realfragment
/blog/

Kategorie: "Technik"

Vivitar 283 Barebulb-Mod V2

 Verfaßt am 12.07.08 um 04:28 Uhr, von , Kategorien: DIY, Praxis, Technik , Tags: ,

Vivitar 283 bare bulb mod

Nach dem Umbau des Vivitar 283 zu einem barebulb flash (den Umbaubericht gibt's hier) und dem eher ern√ľchternden Ergebnis erster Tests habe ich mir nochmal die "richtigen" bare bulb flashes wie z.B. den Armatar-Umbauten oder den Quantum Qflash (z.B. bei zoomyboy zu sehen) angeschaut. Wie bei meinem Vivitar 283 Barebulb Mod k√∂nnen diese Ger√§te mit offen liegender Blitzr√∂hre eingesetzt werden. Der Einsatzbereich f√ľr dieses Setup schient mir aber recht eng gefa√üt. Auch wenn ich ihn noch nicht experimentell ausloten konnte, so ist doch recht klar, dass er vor allem dort zu finden ist, wo im Innenbereich √ľber m√∂glichst viele Fl√§chen (W√§nde, Decken) geblitzt werden soll. Das ist in der Tat etwas speziell. Zum einen sollten die als Reflektoren verwendeten Fl√§chen nicht farbig sein, zum anderen wird daf√ľr recht viel Blitzleistung ben√∂tigt.
Eine zweite Anwendungsm√∂glichkeit w√§re der Einsatz des Vivitar Barebulb Mod als "Blitzkopf" mit Softboxen, die f√ľr Kompaktblitzen gedacht sind. Mit herk√∂mmlichen Kompaktblitzen st√∂√üt man n√§mlich oft an die Grenze, dass die Lichtstreuung nicht ausreichend ist und die Softbox Daher nicht gleichm√§√üig ausgeleuchtet wird.
Diese beiden Varianten interessieren mich nicht so sehr wie die dritte, die von den "gro√üen" bare bulb flashes abgeschaut ist. Neben dem Blitzen mit offenliegender Blitzr√∂hre haben diese bare bulb flashes n√§mlich auch noch die M√∂glichkeit, einen Reflektor zu montieren. Was lag da n√§her, als den Vivitar 283 Barebulb Mod zur n√§chsten Entwicklungsstufe zu f√ľhren?
Den Reflektor spendete ein altes Blitzger√§t der Marke Pr√§zisa. Von den Abmessungen her ist er wie gemacht f√ľr den Vivitar Barebulb Mod V2.

So, und nun schnell den Test wiederholt (das Motiv hat sich geringf√ľgig ver√§ndert, die Aufnahmedaten sind gleich geblieben: Kamera war die Nikon D200 mit AF-S Nikkor 18-70mm 3.5-4.5 G ED. ISO 100, f/8, 1/60 sec. RAW-Konverter: Pixmantec RAW Shooter Professional. Die Bilder sind out of cam. Im RAW-Konverter wurden Kontrast und Sch√§rfe ganz leicht angehoben). Das Ergebnis ist hier zu sehen.

Vivitar 283 bare bulb mod

Erste Überraschung: Man kommt mit viel weniger Leistung aus. Nur noch 1/4 Leistung (dank dem neu erstandenen Vivitar Varipowe- Modul, das anstelle des Thyristors eingesteckt wird und eine bequeme manuelle Leistungsregelung erlaubt) wird benötigt! Zweite Überraschung: Das Licht ist weicher als gedacht. Sicher, ein Durchlichtschirm bleibt ungeschlagen, aber alles in allem gar nicht mal so schlecht. Die Weichheit war zwar zu erwarten, da der Reflektor ja schon deutlich größer ist als bei einem normalen Kompaktblitz, aber das sieht doch ganz gut aus. Ich denke, als Aufheller könnte dieser Blitz eine ganz gute Figur machen.

Nachtrag: Mittlerweile habe ich einen "richtigen" barebulb flash erstanden: Den Sunpak 120J. Sobald er bei mir eingetroffen ist, werde ich dar√ľber berichten. Leitzahl 45 bei ISO 100 h√∂rt sich schonmal nicht schlecht an...

Dieser Artikel ist mir was wert:

Was ist das?

