Kategorie: DIY
Low level Küchenfotografie
Eigentlich dürfte ich mich das gar nicht trauen. Denn richtige Foodfotografie ist eine Wissenschaft für sich, eine Domäne der Profis mit sorgsam gehüteten Kenntnissen als Ergebnis oft jahrelanger Praxis. Diese Bilder sind das Nebenprodukt eines kleinen Kochens. Sie sind ungestellt, mit echtem Essen, authentisch - aber eben keine richtige Foodfotografie. Kenner des Metiers werden angesichts beispielsweise schmutziger Herdplatten oder kalkiger Wasserhähne den Kopf schütteln.
Aber lecker geschmeckt hat es.





4 Kommentare
Das sind wirklich klasse Aufnahmen
Vor allem das Bildgestaltung finde ich sehr gelungen
Jetzt nur noch einen Kurzen beschreibung was Du da machst
und gleich werde ich nachkochen :-) ich mag Paprika .. sehr
Stühle

Aus der im Entstehen begriffenen Serie "Das Institut".
Noch kein Feedback
Nikon D700 nimmt Video auf
(via photoappa.rat)
Russische Tüftler scheinen ein besonders inniges Verhältnis zu Canons DSLR-Modellen zu haben. Man erinnere sich nur an den legendären "Russenhack", mit der die kastrierte Software der Canon 300D freigeschaltet wurde.
Wieder ausgehend von einem russischen Forum ist es gelungen, alle Canon-DSLR, die über eine Live-View-Funktion verfügen, zu einer Videoaufnahmefunktion zu überreden. Diese Videoaufzeichnung hat allerdings einige Einschränkungen, denn man benötigt einen Computer. On Location wäre also ein Laptop empfehlenswert... Außerdem wird genau genommen nicht die Kamera selbst mit einer neuen Funktion ausgestattet, sondern lediglich bestehende Funktionen ausgenutzt.
Die Art und Weise, wie dies umgesetzt wurde, ist allerdings bemerkenswert und so simpel, dass man sich fragt, wieso da niemand schon früher daraufkam: Im Lifeview-Betrieb werden mittels eines Programms via USB einfach die Liveview-Bilder ausgelesen und auf Festplatte gespeichert. Immerhin auf 22 fps kommt man auf diesem Wege.
Nachdem Olivier Giroux von obiger Idee erfahren hatte, dachte er ebenfalls, dass die Idee so naheliegend war, und baute nach einigen Tagen mittels des Nikon-SDK eine Videofunktion für die D700. Glaubt man dem Kommentarthread, so war dies eine relativ einfache Sache.
D700 mit Zeiss 2/100 Makro-Planar T* bei f/4
D700 mit Zeiss 2/35 Distagon T* bei f/2.8
Auch bei der D700 wird ein externer Rechner benötigt, und auch hier ist das ganze wohl eher eine, wenn auch bemerkenswerte, Spielerei:
Good news: it is a viable video source. It’s fast enough, and the quality is sufficient.
Bad news: it’s a bit too low-quality to be really exciting. It’s roughly 30% below 480p resolution. The most unfortunate thing is they create the Live-View image by decimating the sensor data rather than downsampling it – as a result it aliases, moirés and looks terrible in low light.
That’s it for the bad news though. The feed travels over the wire at 100fps (I measured), within which maybe 30fps’ worth are unique frames. Each frame is basically a NEF embedded thumbnail, each one is a fully-formed high quality JPEG file. The result has the potential to look as good (or bad) as a DVD, roughly.
Interessant dürfte sein, ob und wie sich diese Tüftelei in Zukunft entwickeln wird.
Noch kein Feedback
Vivitar 283 Barebulb-Mod V2

