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Kategorie: "Praxis"

Fotografierverbot von Polizisten rechtswidrig - aber...

 Verfaßt am 05.04.12 um 02:12 Uhr, von , Kategorien: Praxis, Links, Recht

polizei fotografieren

Das Fotografieren von Polizeikr√§ften im Dienst ist ein Thema, das in der Praxis gerne auf unterschiedliche Rechtsaufassungen von Fotografen und Polizeibeamten st√∂√üt, in Fotografieforen immer mal wieder hei√ü diskutiert wird und auch in der Theorie nicht ganz uninteressant ist. Das Bundesverwaltungsgericht hat nun letztinstanzlich ein Fotografierverbot von sich im Dienst befindlichen Polizisten als rechtswidrig aufgehoben. Das Urteil ist √ľber den konkreten Fall hinaus interessant, da das Gericht ganz grunds√§tzliche Sachverhalte festgelegt hat. Auch wenn die Schlagzeilen es suggerieren m√∂gen: Einen Freibrief f√ľr das beliebige Fotografieren und Ver√∂ffentlichen von Polizeibeamten gibt es weiterhin nicht.

polizei fotografieren

Die Geschichte, um die es konkret ging, ist recht einfach. Ein mutma√ülicher "Sicherheitschef" einer russischen Gruppierung der organisierten Kriminalit√§t sollte in Schw√§bisch Hall von einem Spezialeinsatzkommando zum Arzt gebracht werden. Ein Bildjournalist wollte dar√ľber berichten und fotografierte den Einsatz. Der Einsatzleiter vor Ort sprach daraufhin gegen√ľber dem Fotografen ein Fotografierverbot aus, da bei einer Ver√∂ffentlichung eine Enttarnung der Spezialeinsatzkr√§fte zu bef√ľrchten sei. Der Fotograf unterlie√ü daraufhin das Fotografieren.

Der auftraggebende Verlag klagte gegen dieses Verbot, die Klage wurde aber vom Verwaltungsgericht Stuttgart abgewiesen. Daraufhin legte der Verlag Berufung beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim ein, wo festgestellt wurde, dass das ausgesprochene Fotografierverbot rechtswidrig war. Der Verwaltungsgerichtshof anerkannte zwar das Schutzbed√ľrfnis der Spezialeinsatzkr√§fte gegen Enttarnung, ging aber davon aus, dass eine die Beamten gef√§hrende Ver√∂ffentlichung durch die Presse nicht einfach unterstellt werden konnte. Ohne gegenteilige konkrete Anhaltspunkte m√ľsse grunds√§tzlich von einem rechtstreuen Verhalten der Presse ausgegangen werden. Gegen dieses Urteil wiederum legte das Land Baden-W√ľrttemberg Revision beim Bundesverwaltungsgericht ein, welches die Revision zur√ľckwies. Dasmit ist letztinstanzlich festgestellt, dass das vom Einsatzleiter ausgesprochene Fotografierverbot ein starker Eingriff in die Pressefreiheit und rechtswidrig war.

polizei fotografieren

√úber diesen konkreten Einzelfall hinaus stellt das Bundesverwaltungsgericht allgemein fest, dass ein "[...] Einsatz von Polizeibeamten, , namentlich [...] von Kr√§ften des Spezialeinsatzkommandos [...] im Sinne [...] des Kunsturhebergesetzes ein zeitgeschichtliches Ereignis [darstellt], von dem Bilder auch ohne Einwilligung der abgelichteten Personen ver√∂ffentlicht werden d√ľrfen." Das Gericht stellte aber auch fest, dass dem ein " [...] berechtigtes Interesse der eingesetzten Beamten [...] entgegenstehen [kann], wenn die Bilder ohne den erforderlichen Schutz gegen eine Enttarnung der Beamten ver√∂ffentlicht werden."