Anzeige

Einen Kommentar hinterlassen »

Image Fulgurator: Einige Fragen an Julius von Bismarck

 Verfaßt am 02.07.08 um 03:01 Uhr, von , Kategorien: Theorie, Technik, die weite Welt des www, einige Fragen an... , Tags: ,

Über den Image Fulgurator und seine Auswirkungen wurde bei realfragment bereits berichtet. Auch im Internet, befeuert durch die Blogosphäre, stieß der Image Fulgurator durchaus auf Aufmerksamkeit. Der Image Fulgurator wurde hier jedoch meist als eine Art Kuriosum, eine technische Spielerei, wahrgenommen. Oftmals auch fand eine eher technikzentrierte Auseinandersetzung statt.

realfragment m√∂chte die politische und gesellschaftlichen Aspekte des Image Fulgurator st√§rker beleuchten und hat dem K√ľnstler Julius von Bismarck einige Fragen gestellt.

Julius von Bismarck und der Image Fulgurator

Julius von Bismarck und der Image Fulgurator
Bild: www.juliusvonbismarck.com

ng>realfragment: Bildmanipulation in der Fotografie ist ein altes Thema. Bis jetzt fand Bildmanipulation im engeren Sinne im Nachhinein, am bereits gemachten Bild statt. Die Abbildung der Realität wurde manipuliert. Die Manipulation, die der Image Fulgurator vornimmt, findet ohne Zutun und ohne Wissen des Fotografen statt. Überdies erfolgt sie in einem Stadium, dem der Fotograf glaubt, die Realitätsabbildung noch voll unter Kontrolle zu haben. Was brachte Sie zu dem Ansatz, die Manipulation in den Augenblick der Aufnahme vorzuverlagen, also nicht mehr die Abbildung der Realiät, sondern die Realität selbst zu manipulieren?

von Bismarck: Die visuelle Manipulation des Stadtraumes war mein urspr√ľngliches Ziel. Weil ich schon bei anderen Arbeiten experimentell mit Blitzen, Kameras und Projektionen gearbeitet habe, kam mir die Idee des Image Fulgurators. Erst dann wurde mir bewusst, wozu man solch einen Apparat nutzen k√∂nnte.

realfragment: Auf dem Video, das den Einsatz des Image Fulgurator am Berliner Checkpoint Charlie zeigt, sind teilweise verst√∂rte Menschen zu sehen. Ist diese Reaktion der Regelfall, oder wird die Manipulation auch gleichm√ľtig hingenommen?

von Bismarck: Nat√ľrlich reagieren die Leute verst√∂rt, wenn sie etwas auf ihrem Bild sehen, was sie mit ihren eigenen Augen nicht gesehen haben. Besonders spannend finde ich hierbei den Augenblick, unmittelbar nachdem das gemachte Foto auf dem Kamerabildschirm angesehen wird. Viele Leute wissen f√ľr einen kurze Zeit nicht, ob sie dem Foto oder ihren eigenen Augen trauen sollen. Wie in dem Video, was ich am Checkpoint Charlie aufgenommen habe, gut zu sehen ist, nehmen viele Touristen ihre Umwelt eigentlich nur noch √ľber den Bildschirm ihrer Kamera wahr. Die Konservierung des Gesehenen wird wichtiger als die eigentlich Erfahrung, vor Ort zu sein.
Ich glaube nicht, dass man einen Eingriff in diesen Vorgang einfach hinnimmt, vorausgesetzt, man bemerken ihn.
Da ich mit dem Apparat auf das Motiv ziele und nicht auf einen bestimmten Fotografen, weiß ich oft nicht, wen die Fulguration getroffen hat.

realfragment: Wie schätzen Sie die generelle Wirkung des Image Fulgurator auf die Fotografen ein - kann der Image Fulgurator das Selbstverständnis der Eigendokumentation und ihrer unbedingten Authentizität aufbrechen?

von Bismarck: Ich hoffe, dass ich an diesem Selbstverst√§ndnis etwas r√ľtteln kann. Besonders wenn es um Fotografen geht, die ein bestimmtes Ereignis f√ľr viele Konsumenten konservieren. Ich glaube, zu einem nachhaltigen Effekt kommt es nicht, wen ich hier und da mal jemandem einen visuellen Kommentar unterschummle. Ich hoffe aber, dass ich damit eine Diskussion ausl√∂sen kann, die dann vielleicht auch einen nachhaltigen Effekt hat.

