite die Perspektive ändert, so wenig ändert übrigens die Größe des Aufnahmemediums (also Film oder Sensor) die Perspektive. Denn auch die Größe des Aufnahmemediums ändert nur den Bildwinkel - sozusagen diesmal aber von der anderen Seite des Objektives. Ein 50mm-Objektiv an einer Kleinbildkamera bildet die selbe Perspektive ab wie das selbe 50mm-Objektiv (hypothtisch) an einer Digital-Kompaktkamera mit findernagelgroßem Sensor; lediglich der Ausschnitt des Motivs verändert sich.
Die falsche Annahme, die Brennweite verändere die Perspektive, rührt daher, dass unser Gehirn immer alle Bildbestandteile in die perspektivische Auswertung mit einbezieht: Ein kleinerer Bildwinkel bei gleicher Bildgröße führt zum Eindruck einer "Verzerrung" der Perspektive. Ein größerer Bildwinkel bei gleicher Bildgröße gauklet unserem Gehirn eine "Verdichtung" der Perspektive vor.
Erst dann, wenn wir nur noch die gemeinsamen Bildbestandteile verschiedener Bildwinkel (seien die verschiedenen Bildwinkel nun durch verschiedene Brennweiten oder verschiedene Größen des Aufnahmemediums entstanden) betrachten, sehen wir, dass sie sich nicht unterscheiden.
Wer nun zweifelt, dass der Versuch wirklich beweist, dass die Brennweite keinerlei Einfluß auf die Perspektive hat, der sei ermutigt, den Versuch selbst durchzuführen. Gerade digital ist er von jedermann ohne allzugroßen Aufwand durchzuführen. Wichtig ist nur, dass die Aufnahmen mit den verschiedenen Brennweiten mit exakt gleichen Kamerastandpunkt durchgeführt werden! Eine Änderung des Kamerastandpunktes hat nämlich, im Gegensatz zur Brennweite, zwangsläufig Auswirkungen auf die Perspektive (dazu wird es hier in nächster Zeit einen weitern Versuch geben)!
Nochmal: Bei diesem Versuch darf der Kamerastandpunkt nicht verändert werden! Ein Stativ oder eine andere geeignete Fixierung der Kamera ist also Pflicht.
Es lohnt sich übrigens wirklich, diesen Versuch selbst einmal mit eigenem Material durchzuführen, denn der Erkenntnisgewinn ist, egal ob man Skeptiker ist oder nicht, sehr groß.
All jenen, die meinem Worte weniger vertrauen als dem eines Meisters, oder denen, die das Ganze lieber in gedruckter Form lesen möchten, sei Feiningers Hohe Schule der Fotografie ans Herz gelegt (auch ansonsten ist dieses Buch sehr empfehlenswert!); hier wird unser Versuch nochmals ausführlich besprochen.
Verwendetes Material: Nikon D200, Sigma AF 14mm F3.5, Sigma 28mm F1.8 EX DG Macro ASP, Nikon AF Nikkor 50mm 1:1.8D, Nikon AF Nikkor 85mm 1:1.8
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9 Kommentare
Aber nach dem Fall kommt sehr wahrscheinlich der Aufprall, der den Gesundheitszustand ändert, genau wie nach Änderung der Brennweite sehr wahrscheinlich der Aufnahmestandort verändert wird.
Den Leuten die sagen die Brennweite ändert die Perspektive geht es vermutlich nicht darum ob ihre Wortwahl und Beschreibung akademisch korrekt ist, sondern um das was *wahrscheinlich* am Ende dabei rauskommt, nämlich das man seinen Standpunkt verändert wenn man eine andere Brennweite wählt.
Ich habe auch mal darüber geschrieben (Bildkomposition: Stauchung) und in den Kommentaren direkt eins über die Rübe bekommen, dass die Perspektive sich nicht ändert. Und da vertrete ich dann den gleichen Standpunkt wie mein Vorredner Sam; auf das Ergebnis kommt es an!
es geht dabei darum, dass sich das Größenverhältnis der nahen und fernen Objekte verändert, wenn man bei unterschiedlicher Brennweite und unterschiedlichem Abstand der Kamera vom Objektiv fotografiert - aber gleichbleibender Größe eines Objektes! Fotografierrst du, sagen wir mal, eine Kaffeetasse auf dem Tisch so, dass sie 1/2 der Bildhöhe einnimmt (die Größe ist natürlich beliebig, muß aber immer gleich sein), mit Weitwinkel oder Tele, wirken die Objekte weiter hinter der Tasse im Weitwinkel kleiner und weiter entfernt, im Tele dagegen näher.
Beispielfotos: http://www.rofrisch.de/fotokurs/perspektive.htm
Machst du bei deinem Vergleich nicht einen Denkfehler? Du vergleichst die angepassten Bildausschnitte miteinander. Würde das Ergebnis nicht anders aussehen, wenn du schon bei der Aufnahme den Abstand zum Objekt so verändert hättest, dass sich der gleiche Bildausschnitt ergibt? Das ist der Unterschied denke ich. Der springende Punkt ist doch, dass du mit dem Weitwinkel viel näher rangehen musst, um ein best. Objekt in gleicher Grösse abzubilden. Dies hast du nicht getan, sondern den Standpunkt beibehalten. Vom gleichen Standpunkt aus kann sich auch keine perspektivische Veränderung ergeben.
Eben. Das ist das, worum es geht: Die Brennweite hat keinen Einfluß auf die Perspektive.
gibt es bitte auch überlegungen zu dem thema perspektive - aufnahmeabstand und betrachtungsabstand?
mfg
h.g.