Wenn nun Fotografen in Aus√ľbung ihrer Presset√§tigkeit einen solchen Einsatz fotografieren, so muss, solange es keine konkrete Anhaltspunkte f√ľr das Gegenteil existieren, davon ausgegangen werden, dass die Presset√§tigkeit weder beim Fotografieren selbst nocht durch die Ver√∂ffentlichung nicht darauf angelegt ist, die Beamten zu enttarnen. Am Rande bemerkt: Das w√§re auch ziemlich unprofessionell und geeignet, √Ąrger zu bekommen. Es muss generell davon ausgegangen werden, dass die Presse rechtstreu handelt, salopp gesagt also die Spielregeln kennt und sich an sie h√§lt. Ein pr√§ventiv ausgesprochenes Fotografierverbot ist ein zu starker Eingriff in die Pressefreiheit, zumal dann, wenn das berechtigte Interesse der Abgebildeten auch auf anderem Wege eingefordert werden kann.

Das bedeutet aber auch: Sobald konkrete Anhaltspunkte daf√ľr vorliegen, dass in der Absicht, Polizeibeamte zu enttarnen, fotografiert wird, kann ein Fotografierverbot ausgesprochen werden, da damit ein berechtigtes Interesse der Abgebildeten verletzt wird. Das ist allerdings nicht neues.

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Ein Blick auf die Rechtslage, ganz losgelöst vom konkreten Fall, lohnt sich wie so oft zum besseren Verständnis.

Grunds√§tzlich gilt in Deutschland: Alles darf, auch wenn das manch einer gar nicht glauben mag, fotografiert werden. Dieser Grundsatz wird allerdings eingeschr√§nkt durch ¬ß 201a des Strafgesetzbuchs, der bereits das unbefugte Anfertigen von Bildaufnahmen "[...] einer anderen Person, die sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders gesch√ľtzten Raum befindet [...]" untersagt, da hierbei der "h√∂chstpers√∂nliche Lebensbereich" des Abgebildeten verletzt wird. Abgesehen davon darf, wie gesagt, alles fotografiert werden.

Nicht so einfach wie das Fotografieren ist allerdings das Ver√∂ffentlichen dessen, was man fotografiert hat. Zun√§chst einmal gilt ¬ß 22 des Kunsturhebergesetz (KunstUrhG), der ganz klar festlegt: "Bildnisse d√ľrfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder √∂ffentlich zur Schau gestellt werden." Punktum.
Aber von der Notwendigkeit der Einwilligung gibt es Ausnahmen, die in ¬ß 23 (1) KunstUrhG festgelegt sind. So d√ľrfen ohne die Einwilligung des Abgebildeten ver√∂ffentlicht werden: "Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte; Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen √Ėrtlichkeit erscheinen; Bilder von Versammlungen, Aufz√ľgen und √§hnlichen Vorg√§ngen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben; Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem h√∂heren Interesse der Kunst dient."

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Ein Bericht √ľber einen relevanten Polizeieinsatz d√ľrfte regelm√§√üig unter "Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte" fallen, bei Demonstrationen kommt noch die Ausnahme "Bilder von Versammlungen" hinzu, und wenn die Beamten nur als Beiwerk im Bild herumstehen, so kann auch noch die Ausnahme "Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen √Ėrtlichkeit erscheinen" greifen.

Nun gibt es aber auch eine Ausnahme von diesen Ausnahmen. ¬ß 23 (2) KunstUrhG legt n√§mlich fest: "Die Befugnis erstreckt sich jedoch nicht auf eine Verbreitung und Schaustellung, durch die ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten oder, falls dieser verstorben ist, seiner Angeh√∂rigen verletzt wird." Ein solches befugtes Interesse des Abgebildeten w√§re beispielsweise eine Ver√§chtlichmachung (Ein recht offensichtliches Beispiel w√§re eine Bildunterschrift "Das Bullenschwein steht dumm herum" unter einem Bild eines Polizisten ) oder, wie im konkreten Falle vom Einsatzleiter bef√ľrchtet, eine Enttarnung von Spezialeinsatzkr√§ften.