realfragment: Im Internet wird der Image Fulgurator zum gro√üen Teil entweder als Touristenschreck ("F√ľr alle Leute, die was gegen die Touristen mit diesen l√§stigen Kameras tun wollen") oder als Technikspielerei wahrgenommen. Die von Ihnen durchgef√ľhrte Aktion l√§√üt nun aber durchaus einen politischen Anspruch erkennen. Warum, glauben Sie, werden die k√ľnstlerischen, gesellschaftlichen und politischen Dimensionen des Image Fulgurator so wenig thematisiert?

von Bismarck: Diese Aspekte interessieren mich eigentlich am meisten, deshalb bin ich dankbar, dass sie von Ihnen thematisiert werden.
Die Mitglieder der blogger-Gemeinde, die in den letzten Tagen auf den Image Fulgurator reagiert haben, kommen ja zum gr√∂√üten Teil aus einem Technikhintergrund. Besonders in den USA wird teilweise sehr negativ auf den Image Fulgurator reagiert. Die Diskussionen werden oft oberfl√§chlich gef√ľhrt, und enden teilweise mit einer Beschimpfung gegen mich. Die Leute haben anscheinend richtig Angst, dass ich ihnen ihre Urlaubsfotos versaue. Ich freue mich jedoch √ľber jede Diskussion, die von mir provoziert wurde, schlie√ülich war das ja genau das Ziel meiner Arbeit.
Zu einer tiefgr√ľndigen Diskussion kommt es hoffentlich, wenn meine anderen Interventionen √∂ffentlich werden. Die Aktion am Checkpoint Charlie war f√ľr mich nur ein erster Test. Vielleicht war es ein Fehler, das Video jetzt schon zu ver√∂ffentlichen.

realfragment: Eine weitere Reaktion im Internet auf den Image Fulgurator ist die sofortige Assoziation der kommerziellen Verwendung, entweder zur Einblendung von Werbung an lohnenden Standpunkten oder als Fotografieverhinderung, quasi als Copyright-Enforcement-Maschine, beispielsweise in Museen. Sie selbst haben den Image Fulgurator zum Patent angemeldet. Warum haben Sie den Apparat zum Patent angemeldet?

von Bismarck: Das Patent dient in erster Linie dazu, Kontrolle √ľber die Nutzung meiner Erfindung zu haben. Es w√§re unverantwortlich gewesen, die Erfindung nicht zu sch√ľtzen, da man sie gut f√ľr penetrante Werbung nutzen k√∂nnte.

realfragment: Warum, denken Sie, gehen so viele Menschen von einer zuk√ľnftigen kommerziellen Verwendung aus?

von Bismarck: Das verwundert mich nicht. Schlie√ülich wird alles M√∂gliche zu Geld gemacht, ohne R√ľcksicht auf Verluste. Mich pers√∂nlich interessiert die kommerzielle Nutzung erstmal nicht so. Ich verstehe mich hierbei eher als K√ľnstler und nicht als Unternehmer.

realfragment: Bleibt der Image Fulgurator als Kunstprojekt in den Austellungshallen oder planen Sie Aktionen an öffentlichen Orten?

von Bismarck: Bei der Cyberarts Ausstellung in Linz, die zur Ars Electronica 2008 im September er√∂ffnet, wird das gesamte Projekt ausgestellt. Dort gibt es dann eine Dokumentation √ľber alle Interventionen und nat√ľrlich wird der Fulgurator auch zum Einsatz kommen.

realfragment: Julius von Bismarck, vielen Dank f√ľr die Zeit, die Sie sich genommen haben.

Dieser Artikel ist mir was wert:

Was ist das?

Anzeige

4 Kommentare »

Aufgebrochene Realitätsvergewisserung: Der Image Fulgurator und seine Auswirkungen

 Verfaßt am 27.06.08 um 03:12 Uhr, von , Kategorien: Theorie, Technik, die weite Welt des www


Bildmanipulation ist so alt wie die Fotografie selbst. Und noch heute werden Bilder als Beweis wahrgenommen - lange nach der Erkenntnis, dass auch Nachrichtenbilder immer wieder manipuliert wurden.