Nach dem Umbau des Vivitar 283 zu einem barebulb flash (den Umbaubericht gibt's hier) und dem eher ernüchternden Ergebnis erster Tests habe ich mir nochmal die "richtigen" bare bulb flashes wie z.B. den Armatar-Umbauten oder den Quantum Qflash (z.B. bei zoomyboy zu sehen) angeschaut. Wie bei meinem Vivitar 283 Barebulb Mod können diese Geräte mit offen liegender Blitzröhre eingesetzt werden. Der Einsatzbereich für dieses Setup schient mir aber recht eng gefaßt. Auch wenn ich ihn noch nicht experimentell ausloten konnte, so ist doch recht klar, dass er vor allem dort zu finden ist, wo im Innenbereich über möglichst viele Flächen (Wände, Decken) geblitzt werden soll. Das ist in der Tat etwas speziell. Zum einen sollten die als Reflektoren verwendeten Flächen nicht farbig sein, zum anderen wird dafür recht viel Blitzleistung benötigt.
Eine zweite Anwendungsmöglichkeit wäre der Einsatz des Vivitar Barebulb Mod als "Blitzkopf" mit Softboxen, die für Kompaktblitzen gedacht sind. Mit herkömmlichen Kompaktblitzen stößt man nämlich oft an die Grenze, dass die Lichtstreuung nicht ausreichend ist und die Softbox Daher nicht gleichmäßig ausgeleuchtet wird.
Diese beiden Varianten interessieren mich nicht so sehr wie die dritte, die von den "großen" bare bulb flashes abgeschaut ist. Neben dem Blitzen mit offenliegender Blitzröhre haben diese bare bulb flashes nämlich auch noch die Möglichkeit, einen Reflektor zu montieren. Was lag da näher, als den Vivitar 283 Barebulb Mod zur nächsten Entwicklungsstufe zu führen?
Den Reflektor spendete ein altes Blitzgerät der Marke Präzisa. Von den Abmessungen her ist er wie gemacht für den Vivitar Barebulb Mod V2.
So, und nun schnell den Test wiederholt (das Motiv hat sich geringfügig verändert, die Aufnahmedaten sind gleich geblieben: Kamera war die Nikon D200 mit AF-S Nikkor 18-70mm 3.5-4.5 G ED. ISO 100, f/8, 1/60 sec. RAW-Konverter: Pixmantec RAW Shooter Professional. Die Bilder sind out of cam. Im RAW-Konverter wurden Kontrast und Schärfe ganz leicht angehoben). Das Ergebnis ist hier zu sehen.

Erste Überraschung: Man kommt mit viel weniger Leistung aus. Nur noch 1/4 Leistung (dank dem neu erstandenen Vivitar Varipowe- Modul, das anstelle des Thyristors eingesteckt wird und eine bequeme manuelle Leistungsregelung erlaubt) wird benötigt! Zweite Überraschung: Das Licht ist weicher als gedacht. Sicher, ein Durchlichtschirm bleibt ungeschlagen, aber alles in allem gar nicht mal so schlecht. Die Weichheit war zwar zu erwarten, da der Reflektor ja schon deutlich größer ist als bei einem normalen Kompaktblitz, aber das sieht doch ganz gut aus. Ich denke, als Aufheller könnte dieser Blitz eine ganz gute Figur machen.
Nachtrag: Mittlerweile habe ich einen "richtigen" barebulb flash erstanden: Den Sunpak 120J. Sobald er bei mir eingetroffen ist, werde ich darüber berichten. Leitzahl 45 bei ISO 100 hört sich schonmal nicht schlecht an...
Dieser Artikel ist mir was wert:
Noch kein Feedback
Vivitar 283 Barebulb-Mod: Erster Praxiseindruck
Nach dem Umbau des Vivitar zu einem bare bulb flash war es an der Zeit, zu sehen, ob solch ein Umbau wirklich nennenswerte Änderungen gegenüber herkömmlichen Kompaktblitzen mit sich bringt. Aus diesem Grunde trat der Vivitar 283 Barebulb zu einem Vergleichstest an.
Der Vergleichsaufbau, quick and dirty, genügt sicherlich nicht Labormaßstäben, reicht aber aus, um sich einen Eindruck über die Lichtwirkung zu machen.
Zum Aufbau selbst: Kamera war die Nikon D200 mit AF-S Nikkor 18-70mm 3.5-4.5 G ED. Blitze: Nikon SB24 und eben der Vivitar 283 Barebulb. Bei allen Bildern: ISO 100, f/8, 1/60 sec. RAW-Konverter: Pixmantec RAW Shooter Professional. Die Bilder sind out of cam. Im RAW-Konverter wurden Kontrast und Schärfe ganz leicht angehoben. Beim letzten Bild, welches mit dem Vivitar 283 Barebulb aufgenommen wurde, wurde die Belichtung hochgezogen (später dazu mehr). Die funkausgelösten Blitze standen ca. 1 m links neben der Kamera und ungefähr auf Objektivhöhe. Die Entfernung zum Motiv betrug ca. 2 m.
Zunächst einmal: SB24 pur, direkt auf das Motiv gerichtet. Zoom: 50mm. Leistung: 1/4.