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Interessant ist, dass das Bundesverwaltungsgericht nunmehr festgestellt hat, dass Polizeinsätze regelmäßig zeitgeschichtliche Ereignisse darstellen. Die Grenzen der Veröffentlichung von Polizeibeamten greifen aber weiterhin. In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass es bereits vor diesem Urteil good practices gab. Verwiesen sei hier auf die Verhaltensgrundsätze zwischen Presse und Polizei, die bereits 1983 von der Innenministerkonferenz und vom Deutschen Presserat, Verleger-, Zeitungs- und Zeitschriftenverbänden, ARD, ZDF, dem Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation und den journalistischen Berufsverbänden beschlossen wurden und in denen es unter anderem heißt:

Das Fotografieren und Filmen polizeilicher Einsätze unterliegt grundsätzlich keinen rechtlichen Schranken. Auch Filmen und Fotografieren mehrerer oder einzelner Polizeibeamter ist bei Aufsehen erregenden Einsätzen im allgemeinen zulässig. Die Medien wahren die berechtigten Interessen der Abgebildeten und beachten insbesondere die Vorschriften des Kunsturhebergesetzes bei Veröffentlichungen des Film- und Fotomaterials.

Auch hier wird Pressevertretern, genausowenig wie durch das aktuelle Urteil, keineswegs ein Freibrief ausgestellt.

In der Praxis der Berichterstatung √ľber Polizeieins√§tze wird sich daher wenig √§ndern. Verantwortungsvolle Berichterstattung ber√ľcksichtigt die berechtigten Interessen aller Abgebildeten (auch Nicht-Polizisten). Professionelle Polizeiarbeit wiederum wird nicht nach Gutd√ľnken Eingriffe in die Pressefreiheit vornehmen.

Was in der Praxis im Enzelfall auch weiterhin problematisch sein d√ľrfte, ist die Frage, ob Polizeikr√§fte in der konkreten Situation vor Ort einer Person Pressestatus zuerkennen. Udo Vetter meint auf Urteil des Verwaltungsgerichts Freiburg interessant sein, das der Polizei verbietet, gegen Beobachter (hier Nicht-Pressevertreter) von Polizeieins√§tzen vorzugehen.
Grunds√§tzlich gilt in Deutschland Pressefreiheit nach Art. 5 Grundgesetz. Daraus leitet sich ab, dass die journalistische T√§tigkeit von jedermann ausge√ľbz werden kann. Wer ernsthaft journalistisch arbeitet und die rechtlichen Rahmenbedingungen verinnerlicht hat, sollte keine gr√∂√üeren Probleme haben, seine T√§tigkeit im Rahmen der Berichterstattung deutlich machen zu k√∂nnen. Ohne den Teufel an die Wand malen zu wollen: Gegen rechtswidrige Ma√ünahmen in einer konkreten Situation sch√ľtzt das nat√ľrlich nicht.

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FOTOGRAFR fotografiert seine Leser

 Verfaßt am 12.11.11 um 19:26 Uhr, von , Kategorien: Praxis, Bilder, die weite Welt des www , Tags: ,

Anfang Oktober hat Michael Kirchner von fotografr.de anl√§√ülich einer Blogaktion von lens-flare.de seine Blogleser dazu eingeladen, das Studio Omori zu besuchen und sich dort von Michael Kirchner fotografieren zu lassen. Nun bin ich, was derlei Aktionen angeht, eher kein Herdentier. Aber: fotografr.de geh√∂rt seit langer Zeit zu meiner Lekt√ľre - ich sch√§tze die Ausrichtung der Seite: Aus dem N√§hk√§stchen plaudern, aber keine Nabelschau, Techtalk, aber keine Pixelpeeperei, Einblicke, aber keine Selbstbeweihr√§ucherung. Und weil das Studio ganz in meiner N√§he liegt, fand ich nach einem stressigen Arbeitstag noch den Weg in den Heidelberger Pfaffengrund.
Es waren nicht massig Leute gekommen, aber der wirklich netten Stimmung tat das keinen Abbruch - und als Volksfest mit Bratwurstbuden war dieser Abend eh nicht geplant...
Nun, auch wenn ich dank massig Arbeit die Deadline der Blogroll-Aktion wohl √ľbersehen haben muss (edit: nein, es gibt eine Verl√§ngerung!), gibt es hier dennoch drei Bilder des Shootings. Eines davon: Der bei der lensflare.de-Aktion geforderte wei√üe Hintergrund. Ein anderes: Das unvermeidliche Kameraposing-Bild (Michael meinte noch scherzhaft, ich solle es aber blo√ü nicht als Social-Network-Profilbild verwenden...) und schlie√ülich mein Lieblingsbild: Ich vor schwarz.
Danke an Michael Kirchner und Gr√ľ√üe an Henrik Heigl und Vadim Plushakoff. Weitere Bilder des Abends findet man auf fotografr.de