Julius von Bismarck und der Image Fulgurator

Julius von Bismarck und der Image Fulgurator
Bild: www.juliusvonbismarck.com


er manipuliert werden können und werden, ist heute Allgemeingut - spätestens der Siegeszug der digitalen Fotografie und Bildbearbeitung, der seit einiger Zeit auch im Mainstream angekommen ist. Dennoch: Bilder bleiben Beweise, Bildern wird geglaubt, und zwar auch von jenen, die um die Manipulationsmöglichkeiten wissen. Es scheint, dass das Wesen der Fotografie sich aufgespalten hat. Auf der einen Seite existiert das, was ich "generierte Realität" nennen möchte und anhand der Fernsehzeitschriften-Titelbildern vor kurzem in der Zeit ganz treffend charakterisisert wurde. Auf der anderen Seite: Die "dokumentierte Realität", das sind beispielsweise Bilder, die Nachrichten illustrieren.
Die Rezipienten haben gelernt, mit beiden Spielarten umzugehen. Mit generierter Realität wird gespielt, es ist klar, dass es sich kaum um ein authentisches Abbild handelt, handeln kann, handeln soll. Das wird auch nicht erwartet.
Bei dokumentierter Realität hört der Spaß allerdings auf: Hier erwarten die Betrachter Authentizität ohne wenn und aber.
Ob ein Bild nun generierte oder dokumentierte Realität darstellt, ist zunächst schwer zu erkennen und wird zunehmend nur noch durch den Kontext, in dem sie sich befinden, definierbar. Wieder ein Beispiel: Über die Kunstmenschen, die auf den Titelbildern von Zeitschriften wie beispielsweise TV Spielfilm erscheinen, regt sich niemand auf - zu offensichtlich ist, das diese Bilder nicht authentisch sind.
Manipulationen im nachrichtlichen Kontext sto√üen aber noch immer auf Emp√∂rung, das zeigt beispielsweise der Fall Adnan Hajj. Gl√ľcklicherweise, m√∂chte man ausrufen.

Zur√ľck zur Bildmanipulation. Bei der Frage nach Authentizit√§t st√∂√üt man auf eine harte Erkenntnis: Nat√ľrlich ist auch ein Bild, das nichts anderes zeigt als die Realit√§t, in gewisser Weise manipuliert. Allein die Wahl des Aufnahmestandorts ist eine erste Manipulation, hinzu kommen etliche weitere Aufnahmeparameter. Diese Beeinflussungen m√ľssen noch nicht einmal absichtlich entstehen. Es ist aber wohl nicht sehr zielf√ľhrend, den Begriff der Manipulation soweit auszudehnen.
Wenn wir von manipulierten, von gef√§lschten Bildern sprechen, so meinen wir im engeren Sinne Bilder, deren Aussage im Nachhinein ver√§ndert wurde, bei denen sp√§ter vors√§tzlich etwas weggenommen oder hinzugef√ľgt wurde, was im Zeitpunkt der Aufnahme vorhanden war. Bildmanipulation in diesem allgemeingebr√§uchlichen Sinne ist also das √Ąndern der Realit√§tsabbildung im Nachhinein.

Das bedeutet aber auch: Auf das, was aufgenommen wurde, kann man sich verlassen. Und weiter: Auf das, was man selbst aufgenommen hat, kann man sich verlassen - genau so funktioniert Existenzvergewisserung.

Der Image Fulgurator des Berliner K√ľnstlers Julius von Bismarck bricht diese Gewissheit auf. Sein "Aparat zur "minimal-invasiven Manipulation von Fotographien (Fehler im Original)" √§ndert die Realit√§t in dem Moment, in dem sie festgehalten wird. Dabei ist diese Ver√§nderung nur f√ľr einen Wimpernschlag sichtbar und wird erst auf den fertigen Bildern sichtbar.

Das Ger√§t ist verbl√ľffend einfach aufgebaut. Ein Sensor registriert das Blitzlicht eines Fotoapparates und l√∂st eine Projektion auf das Motiv aus. Ironischerweise geschieht dies mit einem umgebauten Fotoapparat, der den Weg der Bildwerdung vom Kopf auf die F√ľ√üe stellt.

Das Resultat ist verbl√ľffend, ja teils verst√∂rend, wen man die Reaktionen der Fotografen berachet. Das Prinzip der Realit√§tsabbildung wurde offenbar aprupt und nachhaltig durchbrochen, ohne dass die Fotografen sich dies erkl√§ren k√∂nnen.

Am Rande sei noch erw√§hnt, dass ich eine √§hnliche Aufhebung der Realit√§tsvergewisserung vor einigen Jahren erlebte, als Besucher einer Ausstellung eine Videoinstallation, die auf eine Leinwand projeziert wurde, zur Erinnerung festhalten wollten. Durch Blitzeinsatz auf die Videoleinwand war das Resultat meistens eine Bild, dem die Erinnerung fehlte: Eine wei√üe Leinwand. Manche Leute versuchten mehrmals, die fl√ľchtigen Bilder zu fotografieren, mussten dann aber, nach mehrmaliger Kontrolle auf dem Display, aufgeben.
Interessant war, dass die Menschen das Scheitern ihrer Bem√ľhungen sofort oder nach einigen Versuchen, eher gleichm√ľtig hinnahmen.