Wie zu erwarten: Harte, dunkle Schatten, frontale Ausleuchtung. Weiter geht es mit dem Nikon SB24, über einen silbernen Reflexschirm geblitzt.

Hier sind die Schatten schon deutlich weniger hart, auch sind Bildteile, die im Schatten liegen, weniger zugelaufen. Unschön sind aber die harten Übergänge am Kernschatten. Das nächste Bild wurde wiederum mit dem SB24 azfgenommen, diesmal aber durch einen weißen Durchlichtschirm geblitzt, wozu eine Leistungsanhebung auf 1/2 nötig war.

Die Schatten sind nochmals deutlich weicher geworden, außerdem sind die Übergänge innerhalb der Schatten gleichmäßiger. Bildteile, die in den Schatten liegen, sind kaum noch zugelaufen - man vergleiche den Nikon-Blitz am rechten Bildrand mit der ersten Aufnahme.
Nunmehr: Trommelwirbel, der Vivitar 283 Barebulb betritt das Testparkett. Die Blitzröhre wurde senkrecht stehend ausgerichtet. Zunächst einmal eine Überraschung: Die Leistung geht doch sehr in den Keller, und zwar mehr, als ich das erwartet hatte. Trotz 1/1-Leistung mußte das Bild im RAW-Konverter um über eine Blendenstufe hochgezogen werden, um den gleichen Helligkeitseindruck wie bei den anderen Bildern zu erhalten.

Der große Wow-Effekt bleibt aus. Zunächst wandert der Blick auf den Schatten der Funkgerät-Antenne links, und der ist hart - fast so hart wie beim ersten Bild. Bei weiterem Vergleich tut sich aber doch ein Unterschied zum direkt geblitzten Bild auf: die Schatten sind bei weitem nicht so dunkel. Man vergleiche nochmals Bildbestandteile, die im Schatten anderer Objekte liegen, wie beispielsweise den Nikon-Blitz auf der rechten Seite.
Interesseant: Rechts, im Bild nicht mehr sichtbar, stand ein rotes Buch. Man achte auf die Tapete... hier kann man sehen, dass der Vivitar 283 Barebulb in der Tat rund abstrahlt und alle Flächen im Raum als Reflektor benutzt (was natürlich auch zum problem werden kann).
Was ist nun das Fazit? Nun, wie gesagt, das große Wunderwerk ist dieser bare bulb falsch nicht. Man kann aber vermuten, dass er in gewissen Aufnahmesituationen ein geeignetes Werkzeug sein könnte. Ich habe allerdings das dumme Gefühl, dass ich erst einmal herausfinden muss, welche Aufnahmesituation eine solche sein könnte... und wie dieser Blitz dann dort eingesetzt werden muss. Da wird wohl noch trial and error angesagt sein.
Und noch eine Erkenntnis: Das Ding frißt Leistung! Eine höhere Leitzahl wäre wünschenswert... das ist wohl auch der Grund, warum handelsübliche bare bulb flashes deutlich leistungsstärker sind. Die Firma, die seinerzeit den Vivitar 283 zu einem bare bulb flash ähnlich dem Quantum QFlash umbaute, setzte gleich noch einen zusätzlichen Blitzkondensator ein...
Was man noch ausprobieren müßte, wäre die Lichtwirkung mit angeflanschtem Reflektor, wie ihn beispielsweise der Quantum QFlash verwendet. Mal sehen, wann ich dazu komme.
Alles in allem ein ganz nettes Projekt. Der große Aha-Effekt blieb zwar aus, andererseits kann man da bestimmt noch etwas daraus machen. Und sei es nur, sich am Ende einen QFlash zu kaufen...
NOCH EIN UPDATE Der Vivitar 283 Barebulb ist nun in Version 2 vorhanden. Hier mehr dazu.
Dieser Artikel ist mir was wert:
Noch kein Feedback
Vivitar 283 Barebulb-Mod