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Michael Kirchner.

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Vergleich: Nikon SB-900 mit und ohne Batteriepack Nikon SD-8a

 Verfaßt am 24.04.11 um 01:39 Uhr, von , Kategorien: Theorie, Praxis, Technik , Tags: , ,
Wenn es um den Einsatz von Blitzen geht, so ist immer wieder die Frage zu h√∂ren, welche Vorteile ein Batteriepack bringt. Grunds√§tzlich erh√∂ht eine externe Energiequelle nat√ľrlich die Reichweite, sprich, macn kann mehr Blitze ausl√∂sen. Dar√ľber hinaus kann ein Batteriepack auch die Ladezeit deutlich verringern. Dabei gibt es zu beachten, dass es grunds√§tzlich verschiedene Arten von externen Batteriepacks f√ľr Systemblitzger√§te gibt. Zum einen gibt es, beispielsweise von Quantum, externe Akkus, die √ľber eine Dummybatterie die Stromversorgung des Blitzes auslagern. Zum anderen gibt es herstellereigene Batteriepacks, zum Beispiel bei Nikon den SD-9. Der Vorteil bei L√∂sungen √ľber das Batteriefach liegt darin, dass auch Blitze, die f√ľr eine externe Spannungsversorgung eigentlich nicht vorgesehen sind, damit betrieben werden k√∂nnen, sofern eine passende Dummybatterie erh√§ltlich ist. Nachteilig ist, dass man sich eine L√∂sung ausdenken muss, wie man das Kabel durch die Batteriefachabdeckung f√ľhrt. Im Falle der Nikon-Blitze mit austauschbaren Batteriefachabdeckungen bietet es sich an, eine Ersatz-Batteriefachabdeckung zu modifizieren und diese dann nach Bedarf auszutauschen. Die nikoneigenen externen Stromversorgungen, die man an die gro√üen Blitze SB-800 und SB-900 (und an einige Blitze aus der Vor-eTTL-Zeit) anschlie√üen kann, sind die Batteriepacks SD-8a und SD-9 (letzterer ist nur it dem SB-900 kompatibel) sowie die Power-Blitzschiene SK-6a (welche zus√§tzlich nochmals mit dem SD-8a erweitert werden k√∂nnte), bringen gegen√ľber reinen externen Stromversorgungen noch einen Vorteil. Sie liefern n√§mlich nicht einfach nur Strom, der dann aber √ľber die blitzeigene Elektronik in Hochspannung umgewandelt werden muss, sondern bereits passende Hochspannung, die √ľber eine eigene Verbindung, am blitzeigenen Wandler vorbei, direkt die Kondensatoren aufladen. Der Flaschenhals blitzeigene Wandlerelektronik wird dabei umgangen. Die Nikonblitze ben√∂tigen √ľbrigens dennoch Batterien, um den Blitz selbst betreieben zu k√∂nnen - die Batteriepacks liefern keinen Betriebstrom, sondern nur Ladestrom. Im folgenden wird es speziell um den Nikon-Batteriepack SD-8a und den Nikon-SB-900 gehen. Mit knapp 200 ‚ā¨ UVP ist so ein SD-8a oder SD-9 doch so teuer, dass man ihn nicht einfach mal zum Ausprobieren kaufen wird. Eine generelle Empfehlung kann man hier kaum geben, wie so oft hat das eigene Anwendungsprofil einen starken Einflu√ü darauf, ob man einen Vorteil erlangt oder nicht. Sicher ist: Die Anzahl der ausl√∂sbaren Blitze erh√∂ht sich betr√§chtlich. Das ist ja nun keine √úberraschung und lie√üe sich mit einer Handvoll Ersatzbatterien (die man je sowieso immer dabei haben sollte) ebenso erreichen. Was sich auch verbessert, ist die Ladezeit. Der Blitz ist schneller wieder bereit. Man sollte aber auch nicht erwarten, dass man mit Dauerfeuer und voller Leistung rumballern kann, das kann auch der SD-8a nicht leisten. Um den Unterschied zwischen einem Nikon SB-900 mit und ohne Batteriepack Nikon SD-8a zu verdeutlichen, wird im folgenden Video ein entsprechendes Setup gezeigt. In diesem Artikel wird der Nikon-SB-900 mit und ohne Batteriepack Nikon SD-8a verglichen. Beide Blitze werden mittels Funkausl√∂ser 30 mal in Folge ausgel√∂st. Es finden zwei Durchl√§ufe statt, einmal mit 9 Ausl√∂sungen pro Sekunde und einmal mit einer Ausl√∂sung pro Sekunde. Die Anzahl der vollst√§ndigen Blitzvorg√§nge, die der Blitz jeweils erreicht, wird gez√§hlt.
Ob sich ein externer Batteriepack nun lohnen w√ľrde, muss jeder f√ľr sich selbst ableiten. Das Video mag hierbei f√ľr den ein oder anderen einen Anhaltspunkt bieten.
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Kostenlos arbeiten?