Folgendes Video zeigt den Einsatz des Image Fulgurator am Berliner Checkpoint Charlie. Der Image Fulgurator projeziert auf das ber√ľhmte Schild "You are entering the American Sector" den Satz "Hundreds of people died last year by trying this at the US-Mexico border". Die Reaktionen der Fotografen sind ganz und gar nicht gleichm√ľtig, stellenweise wirken die Leite verst√∂rt ("It's spooky").

Im Gegensatz zur Videoinstallation, die ja von vorneherein einen spielerischen Kontext aufbaute, ist dies Ernst. Hier ist keine situationsbedingte Erklärung zur Hand.
Das Prinzip der Selbstvergewisserung wurde ganz offenbar f√ľr einen Moment aufgebrochen, der Glaube an die Authentizit√§t der selbst konservierten Realit√§t ersch√ľttert. Von Bismarck selbst formuliert dies so:

A camera can be used as a personal memory tool, since people do not doubt the veracity of their own photographs. [...] with the Fulgurator it is possible to have a lasting effect on those kinds of individual moments and events that become accessible to the masses only because they are preserved photographically.
In this context the Fulgurator represents a manipulation of visual reality and so targets the very fabric of media memory.

Diesen politischen Anspruch haben manche aber wohl nicht ganz verstanden:

F√ľr alle Leute, die was gegen die Touristen mit diesen l√§stigen Kameras tun wollen, hat ein Mensch namens Julius von Bismarck einen Apparat zur sogenannten “minimal-invasiven Manipulation von Fotoapparaten erfunden.

Vom 4. bis 9. September ist der Image Fulgurator auf der CyberArts-Ausstellung im Rahmen des Ars Electronica-Festivals in Linz zu sehen.

Dieser Artikel ist mir was wert:

Was ist das?

Anzeige

Einen Kommentar hinterlassen »

Vivitar 283 Barebulb-Mod: Erster Praxiseindruck

 Verfaßt am 14.06.08 um 19:25 Uhr, von , Kategorien: DIY, Praxis, Technik , Tags: ,


Nach dem Umbau des Vivitar zu einem bare bulb flash war es an der Zeit, zu sehen, ob solch ein Umbau wirklich nennenswerte √Ąnderungen gegen√ľber herk√∂mmlichen Kompaktblitzen mit sich bringt. Aus diesem Grunde trat der Vivitar 283 Barebulb zu einem Vergleichstest an.

Der Vergleichsaufbau, quick and dirty, gen√ľgt sicherlich nicht Laborma√üst√§ben, reicht aber aus, um sich einen Eindruck √ľber die Lichtwirkung zu machen.
Zum Aufbau selbst: Kamera war die Nikon D200 mit AF-S Nikkor 18-70mm 3.5-4.5 G ED. Blitze: Nikon SB24 und eben der Vivitar 283 Barebulb. Bei allen Bildern: ISO 100, f/8, 1/60 sec. RAW-Konverter: Pixmantec RAW Shooter Professional. Die Bilder sind out of cam. Im RAW-Konverter wurden Kontrast und Schärfe ganz leicht angehoben. Beim letzten Bild, welches mit dem Vivitar 283 Barebulb aufgenommen wurde, wurde die Belichtung hochgezogen (später dazu mehr). Die funkausgelösten Blitze standen ca. 1 m links neben der Kamera und ungefähr auf Objektivhöhe. Die Entfernung zum Motiv betrug ca. 2 m.

Zunächst einmal: SB24 pur, direkt auf das Motiv gerichtet. Zoom: 50mm. Leistung: 1/4.

Nikon SB24

Wie zu erwarten: Harte, dunkle Schatten, frontale Ausleuchtung. Weiter geht es mit dem Nikon SB24, √ľber einen silbernen Reflexschirm geblitzt.

Nikon SB24 mit Reflexschirm

Hier sind die Schatten schon deutlich weniger hart, auch sind Bildteile, die im Schatten liegen, weniger zugelaufen. Unschön sind aber die harten Übergänge am Kernschatten. Das nächste Bild wurde wiederum mit dem SB24 azfgenommen, diesmal aber durch einen weißen Durchlichtschirm geblitzt, wozu eine Leistungsanhebung auf 1/2 nötig war.