Im us-amerikanischen Raum, insbesondere bei Hochzeitsfotografen, sind sogenannte bare bulb (oder bare tube) flashes recht verbreitet. Prinzipiell sind das Kompaktblitze, bei denen die Blitzröhre allerdings nicht innerhalb des Gehäuses vor einem Reflektor sitzt, sondern außerhalb des Gehäuses liegt.
Damit verhalten sich barebulb flashes wie "richtige" Studioblitzköpfe: Sie strahlen das Licht nicht gerichtet ab, sondern in alle Richtungen. Durch den Einsatz von wechselbaren Lichtformern kann die Abstrahlcharakteristik verändert werden.
J.J. Allen berichtet im Rangefinder Magazine sogar, wie er bare bulb flashes (in seinem Falle LightLites) ohne Reflektor für Porträtfotografie verwandte.
James Bailey spricht im Adorama Imaging Ressource Center sogar von einem bare-tube flash revival (hier sei erwähnt, dass Adorama ein Fotohändler ist, der davon lebt, die entsprechenden Gerätschaften zu verkaufen).
Ein populärer Vetreter der bare bulb flashes ist der Quantum Qflash. Auf zoomyboy kann man sich ein Bild von diesem Blitz machen.
Der große Nachteil des Qflash ist sein recht hoher Preis. Wenn man nur mal etwas herumexperimentieren möchte, stellen etwa 1000 Euro (zu denen noch der Batteriepack kommt) nicht gerade eine niedrige Hürde dar. Auf dem europäischen Gebrauchtmarkt (vulgo: eBay) findet sich nicht gerade viel, und auf dem us-amerikanischen Markt etwas mehr, aber auch hier nicht zum Ausprobieren-Preis.
Sunpak hatte einen bare bulb flash in der Produktpalette, die Produktion wurde aber eingestellt. Ein us-amerikanischer Betrieb rüstete vor einigen Jahren Vivitar-Blitze zu bare bulb flashes um, doch auch diese Quelle ist versiegt. Allerdings brachte mich diese Erkennstnis auf die Idee, einen Blitz auf eigene Faust umzurüsten.
Zu diesem Zwecke erkor ich einen nicht mehr sehr oft gebrauchten Vivitar 283 aus. Der 283 hat den Vorteil einer recht hohen Leitzahl (36 bei 50mm und ISO 100) und der unkomlizierten, robusten Bausweise, die eine Modifikation recht unkompliziert macht.
Was meinen Umbau von "richtigen" bare bulb flashes unterscheidet, ist vor allem die Form der Blitzröhre. Bei industriegefertigten bare bulb flashes wird eine meistens eine u-förmige Blitzröhre verwendet. Auch spiralförmige Röhren sind anzutreffen. Zudem weisen die "echten" bare bulb flashes deutlich höhere Leitzahlen auf.
Zu Beginn des Umbauberichtes (der keine Anleitung ist) jedoch noch ein wichtiger Hinweis.
Arbeiten an elektrischen Geräten dürfen nur von Fachleuten durchgeführt werden!Es besteht Gefahr für Leib und Leben!
Blitzgeräte können auch nach tagelangem Nichtbetrieb Hochspannung führen.
Diese Hochspannung ist TÖDLICH!
Beim Arbeiten MÜSSEN die Sicherheitsbestimmungen beachtet werden!