 Verfaßt am 25.01.11 um 12:28 Uhr, von , Kategorien: Praxis, ins Auge gesprungen, die weite Welt des www, Links
Jessica Hisches gro√üartiges "Should I work for free?" hat es ja schon zu einiger Aufmerksamkeit geschafft. Gut so. wenn diese Aufmerksamkeit noch eine Debatte √ľber kostenlos arbeiten anst√∂√üt: Umso bessser. Mit freundlicher Genehmigung und tatkr√§ftiger Unterst√ľtzung von Jessica Hische habe ich das ganze mal ins Deutsche √ľbersetzt. Die Google-Translation, die Jessica Hische eingebettet hat, war eher a pain in the ass. Klick aufs Bild f√ľhrt zur deutschen Version von "Should I work for free?".
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Fliegende Augen

 Verfaßt am 21.07.10 um 01:51 Uhr, von , Kategorien: Praxis, OT, Bilder , Tags: , , ,

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Was ist das?

Immer, wenn man denkt, es geht eigentlich nicht schlimmer, dann wird man eines Besseren belehrt. So auch beim Konzert von The Flying Eyes im neuer√∂ffneten Kosmodrom (√ľbrigens auch eine empfehlernswerte Location!) Heidelberg.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: The Flying Eyes, die mit dem Auftritt im Kosmodrom ihre Europatournee begannen, waren großartig. Solide Gitarren, mächtige Bässe, pushende Beats und kraftvoller Gesang - was will man mehr. Die vier jungen Männer aus Baltimore spielen im Prinzip Rock aus den 1960er Jahren, allerdings im Breitwandsound der Jetztzeit. Wer Gelegenheit hat, sich die Fliegenden Augen anzusehen, sollte sie nicht verpassen.

Was aber war so schlimm? Tja, das Licht. Ich habe noch nie so schlechte Lichtverh√§ltnisse gesehen. B√ľhnenbeleuchtung gab es bis auf ein paar blaue Kannen, die √ľber weite Strecken aus waren, keine. √Ąu√üerst sporadisch gabs dann noch etwas gelb und rot. Was es gab, waren psychedelische Aufprojektionen aus vier Diaprojektoren mit Farbr√§dern. Das sah zwar gut aus und pa√üte auch zur Musik, aber sorgte daf√ľr, dass die Wand hinter den Musikern hell erstrahlte, w√§hrend die Band selbst im Dunkeln stand - oder wilde Muster auf die Gesichter bekam. Ja, ich wei√ü, Konzerte werden f√ľr Konzertbesucher und nicht f√ľr Fotografen gemacht, aber etwas Frontlicht h√§tte auch den Zuh√∂rern sicher gefallen.