Nikon SB24 mit Durchlichtschirm

Die Schatten sind nochmals deutlich weicher geworden, außerdem sind die Übergänge innerhalb der Schatten gleichmäßiger. Bildteile, die in den Schatten liegen, sind kaum noch zugelaufen - man vergleiche den Nikon-Blitz am rechten Bildrand mit der ersten Aufnahme.
Nunmehr: Trommelwirbel, der Vivitar 283 Barebulb betritt das Testparkett. Die Blitzr√∂hre wurde senkrecht stehend ausgerichtet. Zun√§chst einmal eine √úberraschung: Die Leistung geht doch sehr in den Keller, und zwar mehr, als ich das erwartet hatte. Trotz 1/1-Leistung mu√üte das Bild im RAW-Konverter um √ľber eine Blendenstufe hochgezogen werden, um den gleichen Helligkeitseindruck wie bei den anderen Bildern zu erhalten.

Vivitar 283 Barebulb

Der große Wow-Effekt bleibt aus. Zunächst wandert der Blick auf den Schatten der Funkgerät-Antenne links, und der ist hart - fast so hart wie beim ersten Bild. Bei weiterem Vergleich tut sich aber doch ein Unterschied zum direkt geblitzten Bild auf: die Schatten sind bei weitem nicht so dunkel. Man vergleiche nochmals Bildbestandteile, die im Schatten anderer Objekte liegen, wie beispielsweise den Nikon-Blitz auf der rechten Seite.
Interesseant: Rechts, im Bild nicht mehr sichtbar, stand ein rotes Buch. Man achte auf die Tapete... hier kann man sehen, dass der Vivitar 283 Barebulb in der Tat rund abstrahlt und alle Fl√§chen im Raum als Reflektor benutzt (was nat√ľrlich auch zum problem werden kann).

Was ist nun das Fazit? Nun, wie gesagt, das gro√üe Wunderwerk ist dieser bare bulb falsch nicht. Man kann aber vermuten, dass er in gewissen Aufnahmesituationen ein geeignetes Werkzeug sein k√∂nnte. Ich habe allerdings das dumme Gef√ľhl, dass ich erst einmal herausfinden muss, welche Aufnahmesituation eine solche sein k√∂nnte... und wie dieser Blitz dann dort eingesetzt werden muss. Da wird wohl noch trial and error angesagt sein.
Und noch eine Erkenntnis: Das Ding fri√üt Leistung! Eine h√∂here Leitzahl w√§re w√ľnschenswert... das ist wohl auch der Grund, warum handels√ľbliche bare bulb flashes deutlich leistungsst√§rker sind. Die Firma, die seinerzeit den Vivitar 283 zu einem bare bulb flash √§hnlich dem Quantum QFlash umbaute, setzte gleich noch einen zus√§tzlichen Blitzkondensator ein...

Was man noch ausprobieren m√ľ√üte, w√§re die Lichtwirkung mit angeflanschtem Reflektor, wie ihn beispielsweise der Quantum QFlash verwendet. Mal sehen, wann ich dazu komme.

Alles in allem ein ganz nettes Projekt. Der große Aha-Effekt blieb zwar aus, andererseits kann man da bestimmt noch etwas daraus machen. Und sei es nur, sich am Ende einen QFlash zu kaufen...

NOCH EIN UPDATE Der Vivitar 283 Barebulb ist nun in Version 2 vorhanden. Hier mehr dazu.

Dieser Artikel ist mir was wert:

Was ist das?

Einen Kommentar hinterlassen »

Vivitar 283 Barebulb-Mod

 Verfaßt am 01.06.08 um 19:42 Uhr, von , Kategorien: DIY, Praxis, Technik , Tags: ,