Dieser Umbaubericht ist keine Anleitung zu eigenem Handeln. Der Autor dieses Umbauberichts haftet für keine wie auch immer gearteten Schäden, die sich direkt oder indirekt durch das Verwenden dieses Berichtes ergeben!
Auch wenn dieser Bericht keine Anleitung ist, ist er dennoch aus stilistischen Gründen nicht aus Sicht des Autors ("Ich-Form") verfaßt, sondern in einer bei technischen Texten üblichen Form.
Um den Vivitar zu einem bare bulb flash umzubauen, muss zunächst das Gehäuse geöffnet werden. Dies geschieht durch das Öffnen der vier Schrauben des oberen Gehäuseteils. Unter der silbernen Metallabdeckung an der Seite des Scharniers befindet sich eine Metallklammer, die entfernt werden muss.
Nun kann das obere Gehäuseteil geöffnet werden.
Eine Platine sowie der Blitzreflektor mit der Blitzröhre werden sichtbar. Der Blitzreflektor ist im Gehäuse eingeclipt. Diese Clips lassen sich zerstörungsfrei öffen und der Blitzreflektor samt Blitzröhre entnehmen. Die Blitzröhre ist mittels Silikonscheiben im Blitzreflektor befestigt. Um die Blitzröhre vom Reflektor trennen zu können, muss eine Seite der Röhre von ihrem elektrischen Anschluß befreit werden - sinnvollerweise wählt man die Seite, welche nur einen Anschluß besitzt.
Ist der Anschluß von der Röhre getrennt, so läßt sich die Röhre aus dem Reflektor herausziehen.
Nunmehr wird die Röhre an einer geeigneten Kunststoffplatte, welche später anstelle des originalen Blitzrefektors eingesetzt wird, so angebracht, dass sie rechtwinklig zur Platte steht. Anschließend wird die zuvor getrennte elektrische Verbindung zur Blitzröhre wieder hersgestellt. Dabei ist zu beachten, dass das verwendete Kabel den Spezifikationen des originalen Kabels entspricht.
Die Blitzröhre muss durch geeignete Maßnahmen abschließend UNBEDINGT vor Berührung (am nunmehr offenen Ende der Blitzröhre liegt Hochspannung an. Diese Hochspannung ist TÖDLICH!) und mechanischer Beeinträchtigung geschützt werden. Dieser Schutz muss auch die eventuell explodierende Blitzröhre auffangen können!
Während der Arbieten darf die Blitzröhre keinesfalls mit bloßen Händen berührt werden, da das sich ablagernde Hautfett in die Blitzröhre einbrennt und die Lebensdauer stark verkürzt.
UPDATE Der Vivitar 283 Barebulb wurde nun einem Praxistest unterzogen. Hier mehr dazu.
NOCH EIN UPDATE Der Vivitar 283 Barebulb ist nun in Version 2 vorhanden. Hier mehr dazu.
Dieser Artikel ist mir was wert:
3 Kommentare
Zeig mal bitte ein paar Bilder zur Verdeutlichung.
Zwischenzeitlich verweise ich auf den Artikel von James Bailey im Adorama Imaging Ressource Center, der auch ein paar Bildbeispiele hat.
pgs
Kombination, eigenartig