Anyway, das Konzert war toll, und der Lichtmensch hat mir dann sp√§ter bei einem Bier auch zuk√ľnftige Abhilfe versprochen.

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Praxistest: Newswear Mens Medium Chestvest

 Verfaßt am 05.06.10 um 17:39 Uhr, von , Kategorien: Praxis, Technik , Tags: , ,

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Die Newswear Mens Medium Chestvest

Die Suche nach dem richtigen Rucksack oder der richtigen Tasche ist eine unendliche Geschichte; f√ľr Tragesysteme gilt das gleiche. Ich selbst bin mittlerweile der Ansicht, dass eine Universall√∂sung nicht existiert und dass es zielf√ľhrender ist, f√ľr verschiedene Anwendungsgebiete passende L√∂sungen zu suchen.
F√ľr den Transport der Ausr√ľstung benutze ich einen Holst L (Holst hat die Produktion leider eingestellt) oder eine bagaboo Workhorse (das ist keine spezifische Fototasche) oder beide zusammen. Damit bin ich auch ganz zufrieden.

Ich muss aber immer wieder einen Nachteil von R√ľcks√§cken feststellen: Man muss zum Objektivwechsel den Rucksack abnehmen. Das ist auch oft kein Problem, aber wenn es schnell gehen muss, weil man sich in einer dynamischen Umgebung befindet, kann das etwas nerven. Man k√∂nnte auch mit zwei Geh√§usen fotografieren, aber ich finde in einigen Situationen ein Geh√§use angenehmer - dazu sp√§ter noch mehr.

Versuche mit einer klassischen Schultertasche haben sich als unbefriedigend erwiesen: Man kommt zwar in der Tat gut an alles ran, aber erstens wird die Last nicht wirklich r√ľckenschonend verteilt, sondern h√§ngt halt auf einer Schulter, und zweitens kann ich damit nicht gut rennen. Am Rucksack als "Basislager" f√ľhrt daher meines Erachtens kein Weg vorbei. Nett w√§re es aber, wenn man die Teile der Ausr√ľstung, die man h√§ufig braucht, irgendwie so anbringen k√∂nnte, dass man schnell drankommt.

Bei mir kommt eine ganz spezielle Anforderung dazu: Ich muss radfahren k√∂nnen. Ich fotografiere oft Events, auf denen ich selbst mit dem Rad unterwegs bin. Da w√§re auch ein Schnellzugriff auf die Kamera ganz nett - bisher muss ich bei l√§ngeren Strecken immer kurz anhalten, um die Kamera zu verstauen. In letzter Zeit behalf ich mir damit, die Kamera mittels eines Zusatzkarabiners am G√ľrtel oder Schultergurt des Rucksacks einzuh√§ngen. Das funktioniert, ist aber ein gewisses Gebaumel. Und mit zwei Geh√§usen am K√∂rper w√§re das gar nicht mehr machbar, zumal das die Kombi D200/D300, jeweils mit Bateriegriff und dazu 17-55/2.8 und 70-200/2.8 w√§re.

Wir fassen zusammen: Ein Rucksack muss weiterhin verwendbar sein, ich m√∂chte rennen (in die Hocke gehen, irgendwo hinaufklettern, irgendwo herunterspringen) k√∂nnen, ich m√∂chte radfahren k√∂nnen, ich m√∂chte schnell an einige Sachen kommen und dazu nicht immer den Rucksack absetzen m√ľssen. Wenn ich dann noch die Kamera selbst in Bereitschaft verstauen kann, um so besser.

Was ich hingegen nicht brauche, sind so Dinge wie "Tarnung" (dazu fällt mir spontan die Cloakbag ein, zu der Sascha Rheker einen ganz wunderbaren Artikel geschrieben hat), Kompass, 20mm-Polsterung aus Weltraummaterialien gefertigt, "Shock-Absorber" und dergleichen einzigartige Features mehr.