Vivitar 283 Barebulb-Mod

Im us-amerikanischen Raum, insbesondere bei Hochzeitsfotografen, sind sogenannte bare bulb (oder bare tube) flashes recht verbreitet. Prinzipiell sind das Kompaktblitze, bei denen die Blitzröhre allerdings nicht innerhalb des Gehäuses vor einem Reflektor sitzt, sondern außerhalb des Gehäuses liegt.
Damit verhalten sich barebulb flashes wie "richtige" Studioblitzköpfe: Sie strahlen das Licht nicht gerichtet ab, sondern in alle Richtungen. Durch den Einsatz von wechselbaren Lichtformern kann die Abstrahlcharakteristik verändert werden.
J.J. Allen berichtet im Rangefinder Magazine sogar, wie er bare bulb flashes (in seinem Falle LightLites) ohne Reflektor f√ľr Portr√§tfotografie verwandte.
James Bailey spricht im Adorama Imaging Ressource Center sogar von einem bare-tube flash revival (hier sei erwähnt, dass Adorama ein Fotohändler ist, der davon lebt, die entsprechenden Gerätschaften zu verkaufen).
Ein populärer Vetreter der bare bulb flashes ist der Quantum Qflash. Auf zoomyboy kann man sich ein Bild von diesem Blitz machen.
Der gro√üe Nachteil des Qflash ist sein recht hoher Preis. Wenn man nur mal etwas herumexperimentieren m√∂chte, stellen etwa 1000 Euro (zu denen noch der Batteriepack kommt) nicht gerade eine niedrige H√ľrde dar. Auf dem europ√§ischen Gebrauchtmarkt (vulgo: eBay) findet sich nicht gerade viel, und auf dem us-amerikanischen Markt etwas mehr, aber auch hier nicht zum Ausprobieren-Preis.
Sunpak hatte einen bare bulb flash in der Produktpalette, die Produktion wurde aber eingestellt. Ein us-amerikanischer Betrieb r√ľstete vor einigen Jahren Vivitar-Blitze zu bare bulb flashes um, doch auch diese Quelle ist versiegt. Allerdings brachte mich diese Erkennstnis auf die Idee, einen Blitz auf eigene Faust umzur√ľsten.
Zu diesem Zwecke erkor ich einen nicht mehr sehr oft gebrauchten Vivitar 283 aus. Der 283 hat den Vorteil einer recht hohen Leitzahl (36 bei 50mm und ISO 100) und der unkomlizierten, robusten Bausweise, die eine Modifikation recht unkompliziert macht.
Was meinen Umbau von "richtigen" bare bulb flashes unterscheidet, ist vor allem die Form der Blitzröhre. Bei industriegefertigten bare bulb flashes wird eine meistens eine u-förmige Blitzröhre verwendet. Auch spiralförmige Röhren sind anzutreffen. Zudem weisen die "echten" bare bulb flashes deutlich höhere Leitzahlen auf.
Zu Beginn des Umbauberichtes (der keine Anleitung ist) jedoch noch ein wichtiger Hinweis.

Arbeiten an elektrischen Ger√§ten d√ľrfen nur von Fachleuten durchgef√ľhrt werden!Es besteht Gefahr f√ľr Leib und Leben!

Blitzger√§te k√∂nnen auch nach tagelangem Nichtbetrieb Hochspannung f√ľhren.

Diese Hochspannung ist T√ĖDLICH!

Beim Arbeiten M√úSSEN die Sicherheitsbestimmungen beachtet werden!

Dieser Umbaubericht ist keine Anleitung zu eigenem Handeln. Der Autor dieses Umbauberichts haftet f√ľr keine wie auch immer gearteten Sch√§den, die sich direkt oder indirekt durch das Verwenden dieses Berichtes ergeben!

Auch wenn dieser Bericht keine Anleitung ist, ist er dennoch aus stilistischen Gr√ľnden nicht aus Sicht des Autors ("Ich-Form") verfa√üt, sondern in einer bei technischen Texten √ľblichen Form.

Um den Vivitar zu einem bare bulb flash umzubauen, muss zun√§chst das Geh√§use ge√∂ffnet werden. Dies geschieht durch das √Ėffnen der vier Schrauben des oberen Geh√§useteils. Unter der silbernen Metallabdeckung an der Seite des Scharniers befindet sich eine Metallklammer, die entfernt werden muss.
Nun kann das obere Gehäuseteil geöffnet werden.
Eine Platine sowie der Blitzreflektor mit der Blitzröhre werden sichtbar. Der Blitzreflektor ist im Gehäuse eingeclipt. Diese Clips lassen sich zerstörungsfrei öffen und der Blitzreflektor samt Blitzröhre entnehmen. Die Blitzröhre ist mittels Silikonscheiben im Blitzreflektor befestigt. Um die Blitzröhre vom Reflektor trennen zu können, muss eine Seite der Röhre von ihrem elektrischen Anschluß befreit werden - sinnvollerweise wählt man die Seite, welche nur einen Anschluß besitzt.
Ist der Anschluß von der Röhre getrennt, so läßt sich die Röhre aus dem Reflektor herausziehen.
Nunmehr wird die Röhre an einer geeigneten Kunststoffplatte, welche später anstelle des originalen Blitzrefektors eingesetzt wird, so angebracht, dass sie rechtwinklig zur Platte steht. Anschließend wird die zuvor getrennte elektrische Verbindung zur Blitzröhre wieder hersgestellt. Dabei ist zu beachten, dass das verwendete Kabel den Spezifikationen des originalen Kabels entspricht.

Die Blitzr√∂hre muss durch geeignete Ma√ünahmen abschlie√üend UNBEDINGT vor Ber√ľhrung (am nunmehr offenen Ende der Blitzr√∂hre liegt Hochspannung an. Diese Hochspannung ist T√ĖDLICH!) und mechanischer Beeintr√§chtigung gesch√ľtzt werden. Dieser Schutz muss auch die eventuell explodierende Blitzr√∂hre auffangen k√∂nnen!

W√§hrend der Arbieten darf die Blitzr√∂hre keinesfalls mit blo√üen H√§nden ber√ľhrt werden, da das sich ablagernde Hautfett in die Blitzr√∂hre einbrennt und die Lebensdauer stark verk√ľrzt.

http://www.realfragment.de/blog/media/blogs/rf/283_5.jpg]Vivitar 283 Barebulb-Mod [/lightbox] [lightbox http://www.realfragment.de/blog/media/blogs/rf/283_6.jpg]Vivitar 283 Barebulb-Mod [/lightbox] [lightbox http://www.realfragment.de/blog/media/blogs/rf/283_7.jpg]Vivitar 283 Barebulb-Mod [/lightbox] [lightbox http://www.realfragment.de/blog/media/blogs/rf/283_8.jpg]Vivitar 283 Barebulb-Mod[/lightbox]

UPDATE Der Vivitar 283 Barebulb wurde nun einem Praxistest unterzogen. Hier mehr dazu.

NOCH EIN UPDATE Der Vivitar 283 Barebulb ist nun in Version 2 vorhanden. Hier mehr dazu.

Dieser Artikel ist mir was wert:

Was ist das?

3 Kommentare »

Sommerzeit: Kamera nicht vergessen

 Verfaßt am 29.03.08 um 15:18 Uhr, von , Kategorien: Praxis, Technik

Bild: Wikipedia

Heute nacht um zwei wird's schlagartig drei: Die Uhren werden auf Sommerzeit vorgestellt. Sinn und Unsinn der Zeitumstellung kann man sich streiten. Wieauchimmer, beim Umstellen der Uhren die Kamerauhr nicht vergessen!
Einen Kommentar hinterlassen »

Adobe Express Lizenzbedingungen: Nachbesserung in Sicht

 Verfaßt am 28.03.08 um 11:47 Uhr, von , Kategorien: Theorie, Technik, die weite Welt des www

Der Adobe Photoshop Senior Product Manager, John Nack, hat auf seinem Blog eine Mitteilung des Photoshop Express Teams veröffentlicht:

We've heard your concerns about the terms of service for Photoshop Express beta. We reviewed the terms in context of your comments - and we agree that it currently implies things we would never do with the content. Therefore, our legal team is making it a priority to post revised terms that are more appropriate for Photoshop Express users. We will alert you once we have posted new terms. Thank you for your feedback on Photoshop Express beta and we appreciate your input.

Adobe hat also die Kritik und Bef√ľrchtungen an den derzeitigen Nutzungsbedingungen wahrgenommen und arbeitet nun daran, angemessenere (O-Ton Adobe) Nutzungsbedingungen zu erarbeiten.

Schön, das Adobe so schnell reagiert.

John Nacks Blog ist, das sollte noch erw√§hnt werden, sein privates Blog. Die Ver√∂ffentlichungen dort m√ľssen nicht zwangsl√§ufig offizielle Adobe-Positionen sein (wobei man davon ausgehen kann, dass Nack nicht unbedarft Interna oder halbgare Ger√ľchte ver√∂ffentlicht).

Dieser Artikel ist mir was wert:

Was ist das?

Einen Kommentar hinterlassen »

::

© Patrick G. Stoesser. Keine Verwendung ohne vorherige Genehmigung des Urhebers.
Impressum   |   Datenschutzhinweis
Powered by b2evolution   |   Skin based on asevo skin, modified and extended by Patrick G. Stoesser.