Im Rahmen eines Buchprojektes habe ich die Möglichkeit, eine Doppelseite mit meinen Bildern zu gestalten. Die Vorgabe war dabei lediglich, dass die Bilder aus 2007 sein müssen.
Da das Buch im Querformat vorliegt und ich einige Hochformatbilder in die engere Auswahl genommen habe, habe ich, zunächst aus einer Laune heraus, begonnen, jeweils zwei Bilder zu kombinieren.
Dabei bin ich bei dieser Kombination stehengeblieben. Weitergegangen, gestockt, nochmal umgekehrt. Stehen geblieben, einen Schritt zurück getan und betrachtet.
Ich weiß nicht, was es bedeuten soll - auf mich übt diese Kombination eine eigenartige Wirkung aus.
Woran das wohl liegen mag?
Noch kein Feedback
Frontlinsenschutz im Eigenbau
Das Problem

Die "Problemobjektive" mit montierter Streulichtblende und Deckel
Beim Fotografieren empfiehlt sich die Verwendung von Streulichtblenden, insbesondere bei der Digitalfotografie ist die Verwendung geradezu ein Muss. Die Streulichtblenden an meinen Objektiven sind daher dauerhaft montiert. Nun gibt es verschiedene Bauweisen von Streulichtblenden. Bei neueren Objektiven werden die Streulichtblenden fast immer mittels eines Bajonetts (Beispiel: Nikkor AF-S DX ED18-70/3.5-4.5G) angebracht. Das bedeutet, dass die Streulichtblende keinen Einfluss auf die Verwendung des serienmässigen Frontdeckels hat.
Bei vielen älteren Objektiven wird die Streulichtblende aber in das Filtergewinde (Beispiel: AF Nikkor 50/F1.8D) eingeschraubt. Das bedeutet aber, dass der serienmässige Schnappdeckel unter Umständen nicht mehr verwendet werden kann, da das Filtergewinde gewissermaßen "belegt" ist und die Streulichtblende keine Aufnahme (z.B. Innengewinde) für den Schnappdeckel besitzt.
Ich benutze für das AF Nikkor 28/F2.8, das AF Nikkor 50/F1.8D und das AF Nikkor 85/F1.8 markenfremde Metall-Streulichtblenden und für das AF Nikkor 80-200/F 1:2.8 ED die Original-Streulichtblende HN-28. Alle diese Blenden werden in das Filtergewinde eingeschraubt und bieten keine Aufnahme für den serienmässigen Schnappdeckel. Es sind auch keine Schnapp- oder Aufsatzdeckel in Durchmessern, die in oder auf die Blenden passen würden, erhältlich - ich habe zumindest keine gefunden...
Das heißt, man steht vor der Wahl, die Objektive nicht mit dem serienmässigen Schnappdeckel zu schützen oder bei jedem Wechsel auch die Streulichtblende zu montieren bzw. demontieren, um dann den Schnappdeckel nutzen zu können. Das permanente Montieren und Demontieren der Streulichtblende scheidet für mich aus. Der Grund dafür ist weniger die Angst vor einer Beschädigung des Filtergewindes (obwohl auch das bei dauerndem Streulichtblendenwechsel passieren kann) zu suchen. Mir dauert das einfach zu lange. Wenn ich Objektive wechsele, dann möchte ich, dass dies schnell vonstatten gehen kann. Ich habe auch keine Lust auf Streulichtblendensucherei in meinem Rucksack oder meiner Tasche.
Bisher habe ich mir so geholfen, dass ich die Objektive auf der Streulichtblende stehend gelagert oder transportiert habe. Der Abstand, den die Streulichtblende zur Frontlinse schafft, stellt ja bereits einen gewissen Schutz dar. Es sind aber Bedingungen denkbar, unter denen dieses "Konzept" an seine Grenzen stößt: wenn es doch mal etwas hektischer zugeht, dann wird das Objektiv auch mal in die Tasche gelegt statt gestellt. Oder es landet im falschen Fach, wo bereits ein anderes Objektiv darauf wartet, mit seinem Rückdeckel die Frontlinse des darauf abgestellten zu verkratzen; oder im Fach liegt halt doch mal der Schlüsselbund - was bis jetzt glücklicherweise noch nicht eingetreten ist. Aber: Das Risiko existiert, und je länger es existiert, desto wahrscheinlicher tritt der Schadensfall einmal ein.
Es war also klar: Irgendeine Art "Deckel" muss her. Die Anforderungen sind nicht sonderlich hoch; das muss keine kugelsichere Lösung sein, lediglich ein Schutz gegen Beschädigung beim Transport.
Handelsübliche Lösungen
optech stellt eine Art "Säckchen" (beispielsweise bei monochrom.com erhältlich) her, die man über die Streulichtblende stülpt. Das ganze sieht ja gar nicht schlecht aus, ist mir allerdings etwas zu teuer für etwas Neopren und ein paar Kleinteile (wobei man fairerweise sagen muss, dass der Preis nicht astronomisch hoch ist und diese Lösung für denjenigen, der eine fertige Lösung einer Bastelei vorzieht, sicherlich die bessere ist).
Die Eigenbau-Lösung
Die Eigenbaulösung besteht prinzipiell aus einem Deckel, der in der Streulichtblende steckt. Da die Streulichtblende keine Aufnahmen besitzt, muss dieser Deckel von alleine halten - also durch Reibung. Er soll schnell montiert und demontiert werden können. Er soll auch im Dunkeln einfach handhabbar sein, und er sollte einfach in der Beschaffung und Herstellung sein. Je weniger er kostet, um so besser (auch dann, wenn man ihn verliert).
Ich kam also auf die Idee, einen Schaumstoff zu verwenden, der in die Gegenlichtblende gesteckt wird. Den Schaumstoff liefert ein Stück Isomatte (das Material sollte möglichst geschlossenporig sein, um Krümeln und "Ausfransen" zu verhindern). Mittels eines Griffbands soll der Deckel auch mit Handschuhen schnell zu entfernen sein.