G√ľrtel-Taschen-Systeme (in meinem Falle Lowepro Street&Field) kommen den Anforderungen schon sehr nahe, waren mir pers√∂nlich durch die dicke Polsterung aber vom Packma√ü zu volumin√∂s. Und das 70-200 in der G√ľrteltasche G√ľrtel war mir dann etwas zu baumelig. Vor allem liegen gr√∂√üere Taschen schnell am Boden auf, wenn man in die Hocke geht.

Hände frei: Objektiv unter den Gurt geklemmtDas funktioniert auch mit größeren Objektiven wie dem 70-200/2.8Ich entscheid mich nach anfänglichen Zögern (es gibt wenig Berichte im www zu finden, auch die Abmessungen der Taschen sind nicht genau beschrieben), es einmal mit der Chestvest von Newswear zu versuchen. Ich muss sagen, ich bin begeistert: Das ist es!

Die Chestvest (ich habe die Mens Medium-Version gekauft), ist aus 420 Denier Crinkle Nylon (Herstellerangabe) gefertigt und hat zwei kleine und zwei gro√üe Taschen, die jeweils noch √ľber kleinere Zusatztaschen verf√ľgen. Die Haupttaschen sind nur leicht gepolstert, so dass die Chestvest sich klein zusammenfalten l√§sst.
Man tr√§gt die Chestvest vor dem Bauch, wobei man die Gurte wie Hosentr√§ger (gekreuzt oder gerade) √ľberzieht. Am R√ľcken wird der H√ľftgurt geschlossen. Die Chestvest l√§√üt sich auch auf dem R√ľcken oder √ľber einer Schulter tragen.

Platz ist ausreichend f√ľr ein Standardsetup vorhanden. Ich bekomme einen SB-900 und SD-8a, das Tokina 11-16/2.8, das Nikon 70-200/2.8 (mit umgedrehter Streulichtblende passt es ganz in die Tasche, mit aufgesetzter Streulichtblende ragt es etwas heraus, die Tasche l√§√üt sich aber noch schlie√üen) und einen Belichtungsmesser hinein - es ist noch Platz frei.

Kleines Packma√ü: Die zusammen­gefaltete Chestvest Das pa√üt hinein:
Tokina 11-16/2.8, Nikon 17-55/2.8, Nikon 70-200/2.8, SB-900 mit SD-8a, Bel­ich­tungs­messer, Funk, Kleinkram. Nor­maler­weise w√§re eines der Objektive bereits an der Kamera.
Die Innenma√üe der beiden √§u√üeren Taschen sind (BxHxT; cm) ca. 13x15x5; die der beiden inneren Taschen ca. 14x24x8. Auf den Deckeln der Taschen befinden sich nochmals kleinere aufgesetzte Taschen mit den Innenma√üen (BxH; cm) ca. 13x16 (√§u√üere Deckel) und ca. 12x17 (innere Deckel). An der dem K√∂rper zugenwandten Innenseite befinden sich nochmals zwei Einsch√ľbe in den Ma√üen (BxH; cm) von jeweils ca. 11x15.
Die Taschen lassen sich etwas vergr√∂√üern, wenn der Deckel nicht ganz geschlossen wird. Die Deckell√§nge und die Klettverschl√ľsse geben das her. Abgeschlossen ist die Tasche dann nat√ľrlich nicht mehr.

Der Tragekomfort ist gro√üartig. Das Gewicht der Ausr√ľstung wird √ľber beide Schultern verteilt (nat√ľrlich ist es noch da, da hilft nichts). Rennen ist √ľberhaupt kein Problem. Auch Radfahren ist ganz wunderbar, wenn auch klar sein d√ľrfte, dass man nicht unbedingt in extremen Aeropositionen unterwegs sein kann.
Sehr schön (den Trick habe ich von Craig Shipp) ist die Möglichkeit, die Kamera bzw. das Objektiv einfach unter einen Träger zu klemmen. Die Kamera ruht dann auf den Taschen und wird vom Träger gehalten - so hat man ganz schnell beide Hände frei und kann, hurra, sogar Rad fahren und dabei die Kamera schnell bereit haben. Das funktioniert sogar mit dem 70-200.

Craig Shipp zeigt das alles auch nochmal in einem Video:

√úber das √§u√üere Erscheinungsbild der Chestvest wird im www viel geredet - die Assoziation zu Selbstmordattent√§tern f√§llt immer mal wieder. Nat√ľrlich ist die Chestvest in gewisser Weise ungew√∂hnlich, aber mir ist es im mitteleurop√§ischen Raum noch nicht passiert, dass man mich damit √ľber Geb√ľhr schr√§g angeschaut hat. Auff√§lliger als die Kamera d√ľrfte die Chestvest auch nicht sein, und wenn man sie auf dunklen Klamotten tr√§gt, f√§llt sie aus einiger Entfernung nicht mehr auf. Ich bin sowieso der Meinung, dass das Verhalten des Fotografen mehr seine Wahrnehmung bei anderen bestimmt, als seine Ausr√ľstung - aber das nur am Rande.

Die Taschen der Chestvest werden mit gro√üfl√§chigen Klettverschl√ľssen verschlossen. Das kann in l√§rmsensiblen Bereichen problematisch sein, denn das √Ėffnen der Taschen ist ziemlich laut. Abhilfe schafft ein vorheriges √Ėffnen und Einschlagen der Deckel nach innen - dann sind die Taschen aber dauerhaft offen. Man kann aber auch einen Teil der Klettfl√§che mit passendem Klettband (Meterware, erh√§ltlich z.B. im Baumarkt) "deaktivieren".

Die Newswear Chestvest geh√∂rt zu jenen Dingen, bei denen man sich nur √ľber eines √§rgert: Dass man sie nicht schon fr√ľher gekauft hat.

Die Newswear-Produkte sind in Deutschland √ľber isarfoto erh√§ltlich. Bei eBay.com finden sich auch immer wieder Produkte von Chestvest. Wer den internationalen Versand und die Einfuhrumsatzsteuer nicht scheut, kann so noch ein paar Euro sparen.

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Bratze, Teufel, 07.04.2010

 Verfaßt am 08.04.10 um 00:34 Uhr, von , Kategorien: Praxis, Bilder, Technik , Tags: , , ,
Bratze
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Bratze

"Fr√ľher nannte man diese Dinge Punk. Heute hei√üt es vielleicht Elektropunk. Und Bratze geh√∂ren definitiv zu dieser Bewegung, die mittlerweile eine sehr gro√üe Anh√§ngerschaft vorweisen kann.
Was unterscheidet die beiden von den anderen Elektropunk Bands?
Ist es der Sound, ist es die Dialektik, ist es das beim ersten Hinschauen Strukturlose, ist es diese Naivität, die zwischen den Zeilen Aussagen besitzt, dieser leicht Hang zum Dadaismus, oder sind es nur ihre Frisuren?
Keine Ahnung. Aber die Summe aus den vielen kleinen Eckpunkten, machen Bratze vielleicht anders."

Das ist doch mal eine schöne und auch treffende Selbstdarstellung.

Der Aufritt im Teufel Heidelberg war mitrei√üend und schwei√ütreibend - nicht nur f√ľr Bratze, auch f√ľr die Zuschauer.

Was f√ľr Konzertg√§nger grandios war, war ein Fotografenalbtraum: Blaues und gr√ľnes LED-Licht, massig Nebel, gerne auch mal gef√ľhlt minutenlang Stroboskop. Dazu eine so hohe Luftfeuchte, dass die Objektive permanent beschlugen. Ach ja, dunkel wars auch: f/1.8 und ISO 3200 waren manchmal noch zu lichtschwach...
Egal! Konzerte werden schlie√ülich nicht f√ľr Fotografen, sondern f√ľr Zuh√∂rer und -schauer gemacht. Und das ist auch gut so. Zumindest an diesem Abend.

Mehr Bilder gibt's bei flickr.

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