Fertige Deckel
Die Herstellung gestaltet sich recht einfach: Es werden zwei Kreisflächen aus der Isomatte geschnitten, deren Durchmesser dem Innendurchmesser der Streulichtblende am objektivfernen Ende entspricht. Besser gesagt: nicht genau entspricht, die Kreise sollten minimal größer im Durchmesser sein. Eigentlich würden sie damit nicht mehr in die Streulichtblende passen, aber da der Schaumstoff flexibel ist, bleibt der Deckel später ganz wunderbar - auch gegen die Schwerkraft - an seinem Platz.
Die Flexibilität des Schaumstoffes sorgt auch dafür, dass es überhaupt nichts ausmacht, wenn der Kreis nicht ganz kreisrund ist, weil man nicht Meister im Schaumstoffschneiden ist... Freilich: Je genauer geschnitten, desto schöner sieht's aus. Ich für meinen Teil will aber keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, sondern einen zweckmässigen Deckel bauen. Deshalb bin ich mit meinen nicht ganz kreisrunden Kreisen zufrieden.

Detailaufnahme des Schnitts mit Griffband
Den ersten Kreis lässt man so, wie er ist, in den zweiten Kreis schneidet man an zwei gegenüberliegenden Stellen einen kleinen radialen Schnitt. Dieser Schnitt dient der Griffmontage. Auf irgendeine Art und Weise muss man den Deckel ja auch aus der Streulichtblende entfernen können. Man könnte zwar die Streulichtblende demontieren und den Deckel herausstoßen, doch halt: Streulichtblendendemontage soll ja nicht mehr nötig sein! Der Griff besteht aus einer Kordel (ich habe einen handelsüblichen Herrenschnürsenkel dafür verwendet). Die Kordel wird ducrh die beiden Schnitte geführt, so dass jeweils ca. 15mm Überstand entsteht. Dieser Überstand wird mit Heißkleber fixiert.
Die Seite mit den fixierten Schnürsenkelenden stellt die Innenseite des Deckels dar. Nun kommt wieder der erste Kreis ins Spiel. Mit der Heißkleber wird der erste Kreis auf den zweiten geklebt. Fertig!
Ich habe in weniger als einer Stunde für alle meine "Problemobjektive" einen Deckel gebaut. Das schöne an diesen Deckeln ist, dass man sie in jedem beliebigen Durchmesser herstellen kann. Auch eckige Deckel, z.B. für Kompendien wären denkbar. Zu beachten ist lediglich, dass bei zunehmendem Durchmesser sich die Verwendung einer zusätzlichen Lage Schaumstoff empfiehlt, um die Steifigkeit zu erhöhen. Das hängt aber natürlich auch von der Dicke des verwendeten Schaumstoffes ab. Beim Deckel für das AF Nikkor 80-200/F 1:2.8 ED habe ich beispielsweise drei Lagen verwendet.
Zu guter Letzt habe ich noch mit einem Lackstift (edding 750 paint marker) eine Markierung angebracht, die mir hilft, jeweils den passenden Deckel zu verwenden - die Brennweite des jeweiligen Objektives erschien mir als Merkmal plausibel...
Der Nachbau ist natürlich erlaubt. Ich freue mich über Mitteilungen über Verbesserungen oder besonders gelungenen Konstruktionen. Ich übernehme keinerlei Haftung für jegliche wie auch immer geartete Schäden, die sich direkt oder indirekt durch die Herstellung oder den Gebrauch oder Nichtgebrauch des Frontlinsenschutzes ergeben.
Dieser Artikel ist mir was wert:



